Die Verbraucherinsolvenz und die Entstehung der Schuldenkrise
Der deutsche Staat geht Pleite – Die Bürger gehen mit
Es steht seit langem Fest, Deutschland geht es nicht gut. Doch es geht dem deutschen Staat auch finanziell nicht gut, das gilt auch für seine Bürger. Doch wie ist es soweit gekommen? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn dazu muss man die jüngere Geschichte unseres Landes betrachten, um die Entwicklung verstehen zu können. Als Fakt steht aber fest, dass es um den Finanzstatus der Menschen nicht gut bestellt ist.
Doch nun soll mal betrachtet werden, wie es soweit gekommen ist. Als 1990 die Mauer im Osten gefallen ist und die Wiedervereinigung perfekt gemacht wurde, stand der „Goldene Westen“ vor den Menschen, die bis dahin fast nichts hatten. Doch mit der der Wiedervereinigung hat sich das Leben für die Menschen im Osten und im Westen verändert. Damit war eine große Erwartungshaltung bei den Menschen geweckt, die gar nicht eingehalten werden konnte. Die Menschen wurden von den kommenden Ereignissen quasi überrollt. Große Schuld hatte auch die Politik, die laufend falsche Signale gesendet hatte. Die Menschen, die bis dahin an regelmäßige Arbeit gewöhnt waren, mussten mit ansehen, wie die Betriebe, die noch was Wert waren, an Investoren verkauft wurden. Die Betriebe und Kombinate, die nicht zu halten waren, wurden, wie es damals hieß, einfach abgewickelt. Doch die Menschen wollten sich was leisten, neue oder bessere Autos eine schicke Wohnungseinrichtung und vieles Andere. Den Menschen wurde es extrem einfach gemacht, Schulden zu machen und das taten Viele auch und verschwendeten keine Gedanken an die Rückzahlung. Schließlich prägte sich der Spruch, Schulden? – Die hat doch jeder! Man muss versuchen zu verstehen, was damals geschah mit den Menschen und ihrem Umfeld. Die Leute nahmen Kredite auf, weil sie dachten, dass sie sich das auch leisten konnten und gleichzeitig wandelte sich das gesamte Wirtschaftssystem. Ein System, was den meisten Menschen in den neuen Bundesländern unbekannt war. Die Menschen bekamen, in den von westlichen Investoren übernommenen Betrieben, Menschen aus dem Westen vor die Nase gesetzt mit einer kleineren Belegschaft von Mitarbeitern aus dem Osten. Die Menschen waren darüber sauer und der Begriff des „Besser Wessi“ machte die Runde, im Gegenzug war hier im Westen, also in den alten Bundesländern, vom „dämlichen Ossi“ die Rede, denn zwei Kulturen prallten nahezu unvorbereitet aufeinander. Doch wesentlich wichtig ist, dass die Schulden soweit wuchsen, dass die Menschen oder viele von ihnen, den Überblick verloren.
Im Jahre 2002 kam der nächste wirtschaftliche Einbruch, den die Politik als Großtat anpries. Die Rede ist hier von der Einführung des (T) Euros. Die Menschen waren auch mit dieser Währung völlig überfordert, gewöhnt an eine wirklich harte Währung, die die Menschen über 40 Jahre begleitet hatte. Plötzlich gab es nur noch die Hälfte an Lohn und die Mehrheit hatte plötzlich keine Reserven mehr. Noch heute rechnen viele Menschen vor Ausgaben den Eurobetrag in DM um, um sich zu vergegenwärtigen, wie viel eine Ware denn nun kostet. Also hatten die Menschen im Westen wie im Osten plötzlich keine finanzielle Grundlage mehr. Denn wenn man Wirtschaftsforschern glauben darf, dann bleibt seit der Einführung des Euro den Menschen am Ende des Monats nichts mehr übrig. Aus dieser Misere kam es, dass die Menschen sich überschuldeten, was zwölf Jahre zuvor in den neuen Bundesländern begann, setzte sich nun in der ganzen Republik fort. Es wurden Kredite und Abzahlungsgeschäfte getätigt, ohne dass es eine wirkliche Grundlage zur Abzahlung gegeben hätte. Es häufte sich eine Überschuldung in nahezu allen Bundesländern. Die Regierung schuf wegen der hohen Privatverschuldung die Privatinsolvenz. Das hatte es in der gesamten Zeit, seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland, so nicht gegeben. Schätzungen von Wirtschaftsexperten gehen von einer Privatverschuldung in Milliardenhöhe aus.
