Deutschland sucht den Sündenbock
Was bringt ein Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters
Nach der Loveparade Tragödie und der Trauerfeier, geht die Suche nach Schuldigen weiter. Der Duisburger Oberbürgermeister Sauerland bietet sich dafür an. Er wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich sympathisch und gab bei den Pressekonferenzen kein gutes Bild ab. Hinzu kommt noch, dass er mit einem Vornamen gestraft wurde, den keine vernünftigen Eltern nach dem Krieg hätten vergeben dürfen.
Viele haben die Loveparade in Duisburg gewollt und sicher war Adolf Sauerland nicht der einzige, der das Großereignis als Gewinn für seine Stadt angesehen hat. Wenn man ihn sich anschaut, kann man sogar eher vermuten, dass er tanzende Raver lieber von weiter Ferne betrachtet als durch seine Stadt hüpfen sieht.
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Rücktritteritis
Wir hatten in diesem Jahr schon viele Rücktritte, die meistens für die Bürger aus wenig nachvollziehbaren Gründen geschahen. Allen gemeinsam war, dass die Zurücktretenden sehr weich gefallen sind.
Bei denjenigen, die nun den Rücktritt fordern, spielen viele Eigeninteressen eine Rolle. Die SPD Ministerpräsidentin Kraft sieht die Chance den CDU Mann durch einen SPD Mensch zu ersetzen. Andere wissen, dass so lange man sich über den Nicht -Rücktritt des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland aufregt, die Verantwortung der anderen an dem Unglück, die vielleicht größer ist als die des Oberbürgermeisters als Behördenleiter, zunächst in den Hintergrund und dann sogar ganz in Vergessenheit gerät.
Es gab wohl andere, allen voran den Veranstaltern, die ein deutliche höheres auch finanzielles Interesse daran hatten, dass die Loveparade 2010 in Duisburg stattfindet. Mahner, etwa der ehemalige Polizeipräsident (lt. Medienberichten) sollten auf politischer Schiene "herausgemobbt" werden.
Sicher hat der Duisburger OB eine politische Mitverantwortung an dem Desaster. Ihn aber als den Hauptschuldigen darzustellen, der nun als einziger sofort personelle Konsequenzen ziehen soll, lenkt von der Aufklärung der Fehler ab und wird vielleicht auch aus diesem Grunde gerade so sehr in den Medien gefordert.
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