Cannabis Indoor richtig düngen Teil B




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Wie erkennt man denn die Überdüngung?

Cannabis Indoor richtig düngen Teil B
Cannabis indoor richtig düngen

Um zu sehen, wieweit man düngt muss man natürlich erst einmal wissen, wie viel Dünger die Pflanzen vertragen. Laut der Erfahrung meines Freundes gibt es auch Pflanzen, die nur ganz wenig Dünger vertragen. Man muss somit vorsichtig sein. Man sollte somit den EC Wert im Drainagewasser immer beobachten und diesen Wert langsam wachsen lassen. Wenn die Pflanzen sich mit der Blattspitze oder den Blatträndern nach oben rollen und es nicht daran liegt, dass die Lampe zu dicht an den Blättern hängt, dann ist dieses ein Anzeichen für Überdüngung. Als nächstes folgt, dass die Pflanze mit den Plattspitzen abstirbt. Zwei bis drei mm ist dabei ganz normal. Wenn es aber über einen cm wird, dann ist die Pflanze überdüngt. Wenn die Pflanze grün bleibend vertrocknet ist sie tot gedüngt.

Ihr habt nun Angst um eure Pflanzen? Keine Sorge, wenn ihr jeden oder jeden zweiten Tag nachseht, dann erkennt ihr die Überdüngung schnell. Das Hochrollen der Blätter sieht dabei allerdings bei jeder Sorte anders aus. Das Vertrocknen der Blattspitzen ist allerdings ein sicheres Zeichen. Selbst wenn die Pflanzen bereits grün bleibend vertrocknen ist es noch nicht zu spät. Ihr nehmt nun den EC Wert vom Dränagewasser, dieser ist also zu hoch. Ihr könnt nun abschätzen, wie hoch der EC Wert sein darf. Zieht im Zweifelsfall einen halben bis ganzen EC bei leichter Überdüngung mit vertrockneten Blattspitzen ab oder etwas mehr, wenn die Pflanzen grün bleibend vertrocknen. Wenn die Blätter sich ein wenig hoch rollen, dann zieht nur einen halben EC Punkt ab. Ihr könntet dann sogar noch mit klarem Wasser weiter gießen ohne zu spülen.

Laut eurer Berechnung erhaltet ihr einen EC Wert, der somit der Optimalwert für eure Pflanzen wäre. Ihr leitet nun ungedüngtes Wasser durch die Töpfe oder Matten, bis ihr diesen Wert unterschritten habt. Dann habt ihr genügend gespült und eure Pflanzen sollten sich direkt wieder richtig wohl fühlen. Für diese Sorte peilt ihr beim nächsten Grow diesen Wert an und wenn ihr ihn erreicht habt, dann düngt ihr einfach weniger, damit der Wert stabil bleibt. Das klappt wirklich sehr gut.

Passend gedüngtes reifes Marihuana

Pflanzen völlig Gesund mit über 4,0 EC im Drainagewasser

Und wenn ich auf Erde arbeite?

Wer auf Erde arbeitet, der drainiert in der Regel nicht. Es schadet allerdings nicht, dass man einen Topf doch etwas drainiert, um hier die Werte zu nehmen, um zu wissen, wie man weiter düngen muss. Man kann jede Woche die Werte von einem anderen Topf nehmen. Zudem kann man alle Pflanzen auf die Anzeichen von Überdüngung beobachten. Auch auf Erde wird man mit dieser Methode somit wissen, wie viel man noch düngen kann. Auch auf Erde sollte man drei Tage vor der Ernte spülen und zwar auf unter 2,0 EC im Drainagewasser. Dann kann man diese Erde auch öfter verwenden und muss sich nicht immer neue kaufen. Bei dem Drainieren auf Erde kann man die Pflanzen belasten, wenn diese nicht wenigstens alle zwei Tage nass gegossen werden können. Dann sollten die Pflanzen nämlich nicht nass gegossen werden, da sie in der Nässe stehen, dann ist es nicht so gut, wenn man drainiert. Man sollte es dann nur selten machen. Allerdings ist dann der Topf auch groß. Der Topf ist passend groß, wenn er wenigstens alle zwei Tage nass gegossen werden kann und dann nach zwei Tagen wieder trocken ist. Hierbei entscheidet nicht das Auge, welcher Topf trocken liegt, da es Substrate gibt, die oberflächlich antrocknen. Vor dem gießen hebt man jeden Topf an und gießt dann die leichter gewordenen kräftig, die anderen wenig oder gar nicht. Dann gießt man nie zu viel. Die Pflanzen sollen in Erde nämlich nicht nass stehen, sie brauchen die Luft genauso wie das Wasser, sie brauchen immer beides.

