Abdichten, reparieren und verstärken von morschem Holz (Balken, Bauteilen)




Platz #13 in Haus & Garten, #304 insgesamt
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Text Abdichten,

Ohne ihnen einen Vorwurf zu machen, aber den Profis wie Schreinern, Zimmerleuten, Dachdeckern - also solchen Berufsgruppen, die mit Holz in der einen oder anderen Weise zu tun haben -, fallen als Lösung zu morschem, teil-verrottetem Holz nur "altes ´raus, neu bauen und austauschen" ein. Denn sie wissen oftmals wenig oder gar nichts von den fast unglaublichen Fähigkeiten von Epoxydharzen!

Das ist u.a. ein Grund, warum bspw. viele Fachwerkbalken oder Fachwerkhäuser nicht repariert werden: den Eignern fehlen oftmals die finanziellen Mittel, die für solch handwerklich grundsätzlich korrekten aber meist recht aufwändig und darum teuren Arbeiten nötig sind.

Epoxydharze sind eigentlich schon seit einigen dutzend Jahren bekannt (ich selbst habe diese vor nunmehr rund 30 Jahren erstmals als Schüler beim Bau von eigenen Windsurf-Boards kennen gelernt), es sind im Grunde genommen flüssige Kunststoffe.

Teils werden sie als lösungsmittelfreie, wenig riechende oder gar stinkende Materialien produziert und eingesetzt So etwa beim Bootsbau, wo sie mittels durch die mit von ihnen imprägnierten Fasern (bspw. Glas- Aramid-, Carbon-) zum Bau von Yachtrümpfen oder Bauteilen genutzt werden. Oder es gibt sie als lösemittel-haltige Beschichtungssysteme wie etwa als Grundierungen und Lacke o.ä..

Im Holzbootsbau kennt (und mag) man sie ebenfalls, weil nur durch Epoxydharze die 100%ige wasserfeste und dauerhafte Imprägnierung gewährleistet ist. Entscheidend hierbei ist einerseits die Dicke des Aufbaus über dem zu schützenden Holz, andererseits aber auch die Konstruktionsart des Bauteils selbst. Im Rahmen seiner thermischen Ausdehnungen entwickelt Holz sehr viel Kraft, was konstruktiv oder mittels Art und Weise der Beschichtung berücksichtigt werden muss.

http://www.timeout.de/index.php?option=com_content&view=article&id=119%3Anordseekutter&catid=45%3Aprojekte&Itemid=70&lang=de

Am stärksten arbeitet Holz bei Aufnahme oder Abgabe von Wasser, insofern empfiehlt sich eine allseitige Beschichtung des Holzes, die zumindest die allzu leichte Aufnahme von Wasser einschränkt. Darum empfehlen wir von Time Out Composite gerade im Bootsbau (neben der selbstverständlichen Außenbeschichtung) auch eine Versiegelung des Holzes von der Boots-Innenseite, denn oftmals ist gerade in maritimer Umgebung die Luftfeuchte extrem hoch. Kondenswasser oder gar "stehende Nässe" sollten in diesem Rahmen keinen direkt Zugang zu frei liegenden Holzfasern haben.

Wie geht man nun vor, wenn man verrottetes Material vorfindet? Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Holz aus FASERN besteht. Diese Fasern liefern -gerade im Verbund mit dem Epoxydharzsystem "SR5550"- die Festigkeit und sollten, wenn sie sich noch nicht in einem zu sehr fortgeschrittenen Stadium der Verrottung befinden, erhalten bleiben; also nicht zu voreilig Kettensäge oder Hammer und Stecheisen ansetzen, um alles zu entfernen: ERHALTEN ist das Stichwort!

Gänzlich loses Material sollte vorsichtig entfernt werden, anschließend kann mittels Tupfen per Pinselauftrag oder per Bohrungen, die man in das Holz legt, nach und nach eine hohe Sättigung und Durchtränkung des Holzes erreichen. Man kann optisch zunächst deutlich wahrnehmen, wie das Holz das Material aufsaugt. Fördern kann man das Saugverhalten, indem man das Harz noch weiter verdünnt oder von vorneherein ein lösemittelhaltiges Material wie beispielsweise "WOOD IMPREG 120" auswählt. Dieses Material tötet übrigens auch eventuell vorhandene Holzwürmer oder -maden ab! Die zunehmende Sättigung führt zu einer enormen Verfestigung der vorher "nebeneinander liegenden" und mehr oder weniger festen Holzteile und -teilchen. Das gesamte Bauteil ist nach Durchhärtung des Epoxidharzes wieder erstaunlich (wasser-) fest und belastbar!

Löcher, die etwa durch das Bohren entstanden sind, aber auch offene, rissige Stellen im Holz lassen sich mittels angedicktem (unbedingt lösungsmittelfreiem) Epoxydharzsystem "SR5550" füllen:

1) zunächst werden das "SR5550"-Harz und Härter "SD550x" (die Auswahl der Härter-Topf- bzw. Verarbeitungszeit erfolgt je nach Umgebungsbedingungen, Können und angesetzte Menge) wieder sorgsam miteinander gemischt,

2) etwas davon wird auf die zu füllende Stelle aufgetragen, um zunächst offenes Holz in der Tiefe zu imprägnieren,

3) mittels Füllstoff "WOODFILL 250" zur gewünschten Spachtel- oder Füll-Konsistenz angedickt;

4) der Auftrag erfolgt mittels Spachtel, Pinsel, oder per Spritze bzw. bei größeren Mengen und zwecks besser kontrollierbarer "Punktlandung" per Spritzbeutel.

Nach Härtung des Materials kann es mittels Säge, Raspel, Schleifmaschine und -Papier, Oberfräse usw. mechanisch bearbeitet werden. Nach Anschliff halten Lacke und Farbe auf seiner Oberfläche (sollten Sie nicht alles aus einer Hand beziehen wollen, vorher unbedingt testen!), so dass eine Anpassung an die Umgebungsfarben möglich ist. Als ungefülltes Material härtet das "SR5550"-Epoxydharzystem ähnlich wie Klarlacke transparent aus, so dass eine Sicht auf Holz wieder möglich ist.

Als Endbeschichtung sollten Epoxydharze im Außenbereich immer eine klare oder farbige Abschlussschicht erhalten, da sie nicht UV-stabil sind und zur Vergilbung neigen. Bei uns haben sich ein- und zweikomponentige Bootslacke von NAUTIX und bei Hightech-Anwndungen und allerhöchstem Anspruch an die Qualität und Dauerhaftigkeit MAP YACHTING Lacke bewährt. Eine Vergilbung hat im Normalfalle keinen Einfluss auf die mechanische oder chemische Festigkeit unserer Harze und ist rein optischer Natur. Für dauerhaft im Wasser befindliches Holz sollten keine Lacke verwendet werden, hier lebt man mit der etwas eingeschränkteren UV-Stabilität der Epoxydharze am besten.

Fragen Sie uns, wenn Sie entsprechenden Informationsbedarf haben, wir helfen Ihnen gerne weiter!

Michael Thon
 

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