Die Templiner Jahreskurkarte - für 44 Euro ein Jahr lang Bus fahren




Platz #34 in Gesellschaft, #885 insgesamt
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So gut wie alle Orte, welchjene Kurtaxe erheben, befreien ihre Einwohner von der Pflicht zum Erwerb einer Kurkarte. Sie bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern jedoch die Möglichkeit an, auf freiwilliger Basis eine vergünstigte Einwohnerkurkarte zu erwerben, welchjene ihnen die Nutzung der mit dem Bezahlen der Kurtaxe verbundenen Vergünstigungen ermöglicht. Eine solche Regelung gilt auch für Templin.

Wer erhält die Einwohnerkurkarte?
Abweichend zu den meisten Kurtaxe erhebenden Orten ist in Templin für den Erwerb der Jahreskurkarte kein Nachweis der Einwohnereigenschaft erforderlich. Stattdessen haben Besitzer eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung in Templin ausdrücklich die Möglichkeit, ebenfalls eine Jahreskurkarte zu erwerben. Diese ist sinnvoll, wenn sie ihre Ferienimmobilie regelmäßig selbst nutzen. Im Gegensatz zu Einwohnern müssen Ferienhausbesitzer, falls sie keine Jahreskurkarte erwerben, für jeden Aufenthaltstag die reguläre Kurabgabe zahlen. Diese wird jedoch nicht in allen Außenstadtteilen fällig.

Wozu berechtigt die Templiner Kurkarte?
Die wichtigste Eigenschaft der Templiner Kurkarte ist ihre Geltung als Fahrausweis in den Bussen des zentralen Templiner Stadtgebietes. Zusätzlich gilt sie für Fahrten in den Ortsteil Hindenburg, wo sich mit der Westernstad Eldorado eine der bekanntesten Attraktionen befindet. Bei Fahrten außerhalb dieses Gebietes werden die Fahrpreise rabattiert. Eine genaue Auflistung der Zuzahlungen zur Kurkarte kann ich nirgends finden, aber immerhin ein Beispiel aus eigener Erfahrung geben: Als ich nach Gandenitz wanderte und von dorten mit dem Bus zurückfuhr, musste ich lediglich zwanzig Cent hinzuzahlen. Die Templiner Kurkarte ist nicht mit einem Lichtbild versehen. Wer kurtaxenpflichtig Templin besucht, benötigt naturgemäß eine eigene Karte. Bei von Bewohnern der Stadt freiwillig erworbenen Jahreskurkarten ist Weitergabe hingegen ausdrücklich zugelassen. Die Kurkarte gilt nur im Bus und nicht im Zug als Fahrausweis. Auf dem zuschlagfreien Gültigkeitsgebiet der Kurkarte liegen die Bahnhöfe Templin (auch als Templin Hauptbahnhof bezeichnet) und Templin Stadt, ein weiterer Haltepunkt existiert im Stadtteil Hammelspring. Weitere Vergünstigungen bietet der Templiner Kurbeitrag nicht. Der Zugang zu den Badestellen an den Seen ist (ausnahmig des bewirtschafteten Stadtbades am Stadtsee) ohnehin frei und die Therme gewährt keinen Rabatt für Kurkartenbesitzer.

Das ÖPNV-Angebot in Templin
Vierundvierzig Euro für eine Jahresfahrkarte ist günstig. Das Busangebot bietet allerdings Optimierungspotential. Montags bis freitags existiert auf der Linie 531 ein Zwanzig-Minuten-Takt, allerdings mit unterschiedlichen Linienführungen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Hauptbahnhof werden nur einmal stündlich in einer Richtung (in der Gegenrichtung gar nicht) und nicht am Wochenende angefahren. Gerade für die rund um den Bahnhof Templin wohnenden Bürgerinnen und Bürger wäre eine Erweiterung der Gültigkeit auf die Bahnstrecke sinnvoll, damit sie am Wochenende nicht weit bis zur nächsten Bushaltestelle am ZOB (der vor der Stadtmauer liegt) laufen müssen. Der Stadtbahnhof wird in beiden Richtungen alle zwanzig (Wochenende alle dreißig) Minuten angefahren und ist der wichtigste Verknüpfungspunkt zwischen der Regionalbahn und dem Bus. Der Marktplatz ist ebenso wie die Naturtherme und das Ferienhotel im Ortsteil Postheim gut und regelmäßig mit dem Linienbus erreichbar. Allerdings endet die Bedienung der Templiner Stadtbuslinie gegen achtzehn Uhr. Das ist extrem früh, zumal die Therme bis einundzwanzig Uhr geöffnet ist. Ein Spätbus von der Therme aus wäre ebenso wünschenswert wie eine Spätverbindung im Anschluss an die beiden nach zwanzig und nach zweiundzwanzig Uhr ankommenden Züge. Allerdings lässt die Finanzlage der Stadt Templin ebenso wie die finanzielle Situation des Landkreises Uckermark keine Ausweitung des Busverkehrs zu. Bislang einmalig verkehrten in Templin Spätbusse nach dem Weinfest des Sommers 2013, die dabei entstandenen Kosten übernahmen die Veranstalter und Sponsoren des Festes. Die umliegenden in die Stadt Templin eingemeindeten Dörfer haben keinen guten ÖPNV-Anschluss. Durch Fährkrug fährt immerhin alle zwei Stunden der Bus nach Prenzlau (am Wochenende selten), Ahrensburg ist an die Buslinien nach Joachimsthal und nach Prenzlau angeschlossen. Da der Kraftomnibus nach Fürstenberg über unterschiedliche Strecken verkehrt, haben Röddelin, Annenwalde und Neu Placht nur sporadisch einen Busanschluss. Einige Ortsteile wie Gandenitz und Knehden werden so gut wie nur während der Schulzeit bedient. Lediglich Hammelspring hat dank des Bahnhaltepunktes (über dessen Stilllegung der VBB bedauerlicherweise nachdenkt) und weniger ergänzender Busse eine ansprechende öffentliche Verkehrsanbindung an die Innenstadt.

Die Jahreskurkarte ist nützlich
Trotz des verbesserungswürdigen Busangebotes ist der Kauf der Jahreskurkarte als Jahresticket für den Templiner Busverkehr zu empfehlen. Der niedrige Preis von vierundvierzig Euro macht sich bereits bei weniger als einer einzigen wöchentlichen Fahr bezahlt. Da ich zu Hause arbeite, muss ich einige Landgänge unternehmen, um mich ausreichend zu bewegen. Dabei nutze ich mal das Fahrrad und wandere mal Rundwege, ein schöner führt um die Stadtmauer. Sehr gerne gehe ich aber auch längere Strecken in einer Richtung und fahre mit dem Bus zurück. Einer der schönsten Wege führt am Templiner Kanal entlang zur Ziegeleibrücke und weiter zur Bushaltestelle Am Birkengrund, von wo aus ich mit dem Bus zurückfahre. Dieser Weg liegt auf dem Linienast zum Hauptbahnhof und wird nur montags mit freitags bedient. Auch zum Schwimmen fahre ich vorwiegend mit dem Bus.
 

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