Da hier noch Platz ist will ich schnell erklären, wie man mit einem EC Messgerät diese hohen Werte nimmt, wenn es nur bis z.B. 3,6 geht, wie mein EC Stab. Wenn mein EC Stab den Wert nicht mehr anzeigen konnte, dann habe ich das Wasser eins zu eins mit Leitungswasser gemischt und dann den Wert genommen. Wenn ich nun z.B. 2,4 EC gemessen habe, dann habe ich diesen Wert mal zwei genommen und den EC Wert vom Leitungswasser abgezogen. Also 4,8 weniger 0,6, in dem Drainagewasser war somit ein Wert von 4,2 EC, dieser Wert war für meine Pflanzen in der Endblüte sehr gut.

Etwas überdüngte Marihuana Pflanze

Hart angedüngte Pflanzen, die Blätter rollen sich bereits nach oben

Ich habe kein EC Messgerät und werde mir auch keines kaufen

Viele Grower arbeiten nur mit wenig Pflanzen und sparen an allen Ecken und Kanten. Sie kaufen sich kein EC oder PH Gerät. Wie düngt man denn ohne dieses Gerät? Man düngt nach den Angaben der Düngerhersteller oder etwas knapper. Man beobachtet die Pflanzen immer auf Anzeichen von Überdüngung und wenn diese überdüngt sind spült man pro Liter Erdvollumen einen bis zwei Liter Wasser durch die Töpfe. Dann düngt man vorsichtig weiter. Es kann somit nichts schiefgehen, wenn man seine Pflanzen genau beobachtet.

Wenn man dennoch nach EC Wert düngen will, dann geht das sogar. Je höher der EC Wert im Drainagewasser ist, umso bräunlicher wird es. Bei 2,0 EC ist das Wasser noch ganz blass, bei 4,0 EC ist es dunkel Urin gelb bräunlich. Wenn man irgendwann überdüngt, dann kann man sich das Drainagewasser ansehen. So dunkel, wie es nun ist, ist es zu viel Dünger. Beim weiteren Düngen achtet man darauf, dass das Drainagewasser wenigstens etwas heller als dieser Ton bleibt. Wenn man die Erde wieder verwenden will, dann spült man sie solange, bis das Wasser bereits wieder klar wird und durchsichtig ist. Dann hat man einen EC Wert von unter 2,0 erreicht und die Jungpflanzen können gut wurzeln.

Anhand der Trübung des Drainagewassers kann ein erfahrener Grower ungefähr ablesen, wie viel er gedüngt hat. Wenn das Wasser in der richtigen Blüte noch recht klar ist, dann kann etwas mehr aber nur etwas mehr gedüngt werden. Ist das Wasser aber schon richtig trüb, dann sollte sehr knapp weiter gedüngt werden.
 

Ergänzung:


Wer seine Erde oder Steinwolle, Cocos oder CoGr, wieder verwenden möchte, der sollte dem Gießwasser ein Enzymprodukt zuführen. Die Enzyme bauen alle abgestorbenen Wurzelteile ab, lassen die lebendigen Wurzeln jedoch stehen. Somit wird der Boden nicht durch alte Wurzeln unbrauchbar und kann öfter wieder verwendet werden. Es gibt Leute, die meinen, dass der Boden alt wird. Da jedoch immer neue Nährstoffe zugeführt werden, können sich die Pflanzen auch weiterhin gut entwickeln. Jedoch sollte man zum wiederverwerten der Erde mit einem PH Messgerät arbeiten und den PH Wert im Dränagewasser messen. Dieser sollte bei 6,0 auf Erde liegen, bei Cocos auf 5,8. Ist er drüber oder drunter, dann wird ein wenig gegen gesteuert, ein Bereich von 5,2 bis 6,4 kann verwendet werden. Bei kleinen Abweichungen sollten 5,4 bis 6,2 reichen. Das ist wichtig, da der PH Wert in der Erde ausschlaggebend dafür ist, wie gut die Nährstoffe aufgenommen werden können. Würde man die Erde ständig wieder verwerten und einen ganz falschen PH Wert haben, dann würden die Ernteergebnisse stark leiden. Wer kein PH Gerät verwendet, der sollte seine Erde oder seinen Cocos nach jeder Ernte austauschen. Es kann allerdings auffallen, wenn man ständig ganze Erdmengen entsorgen muss. Man sollte in jedem Fall vorsichtig sein.

