Computerprogramme, die Schrifstellern helfen können




Platz #226 in Ratgeber, Anleitung & Ausbildung, #5454 insgesamt
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Freeware, die die Arbeit als Autor erleichtern soll

Computer an sich sind für den angehenden Schriftsteller schon eine Arbeitserleichterung, weil Änderungen schnell und einfach am Text vorgenommen werden können. Hier sollen zwei Freeware Programme vorgestellt werden, die noch mehr können als eine Textverarbeitung.

Es gibt Autoren, die machen aus dem Bauch heraus alles richtig. Sie schaffen einen Spannungsbogen und haben mit einem phänomenalen Gedächtnis die Einzelheiten ihrer Figuren im Griff. Die meisten müssen aber planen und bedienen sich dabei verschiedener Hilfmittel. Die meisten liegen wohl irgendwo dazwischen. Denn die genaue Planung kann, wenn man meint sich genau daran halten zu müssen (wozu einen keiner zwingt) auch die eigene Kreativität einengen.

Gefahren von Programmen für Autoren

Wie bei vielen technischen Spielereien, kann es bei den Programmen für Autoren, geschehen, dass sich der Autor oder die Autorin viel mit dem Programm und seiner Bedienung beschäftigen. Man freut sich über die Möglichkeiten der graphischen Darstellung, probiert aus usw. und vergisst darüber das eigentliche Schreiben.

Hier sollen einmal zwei Programme näher vorgestellt werden, die den großen Vorteil haben, dass sie Freeware sind. Die Funktionsweise ist bei beiden ähnlich. Sie orientiert sich an dem, was in den meisten Schreibkursen gelehrt wird, das bedeutet, dass man sich über die Figuren, die Schauplätze und Funktion der einzelnen Szenen im klaren sein bzw. werden muss. Das kann man zu einem großen Teil auch ohne diese speziellen Schreibprogrammen machen, in dem man, zum Beispiel, für jede Figur eine eigene Datei anlegt, in der die Eigenarten, die Entwicklung und die Biografie der Figur niedergeschrieben sind. Den schnellen Zugriff auf diese Informationen bieten nun die beschriebenen Programme einfacher. Außerdem lassen sich einzelne Szenen im Aufbau verschieben und neu anordnen.

yWriter

Das Freeware-Programm yWriter gibt dem Autor die nötigen Hilfsmittel für das Verfassen eines Romans an die Hand. Das Programm stellt keine großen Anfordungen an das Computersystem. Es läuft auf Betriebssystemen ab Win95 und unter Nutzung von Wine auch unter Linux.

Bedienung

Die Bedienung des Programms ist denkbar einfach. Man erstellt ein Projekt und gibt ihm dabei einen Namen. Für die genauere Planung kann eine Zielwortzahl (das ist vor allem sinnvoll, wenn man Auftragsarbeiten zu erledigen hat) eingegeben werden und ein Abgabezeitpunkt. Nach wie vor, wird zwar häufig noch in Normseiten oder Manuskriptseiten gerechnet, aber immer häufiger eben in Wortzahl oder Zeichenzahl. ywriter errechnet aktuell zur momentanen Textmenge die täglich bis zum Abgabetermin zu erbringende Wortzahl.

Figurenerfassung

Dann geht es daran, die Figuren des Romans zu erfassen. Dabei wird der Autor durch das Eingabefenster praktisch an die Hand genommen, sich über die Biographie, Aussehen und Ziele der einzelnen Figuren Gedanken zu machen. Es ist nicht erforderlich, von Anfang an alle Figuren zu erfassen. Das Menu kann immer wieder aufgerufen, ergänzt und geändert werden.

Kapitel und Szenen

Als nächstes kann man einzelne Kapitel erstellen und mit Überschriften und Kurzinhalt versehen. Dieser Kurzinhalt muss dann in der späteren Ausarbeitung "nur" noch mit Leben erfüllt werden. Die Kapitel lassen sich dann in einzelne Szenen einteilen. Wichtig ist dabei, dass jeder Szene ebenfalls eine Überschrift und ein Perspektivträger zugeordnet wird. Das macht sensibel für die bei Lektoren nicht gern gesehenen Perspektivwechsel, die man eher vermeiden sollte. Für jede einzelne Szene wird nach dem Konflikt gefragt, wie die Anteile an Humor, Spannung etc. in der Szene sind. Damit schreibt sich der Roman natürlich nicht von selbst, zwingt aber in gewisser Weise, sich über das Vorgehen und die Funktion jeder einzelnen Szene im Klaren zu sein.

Graphische Darstellung

Die Szenen lassen sich in Art eines Ablaufdiagramms graphisch darstellen und die einzelnen Karteikärtchen auf dem Bildschirm verschieben. Dieses Verschieben auf dem Bildschirm verschiebt dann auch die einzelnen Szenen im normalen Menü.

Export und Übersichtsfunktion

Wurden die einzelnen Szenen mit Leben erfüllt, kann man den Gesamttext, einzelne Kapitel oder auch als eine Art Übersichtsfunktion die Szenen und Kapitelüberschriften im txt-Format exportieren und dieses dann in einer der üblichen Textverarbeitungen importieren und Überarbeiten.

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Storybook

Storybook ist Open-Source Freeware. Das Programm ist in seiner Darstellung moderner, wenn auch der Grundaufbau ähnlich ist, wie bei ywriter. Die Systemanforderungen (Java 6) sind allerdings auch deutlich anspruchsvoller. Das Programmpaket ist auch viel größer. Soweit man einen älteren Rechner benutzt, ist dann vielleicht ywriter die erste Wahl.

Papyrus

Von Software die man kaufen muss, sei hier vor allem das Programm Papyrus erwähnt. Das Programm enthält eine vollwertige Textverarbeitung und auch eine Duden Rechtschreibkorrektur.

Fazit

Natürlich schreibt sich wie gesagt mit einer Software ein Roman nicht von alleine. yWriter ist aber ein Hilfsmittel, das dem Autor hilft, den Überblick zu behalten. Der einfache Zugriff auf die Figuren mit ihrer Charakterisierung erlaubt es, Fehler in der Beschreibung einer Figur zu vermeiden. Die Übersichtsfunktion kann schon früh helfen, nämlich im Planungsstadium Unklarheiten im Plot zu entdecken. Wer sich einmal in yWriter oder Storybook eingearbeitet hat, wird die Nutzung dieses Programmes sicher als eine Erleichterung in der schriftstellerischen Arbeit empfinden.