Der Keuschheitsgürtel liegt wieder voll im Trend




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Der Keuschheitsgürtel liegt wieder voll im Trend
Die Geschichte des Keuschheitsgürtels ...

Ich fühle mich in meinem Beruf als Texter wirklich gesegnet. Ich setze mich berufsbedingt mit Themen auseinander, denen ich sonst in keinerlei Hinsicht Beachtung schenken würde. Und das wäre wirklich schade. So bekomme ich ständig neues „Hirnfutter“, muss mich mit Themen befassen, die auch mal ungemütlich sein können, und erweitere mit jeder neuen Thematik mein Weltbild. Mein derzeit neues „Fachgebiet“: Keuschheitsgürtel.
Ich hielt bislang diese doch sehr archaischen Kleidungsstücke als Relikte aus längst vergangenen Epochen. Ich musste mich schon nach ein wenig Recherche eines Besseren belehren lassen. Die modernen Vertreter der Keuschheitsgürtel finden hauptsächlich in der BDSM-Szene reißenden Absatz. Ich möchte dennoch die Betonung auf das Wörtchen „hauptsächlich“ legen – Keuschheitsgürtel sind auch in ganz normalen Haushalten zu finden. Als Treuebeweis, als Spielzeug, als Sammlerstück ...
 

Der Keuschheitsgürtel in seinen jüngsten Jahren

Die erste Frau, die in den fragwürdigen Genuss eines Keuschheitsgürtels gekommen sein soll, lebte um 1400. Wo? In Italien! Und zwar in Papua, eine der ältesten Städte des Lands. Fraglich ist allerdings, ob die Erstauflage des Keuschheitsgürtels tatsächlich als solcher gedacht war oder eher als urtümliches Sexspielzeug. Dass das gusseiserne Kleidungsstück als Folter- und Strafwerkzeug konzipiert wurde, ist eine weitere denkbare Option.
Dass in 1500 der Keuschheitsgürtel en masse geschmiedet wurde, ist nicht fundiert hinterlegt. Es ist eher sehr fragwürdig, dass die holden Burgdamen über Jahre hinweg die recht unbequeme Unterwäsche trug. Bedenk man die katastrophalen Hygieneverhältnisse, die zu dieser Zeit in Europa herrschten, wäre das jahrelange Tragen eines Keuschheitsgürtel mit einem sehr grausamen Todesurteil vergleichbar. Auf Wikipedia gibt es rund um diese dunkle Zeit der Kreuzzüge, der Pest und natürlich auch zu Keuschheitsgürteln allerlei Informationen.
 

Die „Blütezeit“ der Keuschheitsgürtel – das 19. Jahrhundert

Die meisten Keuschheitsgürtel, welche sich in Museen auf der ganz Welt bestaunen lassen können, wurden tatsächlich im 19. Jahrhundert gefertigt. Die meisten Exemplare dieser Ära wurden aus Leder und Eisen hergestellt. Die Keuschheitsgürtel wurden dennoch kaum als „Treuegarantie“ verwendet, sondern primär, um der unzüchtigen Jugend die Selbstbefriedigung zu vereiteln. Masturbieren galt als krankhaft und gotteslästerlich. Weiterhin wurden Dienstmädchen mit Keuschheitsgürteln ausgestattet, um diese vor sexuellen Übergriffen zu schützen.
 

Der Keuschheitsgürtel heute

Mich persönlich hat es ein wenig verwundert, dass sich Keuschheitsgürtel einer solchen Beliebtheit erfreuen. Die neuen Vertreter der Keuschheitsgürtel gibt es für Sie und Ihn – in zig Variationen. Wie beschrieben, sind es meist Liebhaber des BDSM-Bereiches, die moderne Keuschheitsgürtel kaufen. Doch auch immer mehr gewöhnliche Paare zählen zu den Kunden. Mehr über das Anlegen, tragen und Funktion dieser Utensilien auf keuschheitsguertel.org – hier bekommt man sehr gute Einblicke in die Welt der Keuschheitsgürtel. Ich für meinen Teil freue mich schon auf das nächste Thema. Mal sehn, wohin die literarische Reise diesmal geht ...
 




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