Altona - ein Bahnhof zwischen zwei Fußgängerzonen




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Der Altonaer Hauptbahnhof

Der Bahnhof Hamburg-Altona, von Einwohnern des Stadtbezirkes auch als Altona (Holstein) bezeichnet, liegt (zumindest noch im Jahr 2012, zu den Planungen lest unten) mitten zwischen den Stadtteilen Altona (Altona-Mitte) und Ottensen. Wer den Bahnhof verlässt, geht je nach Richtung in die Altonaer oder in die Ottenser Fußgängerzone. Die Altonaer Mitte ist formal in die Stadtteile Altona-Altstadt und Altona-Nord aufgeteilt, der Altonaer Fernbahnhof liegt in Altona-Nord. Da üblicherweise die Fußgängerzone als Mitte der Stadt gilt, liegt er aber tatsächlich am Rande der Innenstadt. Der Altonaer Hauptbahnhof ist im oberen Bereich ein Kopfbahnhof, während die S-Bahnen im Tunnel unterhalb des Fernbahnhofes halten; der S-Bahnhof Altona ist ein Durchgangsbahnhof.

Ottensen
Ottensen wurde 1310 unter dem Namen Ottenhusen gegründet und vereinigte sich 1867 mit Neumühlen zur Gemeinde und späteren Stadt (1871) Ottensen-Neumühlen, ehe 1889 die Eingemeindung nach Altona erfolgte. Im April 1938 wurde Ottensen mit Altona nach Hamburg eingemeindet. Ottensen erfuhr 1992 internationale Beachtung, als beim Bau eines Einkaufszentrums mit dem Namen Mercado die Gräber des jüdischen Friedhofes wiederentdeckt wurden. Nach langen Auseinandersetzungen entschied der Jerusalemer Rabbiner Itzchak Kolitz, dass zwischen dem Gebäude und dem Erdreich eine Betonplatte errichtet werden musste und die Reste des Friedhofes nicht angetastet werden durften. In einer Gedenkstätte an den Friedhof erinnert das Mercado an die Namen der auf dem Ottenser jüdischen Friedhof begrabenen Menschen. Regional wird Ottensen auch Mottenburg genannt. Das Altonaer Museum und das Altonaer Theater liegen in Ottensen.

Altona
Altona bedeutet “all zu nahe“; der Name der Stadt geht auf ein Wirtshaus zurück, welches sich nach Auffassung der Hamburger Ratsleute zu nahe an der Stadt Hamburg befand. Altona hat eine von Hamburg deutlich unterschiedene Geschichte, zu welcher auch eine längere dänische und eine kürzere preußische Zeit gehören. Altona hat seine Eingemeindung nach Hamburg nie verwunden; noch heute bezeichnen auch jüngere Einwohner des Stadtteils die Eingemeindung als Besatzung. Der Unterschied zwischen Altona und Hamburg ist auch in der neben Hochdeutsch verwendeten regionalen Sprache feststellbar; während viele Hamburger Missingsch sprechen, snacken die meisten Altonaer Platt. Plattdüütsch kommen für den Ortsnamen die Schreibweisen Altnaa, Altnå und Altno vor; letztere ist für die Aussprache eines offenen [o]-Lautes nicht sinnvoll, da sie keine Unterscheidung zwischen offenem und  geschlossenen [o]-Laut anzeigt, beide Varianten kommen im Plattdeutschen als Langvokale vor.

Wie der Bahnhof an Bedeutung verlor
Nachdem die Bahnstrecken von Kiel und Flensburg nach Altona und nach Hamburg in den 1980er Jahren elektrifiziert wurden, änderte die Bahn die Endstation der meisten Züge von Altona in Holstein nach Hamburg Hauptbahnhof, lediglich die Regionalbahnen von Neumünster (teilweise nach Kiel rückverlängert) fahren nach Altona. Auch ICE- und IC-Züge halten nur noch in Altona, wenn sie dort eingesetzt werden, in anderen Fällen fahren sie am dortigen Bahnhof vorbei. Die Veränderung des Zugzieles stieß bei der Bevölkerung Schleswig-Holsteins nur bedingt auf Gegenliebe, da diese sich eher an Altona als an Hamburg gebunden fühlt und auch das Umsteigen zu Fernzügen Richtung Süden oder Berlin in Altona wesentlich gemütlicher als auf dem oft überfüllten Hamburger Hauptbahnhof erfolgen kann.

 

Planungen
Es wird darüber nachgedacht, den Altonaer Kopfbahnhof zu verlegen und die S-Bahnstation Diebsteich zum neuen Altonaer Fernbahnhof auszubauen. Damit würde die Fußgängerzone in Ottensen sicher viele Kunden verlieren, während die von Altona weiterhin gut erreichbar bleibt. Die Verlegung hätte aber keine Stilllegung der S-Bahn im heutigen Bahnhof Altona zur Folge, möglicherweise würde er in Ottensen umbenannt, da der Name Altona dem neuen Fernbahnhof vorbehalten sein wird. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass der Fernbahnhof als Kopfbahnhof nicht ausreichend leistungsfähig sei. Angesichts einer ausschließlichen Verwendung von Wendezügen ist diese Auffassung absurd, in Kopfbahnhöfen muss die Lokomotive nicht mehr gewechselt werden. Die Bahn plant, nach dem Bau des neuen Altonaer Fernbahnhofes die aus Richtung Kiel und Flensburg kommenden und dorthin verkehrenden Züge, welche im Hauptbahnhof beginnen, dort zumindest teilweise ebenfalls halten zu lassen. Der Nutzen dieser kostspieligen Maßnahme lässt sich nicht erkennen, Altona 21 (wird noch nicht so genannt) ist genauso eine Geldverschwendung ohne Nutzen wie Stuttgart 21.

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