Das iPhone – ein Handy-Allrounder für Jedermann




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 Das iPhone – ein Handy-Allrounder für Jedermann

Im Grunde bräuchte man zum iPhone kaum etwas zu sagen. Schließlich hat diese Serie von Geräten einen Hype verursacht, den der Technikmarkt im letzten Jahrzehnt so nicht gesehen hatte. Nach der Markteinführung Mitte 2007 war das neue Touchscreen-Handy in aller Munde und viele staunten über den großen Ansturm auf Apple-Shops, den dieses kleine „Spielzeug“ verursachte. Unberechtigt war die verbreitete Skepsis nicht. Abgesehen von einer handvoll Funktionen, die sich das Internet zu nutze machten, konnte das iPhone wenig mehr als die wesentlich billigeren „Dumbphones“. Und auch heute, drei Jahre und zwei Gerätegenerationen später, haftet dem Hosentaschen-Apple der Ruf eines nutzlosen Accessoires an – zu Unrecht.

Die Wende – Einführung des App Stores

Die große Aufwertung des iPhones kam mit der Eröffnung des App Stores, einer neuen Rubrik in Apples iTunes, über die nun Programme von Drittanbietern vertrieben werden konnten. Damit konnte die Funktionspalette ständig erweitert werden und das iPhone sich die ersten Sporen als echtes Smartphone verdienen. Zwar war der Nutzwert der ersten Apps (wie sich die Programme für das Gerät nennen) eher niedrig, dennoch zeigten hohe Downloadzahlen, dass sich die Kunden durchaus für diese neue Möglichkeiten ihr Telefon zu nutzen, interessierten. Innerhalb der ersten zwei Monate stieg die Zahl der erhältlichen Programme von 500 auf ca. 3000 an, die insgesamt etwa 100.000 mal heruntergeladen wurden.

Erfolgsgeschichten, wie die von Ethan Nicholas, der mit seinem in 6 Wochen programmierten Spiel iShoot innerhalb weniger Monate fast eine Million Dollar verdiente, lockten immer neue kreative Köpfe an. So konnte das Potential des Apple-Handys für verschiedenste Bereiche nutzbar gemacht werden.

Das iPhone als Spielkonsole

Denkt man ans Spielen, werden die wenigsten zu ihrem Handy in der Hosentasche greifen. Dabei gibt es Handyspiele schon seit der Jahrtausendwende, allerdings in einer Qualität, die die Masse der Spieler nicht überzeugen konnte. Pixelige 2D-Grafiken und eine, der Tastatur der Mobiltelefone geschuldete, schwierige Steuerung ließen Handyspiele nie zum Massenphänomen werden. Warum sollte sich das ausgerechnet mit einem tastenlosen Gerät ändern?
Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, was für ein Glücksgriff die von Apple verwendete Multi-Touch-Funktion war. Da diese die Bedienung mit mehreren Fingern gleichzeitig möglich machte, konnten Entwickler zu den Spielen passende On-Screen-Buttons programmieren. So gibt es heute Spiele, die über zwei virtuelle Sticks, eine konsolenartige Kombination von Stick und Buttons oder einfach durch Tippen und Wischen gesteuert werden.
Von der auch ansonsten starken Hardware konnte die Grafik der Spiele profitieren. Die Qualität der 3D-Grafik lässt einen Vergleich mit der Playstation One fair erscheinen.
Wer ein iPhone (oder einen iPod Touch) sein Eigen nennt und bisher nie damit gespielt hat, sollte das unbedingt nachholen. Ihm entgeht Einiges. Es gibt unterhaltsame und günstige Spiele in nahezu allen üblichen Genres. Hier eine kleine Auswahl äußerst unterhaltsamer Vertreter:

Angry Birds (Physik-Spiel)
N.O.V.A. (First-Person-Shooter mit Kampagne und Online-Modus)
Warfare Incorporated (Echtzeitstrategie im Stil von Command & Conquer)
The Quest (klassisches First-Person-Rollenspiel)
Dungeon Hunter (Diablo-Klon in 3D)
Real Racing (Rennsimulation)

Übrigens kostet keines dieser Spiele mehr als 4 Euro.