Wie die Wirtschaftskrise den Sog nach unten noch verstärkt hat
Als ob dies alles nicht schon genug wäre, die weltweit greifende Wirtschaftskrise hat die Wirtschaft und die Menschen, die von der Wirtschaft abhängig sind, noch weiter nach unten gezogen. Die Wirtschaft wurde in ihren Grundfesten erschüttert. Die Gründe dafür sind so vielschichtig und umgreifend wie kaum ein anderes Vorkommnis. Wirtschaftliche Fehlentscheidungen und die Folgen waren eine echt schauerhafte Suppe, die natürlich von den Menschen ausgelöffelt werden musste, die sowieso ganz unten waren. Die Wirtschaftskrise hat Unternehmen aller Schichten bis zur Pleite gebracht. Sowohl Großbetriebe, als auch mittelständische Unternehmer und viele Kleinunternehmer standen plötzlich vor dem nichts. In der Folge verloren viele Menschen ihren Arbeitsplatz, oft auch Menschen, die jahrzehntelang in den Unternehmen tätig waren. Diese Auswirkungen haben die Pleitewelle so sehr aufgewiegelt, dass die Auswirkungen noch jahrelang zu spüren sein werden. Die Folge, die Menschen und Familien, die sowieso schon nichts mehr hatten, haben auch das Letzte noch verloren, den Arbeitsplatz und damit die gesellschaftliche Existenz.
Wirtschaftskrise
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Die Privatinsolvenz als letzte Chance vor der Pleite
Die Verbraucherinsolvenz letzter Strohhalm oder Silberstreif am dunklen Horizont
Wenn also die Schulden wie ein ewiges Damoklesschwert über einem hängt, hat man als Schuldner nicht mehr so viele Alternativen. In früheren Zeiten wurden die Schuldner, die ihre Gläubiger nicht mehr bezahlen konnten, in den Schuldenturm gesperrt, das ist natürlich lange her. Der Gesetzgeber hat mit der Novellierung der Konkursordnung im Jahre 1999 die Verbraucherinsolvenz eingeführt. Seit seiner Einführung wenden sich verzweifelte Menschen an die entsprechenden Stellen bei den Insolvenzgerichten, um eine Privatinsolvenz durchführen zu lassen. Seit der Einführung ist die Verbraucherinsolvenz deutschlandweit schon mehr als 130.000 Mal in Anspruch genommen worden. Es ist keine Schande, vielleicht ein wenig peinlich, wenn man oft unverschuldet in die Schuldenfalle getappt ist und sich durch die Verbraucherinsolvenz wieder wirtschaftlich Luft beschaffen möchte. Wenn dieses Thema aktuell ist, dann sollte man nun gut aufpassen.
