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Mit mehr als 14 Millionen Sparern gehört die Riester-Rente zu der beliebtesten Form der privaten Altersvorsorge. Allerdings hat sie auch viele Kritiker.

Die Riester Rente, eine private Altersvorsorge nur für Besserverdienende?

Die Angst vor der Altersarmut ist groß in Deutschland. Es scheint, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht, um auch im Alter den gewohnten Lebensstil beibehalten zu können. Viele denken außerdem über eine zusätzliche private Altersvorsorge nach, um sich im Alter einfach mehr leisten zu können. Zudem zahlen besonders Akademiker heute durch den späteren Eintritt ins Berufsleben nicht mehr lange genug in die gesetzliche Rentenkasse ein. Die Riester-Rente ist die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge, vor allem deswegen, weil sie vom Staat bezuschusst wird. Tatsächlich sind die Zuschüsse durch den Staat gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt, man entscheidet sich für das richtige Riester Rentenprodukt, ist die Riester-Rente normalerweise eine sinnvolle Möglichkeit, etwas für das Alter anzusparen. Dies wird von Kritikern auch gar nicht bemängelt. Kritikwürdig ist jedoch die Tatsache, dass sich die Riester-Rente als Altersvorsorge nicht für jeden eignet und Geringverdiener sogar um ihr mühsam angespartes Geld bringen kann.

Die Riester Rente, eine private Altersvorsorge nur für Besserverdienende?
Die Riester Rente, eine private Altersvorsorge nur für Besserverdienende?

Für wen ist die Riester-Rente nicht geeignet?

Eine Personengruppe scheidet bei der privaten Altersvorsorge durch die Riester-Rente schon einmal grundsätzlich aus; dies sind Selbstständige und Freiberufler. Für Selbstständige und Freiberufler wurde zwar die Rürup Rente geschaffen, diese wird jedoch nicht direkt vom Staat bezuschusst. Eine große Gruppe jedoch macht mit der Riester-Rente tatsächlich ein Verlustgeschäft, die Rede ist von einkommensschwachen Sparern. Die Riester-Rente wird nämlich im Alter auf die Grundsicherung angerechnet. Wer also so wenig verdient, dass seine Rente im Alter ohnehin unter der Grundsicherung liegt, wird von der Riester-Rente entsprechend wenig haben. Hinzu kommt das die Rentenentwicklung in Deutschland keine positiven Aussichten zulässt. Aufgrund der demographischen Entwicklung und vieler weiterer Faktoren hat die Deutsche Rentenversicherung berechnet, dass selbst Durchschnittsverdiener im Jahre 2030 voraussichtlich nicht viel mehr als die Grundsicherung erhalten werden. Die Tatsache, dass die Riester-Rente im Alter auf die Grundsicherung angerechnet wie hat in den letzten Jahren zu heftigen Diskussionen über den Sinn und Zweck der privaten Altersvorsorge mit der Riester-Rente geführt. Bis heute (Juli 2011) hat sich die gesetzliche Lage nicht geändert, so dass die Kritik nach wie vor berechtigt ist. Zudem muss auch gesagt werden, dass die im Alter ausgezahlte, monatliche Rente nur dann einen nennenswerten Betrag ausmacht, wenn auch zuvor entsprechend viel eingezahlt worden ist. Wer einen Riester Rentenvertrag abschließt und monatlich nur wenige Euros in seine private Altersvorsorge einzahlt, erntet auch im Alter nur wenig.


Somit profitieren von der Riester-Rente vor allem Personen mit mittleren und höheren Einkommen. Der Staat unterstützt also mit der Riester-Rente eben nicht die Menschen, die dringend eine zusätzliche private Altersvorsorge benötigen. Es sind die Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger, die aller Wahrscheinlichkeit nach von Altersarmut betroffen sein werden. Diese aber werden bei Abschluss eines Riester Rentenvertrages mitunter sogar um ihr mühsam gespartes Geld betrogen.