Alte Kleidung wie Neu! Stoffe färben und batiken




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Alte Kleidung wie Neu! Stoffe färben und batiken
OpaRolf. Pixelio.de

Das weiße Lieblings-T-Shirt hat einen Fleck? Von der notwendigen Neuanschaffung abgesehen, ist das kein Problem! Jetzt ist die Zeit gekommen, um z.B. zu dem neuen Rock, der nur im Schrank hängt, ein passendes Oberteil zu gestalten!

Denn alte Kleidung muss nicht direkt aussortiert werden. Mit Farbe lässt sich so manchem ausgewaschenen oder fleckigen Teil ein trendiger Look verpassen. Mit der richtigen Farbwahl verschwinden dabei auch die Flecken.
Grundsätzlich lässt sich jeder Stoff aus Baumwolle oder Leinen färben. Doch auch mit Kunstfasern können überraschend gute Ergebnisse erzielt werden.
Je häufiger das Stück gewaschen wurde, desto besser. Neue, ungewaschene Stoffe haben in der Regel noch die sogenannte Appretur, die ein gutes Färbeergebnis verhindern kann. Hierbei kommt es einfach auf den Versuch an, aussortieren können Sie bei Nichtgefallen immer noch!

Das Färben

Geeignete Farben sind im Bastelbedarf als Pulver erhältlich. Hierbei unterscheiden sich die Angebote qualitativ kaum voneinander. Lediglich die Art und Weise, wie heiß das Färbebad anzurühren ist, bzw. mit Kochsalz oder mit Fixiermittel. Die Farbbäder sind miteinander mischbar und auch in Flaschen oder alten Farbeimern aufzubewahren.

Der Stoff muss zwischen 30 Minuten und ca. 1 Std. in dem warmen bis heißen Bad verbleiben und anschließend mit klarem Wasser gespült werden, bis sich keine Farbe mehr auswäscht. Spätere Wäschen können dann durchaus in der Waschmaschine erfolgen.

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Die Techniken

Wir unterscheiden, vom einfachen Färben abgesehen zwischen drei verschiedenen, aber sehr effektvollen Techniken.

  • Die Batik- oder Abbindetechnik:

Mit Hilfe von Kordel, Paketband oder ähnlichem werden einzelne Bereiche des Kleidungsstückes zipfelartig abgebunden. Je dichter und je fester der Stoff umwickelt wird, desto mehr bleibt an dieser Stelle die ursprüngliche Farbe erhalten. Nach dem Färben wird die Kordel gelöst und es sind die typischen strahlenförmigen Kreise zu sehen. Um diesen Effekt rund um einen Ärmel zu erreichen wird dieser quasi zugebunden. Ein schönes Ergebnis erzielt man auch mit verschiedenen Farben für bestimmte Bereiche. Ein unerwünschtes Verlaufen der Farben ineinander kann vermieden werden. Der Bereich mit der ersten Farbe, ausgewaschen und ausgedrückt, wird mit Folie umwickelt und geschützt. Wenn möglich trotzdem nicht ins nächst Farbbad tauchen, usw..

  • Die Heißwachs-Technik:

Wachs schützt vor Nässe! Dieses Prinzip macht man sich beim Färben mit der Heißwachs-Technik zu Nutze. Ein zuvor auf den Stoff gezeichnetes Muster (schön wirken orientalische oder die zur Zeit modernen afrikanischen Muster) wird mit dem bauchigen Heißwachskännchen/Tjanting nachgezeichnet. Hierbei fließt aus einem dünnen Röhrchen heißes Wachs, welches durch eine größere Öffnung regelmäßig nachgefüllt wird. Die Handhabung ähnelt der eines Füllers, erfordert aber einige Übung, um dünne Linien und keine großen Wachskleckse auf den Stoff zu bringen. Dort, wo der Stoff mit Wachs getränkt wurde bleibt er im anschließenden Färbebad ohne Farbe. Das Bad sollte hierbei nicht zu heiß sein, um den Wachs nicht vorzeitig auszuwaschen. Durch linksseitiges, heißes Bügeln auf einer saugfähigen Unterlage wird der Wachs aus dem getrockneten Stoff entfernt. Zurück bleiben helle Linien, die die gefärbten Bereiche voneinander trennen.

  • Stoff färben durch stempeln:

Ebenfalls im Bastelbedarf erhältlich sind Stoffdruck- oder -stempelfarben. Sie sind einfach zu handhaben und meistens mischbar und mit Wasser verdünnbar.
Kommen wir zurück auf den Fleck auf unserem Lieblings-T-Shirt. Z.B. ein Pfotenabdruck à la Jack Wolfskin könnte diesen schon verdecken. Hat man so etwas wie eine Lieblingsform (Herz, Spirale, Elefant...), dann ist die Wahl einfach. Man benötigt für einen Stempel lediglich einen Sektflaschenkorken, oder einen alten Bauklotz aus der Spielkiste. Ein Stück Moosgummi wird z.B. mit einer Nagelschere zurecht geschnitten. Das geht durch das weiche Material mühelos. Eine gute Wirkung erzielen Formen, die kleine Aussparungen in der Fläche haben. Ein Elefant sieht direkt orientalisch aus, wenn man kleine sichelförmige Löcher in das Moosgummi schneidet. Kombinationen aus mehreren Formen wirken durch verschiedene Farben. Äußere Augenform, darin ein kleiner Kreis, darin der Pupillenpunkt. Das Moosgummi kann mit geeignetem Kleber auf den Korken oder Holzklotz geklebt werden und ist so prima in der Hand zu halten.

Textildesign zum Selbermachen

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Abschluss

Sämtliche Techniken können natürlich auch kombiniert werden. Wenn das zu färbende Stück mit Kordel zu einem Knäuel zusammengeschnürt wird, erreichen Sie im Färbebad eine marmorierte Hintergrundtönung für viele kleine Stempelabdrücke.

Übrigens werden auch alte Bettbezüge und Tischdecken mit frischer Farbe wieder munter.