Die Naturschandtaten




Platz #41 in Umwelt & Natur, #1567 insgesamt
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Die Naturschandtaten

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Aus meinem verbotenen Orchideefanromankapitel :

“ DER SÜNDENFALL IM  ORCHIDEENPARADIES“

I.Teil: Mein Orchideenstreit mit dem Direktor
II.Teil: Unser Orchideenreise mit Hindernissen.
III. Teil: Endlich im Orchideenpardies
IV.Teil:  Ich machte mich zum Affen im Orchideenparadies
V. Teil: Die schneeweisse Orchideenrarität
VI. Teil: Ringsum ein herrliches Orchideenparadies
VII. Teil: Der Sündenfall im Orchideenparadies
VIII. Teil:  Die Natur-Schande
 

Der Wirt berichtete weiter:" Der Rübenfurz hatte nicht alle Tassen im Schrank, auf diesen Wiesen musste ja noch Rinderoffenställe angelegt werden, wo die Kühe selbst im Winter im Freien lebten. Das Gelände konnte man nur mit Stiefeln betreten. Das sah aus wie eine Mondkraterlandschaft, in tiefen Furchen stand das Wasser, gefror zu Eis, taute wieder auf. Da wuchs kein Grashalm mehr, geschweige eine Orchideen. Kein Wunder, dass die Kühe keine Milch mehr gaben. Danach wurde eine riesige Schweinemastanlage darauf errichtet. Der Regen spülte die Gülle in den Bach, der durch unser Dorf fließt und von dort in den Fluss. Der Wind trieb den Gestank ins Dorf. Je größer die Naturschande, desto größer die staatlichen Auszeichnungen. Rübenfurz bekam sogar den Vaterländischen Verdienstorden in Gold.
"Warum habt ihr denn nichts dagegen unternommen?" unterbrach Dreibrot den Redefluss.
"Ihr wisst wohl nicht, wo ihr lebt?" erzählte der Wirt weiter: "Alle Zeitungen lobten unsere LPG übern grünen Klee. Natürlich predigte der Pfarrer empört über die Sünden im Orchideenparadies. Erst als der Tierarzt die hygienischen Zustände anprangerte, kam auch die Orchideenausrottung ans Licht der Öffentlichkeit. Es gab sogar eine Gerichtsverhandlung. Es drohte eine hohe Geldstrafe. Aber die Produktion von Nahrungsmittel von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften standen an erster Stelle. Zwar ist der Naturschutz wichtig, aber jedes Blümlein unter Schutz zu stellen, das ist Luxus, hieß es.
Dann gab es auch mal so ein Wettbewerb, das beste sozialistische Dorf oder so ähnlich, da hörten wir nichts mehr davon. Ausgerechnet Rübenfurz, der größte Skatbruder hier, hängte diese Skatkarten dort, mit denen mein Vater ein Altenburger Skatturnier gewann ab. Da musste das Bild von unserem Staatsratsvorsitzen ,der* Spitzbart* hin.
Ich wechselte den Spitzbart aus, ebenso wiederum der Rübenfurz das Skatspiel. So ging das hin und her. Das ganze Dorf lachte darüber.
Auch der ROTE OCHSE sollte unbenannt werden, weil unseren Dorf unwürdig wäre. Der Name stammte aus Großvaters Zeiten, als hier ein Ochsenstall war und der Regen einen Ochsen mit rotem Sand besudelte. Weit und breit ist dieser Name bekannt. Am liebsten wollte mich Rübenfurz enteignen und meine Kneipe volkseigen machen!"
Der Wirt fühlte sich mächtig erleichtert, sich mal diese Last von der Seele geredet zu haben. Als wir bezahlten, vergewisserte er sich: "Aber zu keinem hier aus dem Dorf ein Sterbenswörtchen darüber. Kommt bald wieder. Gute Heimreise!"
Als wir zu Fridolin zurückwanderten, schien wieder die Sonne. Ohne dem Regen hätten wir vom Sündenfall im Orchideenparadies nie etwas erfahren.
 




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