Es gibt Leute, die hydrophonisch arbeiten und das Dränagewasser mehrfach wieder verwenden. Hierzu sei angemerkt, dass dieses Dränagewasser dann natürlich verdünnt werden muss, damit die EC Werte stimmen. Zudem sollte dieses Wasser ca. alle drei Wochen ausgetauscht werden, da die Pflanzen gewisse Nährstoffe stärker aufbrauchen als andere. So entsteht in der Nährlösung ein Ungleichgewicht der Nährstoffe und Spurenelemente. Wird das Wasser allerdings regelmäßig ausgetauscht, dann kann man das Dränagewasser wieder verwerten. Jedoch kippen die meisten Grower dieses Wasser einfach weg, da die Dünger und Wasserkosten beim Marihuanaanbau unerheblich sind. Wir Grower leben eben in einer dekadenten Welt, die sich ein Tomatenzüchter nicht leisten könnte.

Es gibt Pilzprodukte, die man dem Boden untermischen kann, damit sich nützliche Pilzstämme bilden, die die Nährstoffaufnahme der Pflanzen begünstigen oder die schädliche Pilze fern halten. Ich habe es nie ausprobiert, da ich mit CoGr Matten gearbeitet habe und diese Pilzkulturen für Erde sind. Ich möchte weder an- noch abraten. Ich denke, dass diese Pilzkulturen auf keinen Fall schaden werden, wenn gute Erde verwendet wird, dann sind sie jedoch auch nicht notwendig. Wichtiger ist es, die richtige Erde zu verwenden. Wenn die Verdunstung in einem kalten Kellerraum gering ist, dann kann eine Erde mit Präliten nicht schaden, da diese luftiger ist. Auf einem warmen Dachboden würde man jedoch eine Erde ohne Prälite verwenden, da diese bei einer hohen Verdunstung zu schnell austrocknen würde. Bei mehr Verdunstung sind weniger Prälite besser.

Es gibt diverse Wurzel- und Blüte Stimulatoren. Nach Jahren der Erfahrung lässt sich zum Wurzelstimulator berichten: Diese wirken bei niedrigem EC Wert deswegen am besten, da die Pflanzen dann auch so besser wurzeln. Somit kann man den Wurzelstimulator weg lassen und für wurzelnde Pflanzen auf einen geringen EC Wert im Dränagewasser achten. Und Blütestimulatoren haben bei mir nie bewirkt, dass ich mehr ernten konnte oder die Blüten von besserer Qualität waren. Die Pflanzen hatten einen sehr guten Dünger und wenn dieser wirklich gut ist, dann wird ein Wurzelstimulator nicht mehr benötigt. Jedoch möchte ich auch hier nicht an- oder abraten. Ein Wurzel- oder Blüte Stimulator werden nicht schaden, ich denke jedoch nicht, dass sie viel bringen. Und wenn man nicht alles richtig macht, dann bringen sie auch nichts. Macht man jedoch alles richtig, dann sind sie nicht wirklich notwendig. Es liegt an einem selber, wie viel Geld man für seinen Grow ausgeben möchte. Wer geizig ist, der sollte darauf verzichten.

Es schadet natürlich nicht, wenn man als Grower im Laufe der Zeit alles Mal ausprobiert. Es ist sehr wichtig, eigene Erfahrungen zu sammeln. Man muss seine Pflanzung natürlich immer genau beobachten, da es ein Duzend Faktoren sind, die sich auf das Ergebnis auswirken. Führt man nun einen Blütestimulator zu und hat bessere Ergebnisse, dann muss dieses noch lange nicht an dem Blütestimulator liegen.