Das iPhone - Das Büro in der Hosentasche

Das iPhone ausschließlich als Spielekonsole zu nutzen, ist zwar möglich, wird dem Gerät aber nicht gerecht. Denn auch als Arbeitstier zeigt sich das Smartphone von seiner besten Seite. Neben den mitgelieferten Funktionen, wie der automatischen Benachrichtigung bei neuen E-Mails, dem Aktien-App und dem Kalender, hat sich im App Store eine ganze Reihe von Programmen etabliert, die für die Arbeit unterwegs nützlich sein können. Da das iPhone von Haus aus als Internetgerät konzipiert wurde, braucht man über die Möglichkeiten der Recherche und Kommunikation nicht viel sagen. Mit Ausnahme von Flashinhalten auf Webseiten kann das iPhone alles verarbeiten, was derzeit im Netz üblich ist.

Interessanter ist deshalb sicherlich die Nutzung von Office-Anwendungen, wie man sie von anderen Smartphones gewohnt ist. Im App Store gibt es mittlerweile eine handvoll günstige Programme, die das Bearbeiten von Office-Dokumenten auch unterwegs möglich machen. Die bisher beste Wahl stellt dabei „Documents to Go“ dar. In der günstigsten Variante schon für 7,99 Euro erhältlich, kann es Textdateien, Excel-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen öffnen, erstellen und bearbeiten. Der Funktionsumfang kann sich zwar mit der PC-Version nicht messen, bietet aber die wichtigsten Tools. Einmal fertig, lassen sich die Dokumente z.B. als E-Mail-Anhang verschicken.

Das iPhone - Multimedia in 320x480

Wer arbeitet, möchte hin und wieder abschalten und sich unterhalten lassen. Auch hier kann das iPhone gute Dienste leisten. Mit dem eingebauten iPod lassen sich auf dem Gerät gespeicherte Musik und Filme abspielen. Dank einer mobilen Version von iTunes können diese auch direkt über das Gerät gekauft und heruntergeladen werden. Kostenlose Unterhaltung bietet das Youtube-App, mit dem Videos aus dem bekannten Videoportal angesehen werden können. Da Apple eine mobile Version von Flash auf dem iPhone nicht zugelassen und damit anfangs andere Videoportal ausgeschlossen hat, haben diese reagiert und ihre Seite iPhone-tauglich gemacht. Über den Browser Safari können so auch diese genutzt werden.

Das iPhone- Jede Medaille hat zwei Seiten – die Nachteile

Ist man mit den mitgelieferten und käuflichen Funktionen des iPhone zufrieden, gibt es nur einen echten Nachteil – der schwache Akku. Nutzt man das Gerät exzessiv, muss man sich nach 4-6 Stunden eine Steckdose suchen. Echte Energiefresser sind rechenaufwendige Spiele und Videodownloads aus dem Internet. Wer nur Musik hört, kann das Gerät tagelang nutzen, ohne es laden zu müssen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass auch ein iPhone trotz sehr guter Verarbeitung vor Gebrauchsspuren nicht sicher ist. Dabei ist die Schwachstelle nicht das kratzfeste Display, sondern die Rückseite. Beim iPhone erster Generation, welches aus Metall ist, hat Apple sich bei den Nachfolgern 3G und 3GS für eine Kunststoffschale entschieden, um die Empfangsleistung zu steigern. Fallen diese Geräte auf den Boden, kann die Hülle reißen oder brechen. Gleichzeitig wird das Display vor Kratzern bewahrt. Bei einem Gerätepreis von über 500 Euro sollte man sich diese 7 Euro nicht sparen.
Eine weitere Schwäche des iPhones ist die Kamera. Legt man Wert auf gute Bilder, ist man hier an der falschen Adresse. Auf Videos müssen Besitzer der beiden ersten Generationen ganz verzichten.

Im Grunde kann man das iPhone dank dem App Store nahezu jedem empfehlen, der ein Gerät mit vielen Funktionen bevorzugt, unterwegs arbeiten, spielen und Zugriff auf das Internet haben will. Im Moment sollte man jedoch mit dem Kauf eines neuen Gerätes warten. Apple stellt Anfang Juni die vierte Generation seines Verkaufsschlagers vor, was sich positiv auf die Preise für die älteren Geräte auswirken wird.