Die Verbraucherinsolvenz bedarf einiger Vorbereitungen. Als Betroffener sollte man eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen. Es gibt verschiedene Institutionen, die eine kostenlose Schuldnerberatung anbieten. Im Vorfeld sollte man die vorhandenen Unterlagen möglichst sortieren. Dabei wird zunächst erstmal nach Gläubigern sortiert. Dies kann jeder selbst machen, es geht um eine alphabetische Sortierung. Gibt es mehrere Vorfälle bei einem Gläubiger, dann sollte man nach Datum der Forderung sortieren. Doch ist nicht jeder Schuldner dazu in der Lage. Vielen bereitet es große Probleme, sich mit den Unterlagen wie Mahnbescheiden und Vollstreckungsbescheiden zu befassen. Anhand der Unterlagen soll eine Liste erstellt werden, die aber anders sortiert werden muss. Hier muss an erster Stelle der Gläubiger mit der höchsten Forderung aufgelistet werden, alle anderen Gläubiger folgen nach der Forderungshöhe. Die Schuldnerberatungsstellen sind extrem überlaufen, daher dauern die Beratungen und die Vorarbeiten zur Verbraucherinsolvenz ihre Zeit. Wenn Einkommen vorhanden ist, kann man auch einen privaten Schuldenberater hinzuziehen. In der Folge wird nun jeder Gläubiger mehrfach angeschrieben. Die erste Kontaktaufnahme dient dazu, mitzuteilen, dass ein Verbraucherinsolvenzverfahren geplant wird. Wenn Geld verfügbar ist, wird im zweiten Anschreiben eine Ratenzahlung angestrebt. Nur wenn alle Gläubiger einem solchen Plan zustimmen, kann dieses Verfahren so stattfinden. Wenn nur ein Gläubiger querschießt, muss zwingend Antrag auf Verbraucherinsolvenz gestellt werden. In Österreich wird das Verbraucherinsolvenzverfahren auch als Schuldenregulierungsverfahren bezeichnet. Sinn und Zweck eines Antrags auf Verbraucherinsolvenz sind, die Gläubiger nach den Möglichkeiten des Schuldners über eine Zeit von sechs Jahren möglichst ausgiebig zu befriedigen. Nach diesen sechs Jahren kann vom zuständigen Insolvenzgericht, diese sitzen bei den örtlichen Amtsgerichten, die Restschuldbefreiung ausgesprochen werden. Dann muss der Schuldner in einer Wohlverhaltensphase von einem Jahr nachweisen, keine neuen Schulden gemacht zu haben. Ist das Verbraucherinsolvenzverfahren abgeschlossen, gilt der Schuldner als schuldenfrei. Für die Durchführung der Gläubigerbefriedigung ist der Insolvenzverwalter zuständig. Es ist nur jedem Schuldner anzuraten, sich möglichst gut mit seinem Insolvenzverwalter zu stellen. Der Insolvenzverwalter hat so viel Macht, bei fehlender Mitarbeit sämtliche Konten des Schuldners sperren zu lassen.
Es gibt die verschiedensten Verbraucherinsolvenzverfahren, die von dem Gesetzgeber zugelassen sind. Es kann durchaus passieren, dass ein Gläubiger, wenn er über die Verbraucherinsolvenz informiert wird, von sich aus seine Forderung reduziert oder gar ganz zurückzieht. Dies ist meistens der Fall, wenn nur wenig oder gar kein Kapital zur Deckung der Abzahlung vorhanden ist oder wenn der Gläubiger auf der Liste der Forderungen weit unten steht. Ist der insolvente Privatmann nicht in der Lage auch nur einen Teil der Forderungen zu begleichen, dann wird die sogenannte Nullinsolvenz durchgeführt. Die Durchführung der Verfahren unterliegt den Insolvenzgerichten auf der Grundlage des Insolvenzrechts. Dennoch ist es so, dass einige Insolvenzgerichte sehr viel schärfer auf die Durchführung der Schuldtilgung achten. Jeder Schuldner, der keine Arbeit hat, muss ständig nachweisen können, sich um Arbeit, in welcher Form auch immer, bemüht hat.
Die Durchführung der Verbraucherinsolvenz mag zunächst auf den Leser schwierig erscheinen. Doch grundsätzlich ist es für Viele, wenn nicht für alle Schuldner der einzige Ausweg aus der Schuldenkrise. Je eher jemand den Mut findet, sich selbst und Anderen einzugestehen, zahlungsunfähig geworden zu sein, desto besser kann geholfen werden. Sollten noch Fragen offen sein, könnt Ihr uns gerne kontaktieren.
Die Verbraucherinsolvenz
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