Der Sturm kommt – und die Börsen stehen still




Platz #518 in Finanzen & Versicherungen, #12561 insgesamt
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Wenn man an die Begriffe Börse und Aktienhandel denkt, denken die meisten Menschen an nichts Gutes. Beinahe alles was sich in diesem Bereich abspielt wird mit Spekulanten, Misserfolgen und gierigen Bankern verbunden. Dabei bietet der Aktienhandel viel mehr als das. Das Grundlegende Problem ist die Aufklärung der Masse über die Funktionsweise von Börsen, Aktienhandel und den damit verbundenen Konsequenzen und Chancen. Es gibt unzählige Menschen die durch den Handel an der Börse ihren Lebensunterhalt verdienen. Dabei beginnt es bei dem nebensächlichen Handel, der einen kleinen Ertrag zum monatlichen Einkommen beiträgt bis hin zu denjenigen Händlern die durch den Aktienhandel Millionen verdient haben. Doch es gibt nicht nur Gewinner. Eine Grundregel die man sich erst einmal verinnerlichen muss ist folgendes: Jeder Euro den man an der Börse gewinnt hat jemand anders verloren. Dementsprechend gibt es für jeden Gewinner an der Börse auch einen dazugehörigen Verlierer. Doch wie in so vielen Dingen geht es meist darum für sich selbst das Beste herauszuholen. Dementsprechend kann es sinnvoll sein sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Grundlagen des Aktienhandels

Wenn man sich für das Thema der Börse interessiert sollte man zu Beginn sich über die Funktionsweise informieren. Für viele ist es nichts anderes als eine Art Horoskope zu lesen. An der Börse gibt es unzählige Möglichkeiten Fehler zu machen. Erfahrene Händler sehen diese Fehler relativ schnell und nutzen ihre Chance um Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aus diesem Grund ist eine es unverzichtbar sich erst einmal über die Grundfunktion der Börse aufzuklären. Fangen wir mit dem Prinzip der Börse an. Man kann sich die Börse vereinfacht gesagt als einen riesigen Markt vorstellen. Anstatt beispielsweise Obst und Gemüse zu kaufen handelt man an den Börsen mit Aktien, Devisen, Derivaten und anderen Finanzprodukten. Wie auf einem klassischen Wochenmarkt gibt es an der Börse Käufer und Verkäufer. Ein Markt ist nur funktionsfähig wenn sich die Käufer und Verkäufer auf einen Preis einigen können. Wenn die Nachfrage nach einem Produkt gering ist sinkt das Interesse und der Kaufpreis sinkt. Genau so funktioniert es auch in die entgegengesetzte Richtung. Letztendlich geht es also beim Handel an den Börsen darum zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen bzw. zu verkaufen. Das Ziel ist es also sich ein Bild über die aktuelle Situation zu machen und sich aufgrund aller für einen vorhandenen Informationen das bestmögliche Urteil zu bilden. Wenn man der Meinung ist, dass eine Aktie aufgrund von guten Quartalszahlen in den nächsten Wochen steigen wird kann man diese Aktie vorher kaufen und kann so, sofern man mit seiner Meinung Recht hat, von den steigenden Kursen profitieren. Dies ist die einfachste Möglichkeit um an der Börse zu handeln. Das Ganze funktioniert auch für die Meinung, dass Kurse fallen werden. Um das Ganze an einem Beispiel festzumachen: Gehen wir davon aus, dass man in den letzten Wochen und Monaten den Verlauf des Facebook Börsenganges mitbekommen hat. Im Laufe der Zeit hat man sich eine Meinung gebildet. Geht man davon aus, dass man denkt dass der faire Wert aktuell bei ungefähr 20 Dollar liegt. Da der Kurs sich am Freitagabend im Bereich von 22 Dollar lag hat man also die Meinung, dass Facebook pro Aktie um die 2 Dollar pro Stück überbewertet sind. Man kann diese Meinung in unterschiedlichen Methoden ausdrücken. Mit Hilfe der entsprechenden Finanzprodukte kann man auch auf fallende Kurse setzen. Durch diese Möglichkeit kann der Privatanleger auch seine Meinung bezüglich überbewerteter Unternehmen darstellen.

Optionen und Zertifikate

Neben dem klassischen Handel mit Aktien gibt es noch weitere Möglichkeiten um an der Börse zu handeln. Dabei geht es um sogenannte Derivate. Mit Hilfe von Derivaten kann man an der Wertentwicklung von einer Vielzahl von Basiswerten partizipieren. Dabei kann man sowohl von fallenden als auch steigenden Preisen profitieren. Üblicherweise bieten Derivate eine Vielzahl von Möglichkeiten die das klassische Investment in Aktien oder Anleihen nicht bietet. Meistens kann man überproportional von der Basiswertentwicklung profitieren. Grundsätzlich kann man die beliebtesten Derivate in drei Kategorien einteilen: Optionen, Zertifikate und Futures. Optionen bieten dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder verkaufen. Die Möglichkeit mit einer Option an steigenden Kursen zu profitieren nennt sich Call Option. Wenn man auf fallende Kurse mit Optionen spekulieren möchte nutzt man eine sogenannte Put Option. Man kann sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren. Zertifikate bestehen meist aus einer Kombination von Optionen und bieten dementsprechend mehr Funktionen. Diese Funktionen haben jedoch auch ihren Preis. Es gibt Zertifikate die das Risiko reduzieren oder erhöhen. Man sollte sich immer vor Beginn eines Investment mit der Funktionsweise der jeweiligen Finanzprodukte informieren. Wenn man sich beispielsweise ein Zertifikat kauft, welches die BMW Aktie als Basiswert und einen festen Hebel von 10 hat kann man sehr schnell viel Geld verdienen. Wenn sich die BMW Aktie um ein Prozent nach oben bewegt gewinnt das Zertifikat um 10 Prozent an Wert. Es wird offensichtlich, dass die Möglichkeiten mit einem Zertifikat ausgeprägt sind. Gleichzeitig erhöhen sich aber auch die Risiken die durch ein Zertifikat gegeben sind. Bei einem Zertifikat handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung. Das bedeutet, dass wenn die Bank die das Zertifikat emittiert hat pleitegeht gibt es keine Garantie für eine Rückzahlung. Selbst wenn das Zertifikat eine Wertsteigerung von 3000% erhalten hat ist durch den Bankrott der Bank die Rückzahlung ausgeschlossen. Dieses Risiko nennt sich Emittenten Risiko. Zertifikate und Optionen haben ein weiteres Risiko. Mit einem Zertifikat hat man die Möglichkeit überproportional an der Wertentwicklung eines Basiswertes zu profitieren. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass wenn der Kurs des Basiswertes am letzten Tag unter dem sogenannten Strike liegt das Zertifikat absolut an Wert verliert. Somit kann der Anleger einen Totalverlust erleiden. Diese Risiken sind erheblich größer als bei klassischen Aktieninvestments. Dementsprechend sollten Investoren sich über diese Risiken.

Es wird schnell offensichtlich wie viele Aspekte man beachten muss. Dieser Artikel ist keineswegs ausreichend um einen ausreichend über alle Möglichkeiten und Risiken zu informieren. Es gibt wohl kein Bereich in der Welt der so hart umkämpft und unbarmherzig ist wie der Finanzmarkt. Wenn man jedoch richtig lernt und konsequent dazu lernt kann man im Laufe der Zeit sich ein kleines Vermögen aufbauen. Letztendlich wird noch erwähnt, dass jegliche Beispiele keine Handlungsempfehlung darstellen sondern nur zum Beispiel dienen.