Bewerbung um einen Arbeitsplatz




Platz #176 in Business, #5569 insgesamt
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Hoffnung auf einen Job

Bewerbung um einen Arbeitsplatz
Ein interessanter Arbeitsplatz

Die Bewerbung

Wolfgang ist wieder einmal arbeitslos. Er hat bereits un­zählige Bewerbungen geschrieben und bringt im­mer wieder neue zu Papier. Gut ausgebildet, kann er etwas. Als Maschinenbauer, Program­mierer und CNC- Dreher ist Wolfgang für viele Stellen über qualifiziert. Ich nehme jede Arbeit an, betont er in seinen Schreiben im­mer wieder. Null Chance. Zahlreiche Umschulungen lie­gen hinter Ihm. Au­ßer Kos­ten, hat es nichts gebracht. Unver­hofft stößt Wolfgang beim Studium der Tageszeitung auf eine kleine, unscheinbare Anzeige. Ein Mittelständiges Un­ternehmen sucht einen CNC-Dreher mit guten Kenntnissen der Pro­grammierung. Diese Fir­ma befindet sich nicht allzu weit von seiner Wohnung. Wolf­gang entschließt sich die Unter­lagen persönlich bei der Perso­nalabteilung abzugeben. Gleichzeitig werden dadurch Porto kosten gespart. Durch die vielen Schreiben sind diese gewaltig gestiegen.

Die Abgabe der Bewerbungsunterlagen

Gleich Mon­tag früh fährt Wolfgang zu diesem Un­ternehmen. Alles ist verschlossen. Im Hof der Firma steht ein großer LKW und ein Mann in einer grünen Latzhose lädt mit einem Ga­belstapler Kisten auf das Fahr­zeug. Wolfgang läuft zum Ga­belstapler. Der Mann in der Latzhose schaut neugierig auf Wolf­gang. „Jetzt wo ich fast fertig bin, willst Du mir wohl hel­fen?“, fragt dieser angriffslustig. „Falls es noch etwas zu tun gibt, kein Problem für mich“, antwortet Wolfgang, krempelt sich die Ärmel hoch und will bereits mit zufassen. Beide kom­men ins Gespräch. Auch über die Firma vor Ort wird sich un­terhalten. Wolfgang erzählt, dass er nur seine Bewer­bung abge­ben wollte. „Es ist aber niemand da.“ „Kein Pro­blem“, sagt der Arbeiter. Er war vielleicht doppelt so alt wie Wolf­gang. „Gib mir den Umschlag. Er kommt schon an die richtige Stelle. Der Rest der Belegschaft muss sich einen Vortrag über Feuerlö­scher an­hören. Ich hatte keine Lust“, meint der Arbeiter augen­zwinkernd. „Ei­ner muss ja die Ar­beit tun.“ Etwas zögerlich überreicht Wolfgang den großen Umschlag mit seinen Unterla­gen und verabschiedet sich dan­kend. Genau eine Woche später ist ein Brief dieser Fir­ma in seiner Post. Entwicklung und Ferti­gung steht auf dem Absender. Wolfgang ist erst einmal froh, dass es kein großer Umschlag ist. Großer Umschlag bedeutet, Bewerbungsun­terlagen kommen zurück. Nervös reißt Wolf­gang den Um­schlag mit einem Ruck auf. Er habe sich am Don­nerstag zu einem Vorstellungsgespräch in der Firma zu melden, steht drin. Dazu die Zeit. Mehr nicht.

Das Vorstellungsgespräch

Pünktlich, zehn Minuten vor dem Termin, steht Wolfgang, gut gekleidet, am Büro des Chefs. Die Sekretärin bittet ihn im Vorzimmer Platz zu neh­men. Kurz vor 09.00 Uhr geht die Tür auf: „Er soll rein kom­men“, ruft der Chef. Wolfgang betritt mit gemischten Gefühlen diesen heiligen Raum. „Nimm Platz“, tönt es Wolfgang entge­gen. „Willst Du einen Kaffee oder lieber ein Wasser“, fragt der Chef weiter. „Ein Wasser bitte“, antwor­tete Wolfgang höflich. Alles ziemlich vertraulich, denkt er bei sich. Endlich gibt es eine Gelegenheit, sein gegenüber genauer anzuschauen. Das ist doch die gleiche Person, die den LKW beladen und seine Un­terlagen in Empfang genom­men hat, bemerkt Wolfgang völlig überrascht. Es war also der Chef höchst persönlich, der sich mit mir am Fahr­zeug unterhalten hatte. Krampfhaft überlegt Wolf­gang, ob er damals etwas unüberlegtes gesagt haben könnte. Er konnte sich nicht daran erinnern. Nach einem kurzen schwei­gen, lä­chelte der Chef Wolfgang zu. „Nur Mut, junger Mann“. Ein rein fachlicher Dialog beginnt. Etwa fünfzehn Minuten spä­ter, sagte der Chef zu Wolfgang: „Sie können es. Morgen sieben Uhr an der Maschine. Probezeit einen halben Monat. Das reicht, um zu erkennen, ob wir ein Team werden.“ Damit verabschiedete der Chef Wolfgang, hintergründig dabei lä­chelnd. Ver­schwitzt aber glücklich fährt Wolfgang nach Hause. Er hat den Job. Selbstverständlich wird er sich die größte Mühe auf Arbeit geben.

Inzwischen sind über drei Jahre vergangen. Wolf­gang gehört fest zur Firma. Fast schon zum Inventar, wie der Chef auf Firmentreffen oftmals scherzhaft andeutet. Der Chef und Wolfgang verstehen sich blendend. Gern erinnern sich beide an den Beginn der Bewerbung am LKW.

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