Christbaum und Pyramiden von Karl Sewart




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Christbaum und Pyramiden von Karl Sewart
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Buchrezension von jurgko

Dieses Buch und Ebook, ein beliebtes Geschenk zu Heiligabend, ist wohl mehr als nur ein erzgebirgisches Weihnachtsbuch. Der Schriftsteller Karl Sewart überstand so manche schwere Krankheit und hat sogar sein achzigstes Lebensjahr erreicht, beflügelt von der Lebenskunst eines kreativen Künstlers. Kulturgeschichte aus dem Erzgebirge wird in Hunderten Geschichten, die das Leben schrieb von diesem gestaltet und dabei so manches für unsere Zeit Vergängliches von den einstigen Sitten, Bräuchen , Liedern und Sprüchen aus Grossmutters Zeiten unvergänglich festgehalten. Das Erzgebirge hat die längste Winterzeit, ist oft meterhoch verschneit und von der Umwelt abgeschnitten. Ärmlich verlief hier das Leben seit Jahrhunderten. Erinnerungen aus den Hungerjahren unser Nachkriegszeit werden wieder wach. Der Leser wird angeregt, sich selbst zu besinnen, sich nicht dem Stress des Wohlstandsdenken auszusetzen. Es gibt höhere geistige Werte, zugleich aber auch kreativen Erfindergeist, der nicht nur das Überleben, nein, auch die Freude am Leben wach hält. Aus den vielen Künstlern, besonders den Schnitzern, wurde ein Kunsthandwerk. Die Nussknacker, Räuchermännle , Weihnachtspyramiden und Schwibbögen erroberten den Weltmarkt. Die Erzgebirgler waren und sind auch oft heute noch gläubige, naturverbundene Menschen. Aber auch der Aberglaube trieb in den finsteren Winternächten vielfache erschreckende Triebe und gab Anlass zu mancher Frotzelei. Nirgendwo ist die Sehnsucht nach Licht, grösser als im Erzgebirge. Was dem Indianer das heilige Lagerfeuer mit Friedenspfeifen, das ist im Erzgebirge der Christbaum mit seinen Lichtern und den Räuchermännleins. So mancher Bergmann sah monatelang zur Winterzeit nicht das Tageslicht. Unterm Licherbaum wurden viele Geschichten erzählt, aber auch gesungen. So macher ärmlich Lebender, fühlte sich hier glücklicher, als die mit Luxusgütern gesättigten Wohlhabenden. Auch in vielen Dörfen in Thüringen haben sich noch so manche Sitten und Bräuche erhalten. Am Weihnachtsmorgen in aller Frühe strömen in Leutra nicht nur die Gläubigen in die Kirche, wenn der „Orchideenpfarrer“ Krautwurst predigt. Jeder Besucher hatte vor sich eine Kerze enzündet. Unzählige Lichter erstrahlten da im dunklen Gewölbe der Wehrkirche. Auch für die Thüringer sollte dieses sinnvolle Buch Anregung sein. Zur DDR-Zeit waren Schwibbögen an den Fenster z. B. in Jena begehrt, aber auch beflügelte Weihnachtspyramiden und Nussknacker. Darüber gibt es so einiges zu erfahren.

Vom Schnitzer zum Schriftsteller

Das Elternhaus von Karl Sewart, wurde im letztem Kriegjahr ausgebombt und alle die Jahrhunderten alten wertvollen Familienschnitzerein, viele Grippenfiguren samt Hausrat vernichtet. So begann Karl als kleiner Junge, als Schnitzer mit einem einfachen Messer. Er eignete sich mühevoll die Schnitzkunst an. So bewältigte er die grosse Traurigkeit, über die über alles viel geliebten, verlorenen Figuren und verdiente sogar sein Taschengeld und mehr mit seinen Figuren. Er kaufte sich dafür preiswerte Taschenbücher. Diese wieder regten ihn an, anstelle zum Messer, zur Feder zu greifen und Schriftsteller zu werden. Zuvor wurde er Lehrer und erweckte in seinen Deutschstunden in so manchem Schüler die Liebe zur Literatur. „Als Lehrer muss man auch Schüler und umgekehrt, als Schüler auch Lehrer sein.“ Das war einer von seinen vielen Leitsätzen. Am Literaturinstitut Johannes .R.Becher, eine Dichterhochschule, in Leipzig, war er auch ein sehr beliebter Seminarsekretär. Dort machte er sich auch unbeliebt und verbrannte sich die Zunge an so manchem ideologisch heissem Eisen. Auch in meiner schlimmen Angelegenheit, konnte er die Institutsleitung überzeugen, dass der als Klassenfeind abgestenpelte Köditz, als literarisches Talent wertvoll ist und weiter studieren sollte. So kam ich mit einem blauen Auge, einen strengen Verweis davon.

 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

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