6. Kapitel. Wer nicht wagt der nicht gewinnt, verlieren gehört dazu




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Männer können auch anstrengend sein...

6. Kapitel. Wer nicht wagt der nicht gewinnt, verlieren gehört dazu

Meine Kreuzfahrt über See und durch das Leben ging natürlich weiter, obwohl es auf See nie ganz so stürmisch zuging.
Der hübsche Franzose  mit dem ich den Kahn teilte und den ich äußerst charmant fand näherte sich langsam an mich ran und ich war total entzückt. Schon alleine "die Akzente von die kleine süße Mann" hat mir gefallen.
Leider stellte sich aber heraus, dass er nur so aufmerksam mir gegenüber war, weil er eigentlich an meinen Kollegen ran wollte, ja er war vom anderen Ufer. Was mich nicht gestört hätte wenn ich ihn nicht so toll gefunden hätte und meine Phantasie mir schon die aufregendsten Erlebnisse als Vorschau präsentierte. Schluss aus und vorbei! Ich hatte danach erst mal die Nase von Männern voll und von dem ganzen Wasser um mich herum, auch.

Also entschloss ich mich nach 6 Monaten an Bord meine Füße wieder auf festen Boden zu setzten und mich sesshaft zu machen.
Ich suchte mir ein helles Apartment mit großer Terrasse und richtete es mir nach einem Streich- und Tapezieranfall gemütlich ein. Wenn ich was kann, dann ist dass Räume gemütlich und interessant zu gestalten, ich hätte halt doch besser in der Schule aufpassen sollen, dann wäre ich Innenarchitektin geworden.Tja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär...

Egal. Es geht auch als Single und außerdem hatte ich für das andere Geschlecht keine Zeit, ich wollte mich nur noch auf Arbeit und vor allem das Geld verdienen konzentrieren. An Ideen mangelte es mir nie, jedoch waren die meisten recht durchgeknallt. Ebenso wie meine Idee Accessoires für die Innenausstattung von Autos zu designen, extra mal was elegantes für Frauen. Mit Stil und besonderem Charme. Leder trifft auf Nieten und Kristalle. Für Männer wurde alles angeboten, aber für Frauen? Die Zeiten sind vorbei als die weiblichen PKW-Führer ihrem Gefährt einen Namen gaben wie Knutschkugel, heute zählen PS und breite Schlappen.

Der erste Prototyp musste her. Ich besorgte mir ein Muster, nahm es komplett auseinander und gab ihm ein völlig neues Aussehen. Natürlich gingen die ersten Versuche in die Hose aber dann konnte ich meinem Accessoires meinen Charakter einhauchen. Viel Arbeit, und wenn ich irgend wann einmal gestorben bin werden die Leute sich nach meinen kleinen Kunstwerken reißen, da bin ich mir sicher. Ich muss es nur dramatisch gestalten.
Weil ich leider auf kein Wunder warten konnte, bewarb ich mich auf eine Stelle in einer Verwaltung und bekam sie. Natürlich musste ich auch viele Absagen hin nehmen, das gehört aber halt dazu, nur nie den Kopf hängen lassen und gleich weiter kämpfen. Das ist genau so als wenn man vom Pferd fällt, sofort wieder aufsteigen und nicht einschüchtern lassen.

Von meinem ersten Geld habe ich mir ein paar neue Schuhe gegönnt, is klar ne. Bei meinem Einkaufsbummel  konnte/ musste ich folgende Beobachtung bei Paaren, besonders den Männern machen:

Es gibt vier verschiedene Sorten von Männer! Typ 1: Folgt gerne seiner Freundin beim einkaufen. Er drängelt und quängelt nicht, trägt ihre Tüten und hat nur Augen für sie.( meistens ist es noch die Freundin, sonst wäre es bei der Ehefrau schon eher der Typ 2-4)

Typ 2: kurz und knapp, Typ 2 sagt meistens " bist du jetzt bald mal fertig!" oder " ich bin solange im Mediamarkt" oder sitzt auf einem Stuhl, ist RICHTIG quängelig und denkt an Essen und Fußball.

Typ 3: Typ 3 ist wieder charmant, könnte man annehmen. Er sucht zusammen mit seiner Frau für sie Schuhe, meistens verirrt er sich jedoch dabei und hält sich häufig mit verstohlenen Blicken oder Starren in der Nähe einer attraktiven Frau bei der Schuhgröße 40, 41-42 auf, fummelt an den Schuhen im Regal rum oder läuft ihr zufällig ständig über den Weg.  Komisch, denn seine Frau trägt 39!


Typ 4: Typ 4 nenne ich den " Schreier". Er ist seiner Frau bei der Schuhsuche sehr hilfsbereit jedoch bettelt er förmlichh um die Aufmerksamkeit anderer Kundinnen in dem er extrem laut spricht, einen Schenkelklopfer nach dem anderen in den Laden wirft und wenn sein Reportaire fast ausgeschöpft ist nur noch versucht mit einzelnen kläglich zusammen gesetzten Wörtern versucht witzig zu sein. Oft folgt danach ein Rundum-Blick um zu schauen ob Groupies die sich nackig machen, anwesend sind. Man erkennt diesen Typ meistens an sehr seltsamer Kleidung, häufig tragen sie auch unpassende Kopfbedeckungen. Ihre Jugend war meist sehr traurig. Als Kinder wurden sie oft in der Schule gehänselt, selbst der Hund wollte trotz Kotelett um den Hals nicht mit ihnen spielen. Als Erwachsene haben sie dann eine IT- Ausbildung oder sogar ein Studium abgeschlossen, was ihnen auch sehr liegt und es vielleicht das einzige ist worin sie Profis sind.

Ich wollte ja Schuhe, aber irgend wann fühlte ich mich so beschattet und angeschrien, da bin ich ohne Schuhe wieder aus dem Laden gegangen. Einkaufen kann echt stressig sein aber ab und zu ist auch mal ein Schmankerl dabei..........