Dreizehn Tipps zur Wahl des Stromanbieters




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13 Tipps für die Auswahl eines Stromlieferanten

Auch bei der Wahl eines Stromanbieters sind einige Tipps und Tricks zu beachten. Die folgenden 13 Tipps zur Wahl des Stromanbieters sind sowohl für alle Wechselwilligen als auch für Kunden, welchjene bei ihrem bisherigen Stromversorger nach günstigen Tarifen suchen, nützlich.

1. Wenn Dein eigenes Stadtwerk als Grundversorger auftritt, zahlst Du bei einem Nichtwechsel des Stromlieferanten an Dich selbst, da Du ein Bürger Deiner Stadt bist. (Das gilt in verringertem Umfang auch, wenn Deine Kommune Aktien eines Grundversorgers hält). Prüfe vor dem Wechsel des Stromlieferanten, ob Du nicht auch bei einem internen Tarifwechsel Geld sparen kannst.

2. Ökostrom ist nicht mehr zwingend teurer als herkömmlicher Strom. Am besten trägst Du zum Umweltschutz bei, wenn Du Deinen Strom bei einem reinen Ökostromanbieter beziehst, denn ein herkömmlicher Versorger kann den Strommix in Nicht-Öko-Tarifen verändern und somit trotz Deiner Bestellung die Ökostrom-Menge nicht erhöhen. Auch wenn Du (aus dem Verfasser dieser Tipps unerklärlichen Gründen) keinen Ökostrom beziehen willst, kannst Du den Strommix der einzelnen Versorger bei Deiner Entscheidung berücksichtigen.

3. Wenn Du den Anbieter wechselst, gebe gemäß der Definition des Netzbetreibers Neueinzug oder Anbieterwechsel an. Falls bislang Dein(e) Partner(in) den Stromvertrag abgeschlossen hatte und jetzt Du diese Aufgabe übernehmen willst, handelt es sich um einen Neubezug – egal, wie lange Du schon in der Wohnung lebst.

4. Übernehme Deine Zählernummer von der letzten Stromrechnung und nicht vom Zähler. Dort stehen zwei Nummern (manchmal noch mehr) drauf und die maßgebliche Zählernummer ist oftmals nicht die, vor welchjener “Zählernummer“ steht.

5. Schalte bei einem Strompreisvergleich die Mitberücksichtigung des einmaligen Wechselbonus ab. Diesen erhältst Du nur im ersten Jahr – und meistens nur dann, wenn Du Deinen Vertrag zu den dann normalen Stromkosten verlängerst.

6. Eine Preisgarantie ist grundsätzlich gut. Beachte aber ihre Einschränkungen. Die meisten Strompreisgarantien gelten nicht bei Steuererhöhungen oder der jährlichen Anpassung der EEG-Umlage. Einige wenige Versorger schließen auch Veränderungen der Netzkosten von der Preisgarantie aus. Falls diese auch noch Bezugspreisveränderungen zum Ausschlussgrund erheben, macht die ganze Preisgarantie keinen Sinn mehr.

7. Lasse die Finger von Vorkassentarifen. Hierbei sparst Du möglicherweise etwas Geld, verlierst Deine Vorauszahlung aber, wenn der Stromversorger Insolvenz anmelden muss. Auffälligerweise gehen gerade mit Vorkasse arbeitende Versorger häufig pleite – das kann an einer Art Schneeballfinanzierung mittels der Vorauszahlungen liegen.

8. Auch Strompakete stellen keine besonders plietsche Lösung dar – es sei denn, Dein Verbrauch ist zuverlässig ganz knapp unterhalb des Paketes. Da neben einer Veränderung der Haushaltsgröße der häufigere oder seltenere Aufenthalt zu Hause ebenso wie die Neuanschaffung von Elektrogeräten zu einer Verbrauchsänderung (entweder weniger Stromverbrauch durch moderne und stromsparende Geräte oder Mehrverbrauch durch zunehmende elektronische oder elektrische Ausrüstung) führt, lässt sich der Verbrauch kaum sicher einschätzen.

9. Achte auch auf den Service des gewählten Stromanbieters. Diesen erfährst Du am ehesten auf Verbraucherplattformen, da der Preisvergleichsrechner diesen nur stichpunktartig nennen kann. Ob die Kundenkarte Deines Energieunternehmens zu Rabatten im örtlichen Einzelhandel führt, ist eine durchaus interessante Fragestellung bei der Stromanbieterwahl. Du solltest aber auch darauf achten, ob Du kompetente Gesprächspartner zu günstigen Telefontarifen findest und ob Dir der Stromversorger bei Bedarf eine Ratenzahlung auf die Jahresrechnung einräumt.

10. Maßgeblich für Deine Stromkosten ist nicht die Höhe der Abschläge, sondern der insgesamt innerhalb eines Jahres zu zahlende Strompreis. Auch ein günstiger Versorger kann zunächst höhere Abschläge als Dein alter Lieferant ansetzen, was häufig an der verkürzten Laufzeit bis zur nächsten JAR oder an einer verspäteten ersten Abschlagsanforderung liegt. Nicht selten ist die Ursache aber auch einfach nur, dass bei der Eingabe Deines wahrscheinlichen Verbrauches nicht auf Deine Angaben geachtet wurde (oder Du das entsprechende Feld nicht ausgefüllt hattest). In diesem Fall ist eine nachträgliche Abschlagsänderung grundsätzlich möglich.

11. Falls Du Negativmerkmale bei der Schufa hast, lehnen Dich viele Stromversorger ab. Das ist statthaft, da Deine Stromversorgung durch den Grundversorger, welchjener im Grundversorgungstarif jeden Kunden annehmen muss, sichergestellt ist. Am besten erteilst Du mit einer negativen Schufa den Auftrag zur Stromlieferung unmittelbar nachdem Dein gewünschter Stromanbieter massiv Werbung gemacht hat – dann kann er nämlich die versprochene Bearbeitungszeit nur einhalten, wenn er die Bonitätsabfrage nur noch stichprobenhaft vornimmt. Achtung: Einige Versorger stellen die Bonitätsabfrage nicht bei der Schufa, sondern bei Creditreform und erfahren keine Negativmerkmale, sondern nur eine Ausfallwahrscheinlichkeit. Diese ist jedoch relativ hoch, wenn Du vor kurzem ein hohes Darlehen aufgenommen hast, so dass sogar alle Kredite immer rechtzeitig bedient habende Verbraucher bei Creditreform vorübergehend eine schlechte Bonität haben können.

12. Verlasse Dich nie auf die Kündigung durch den neuen Stromanbieter, wenn Du nicht in der Grundversorgung bist oder einen monatlich kündbaren Stromvertrag besitzt. Grund: Falls Dein neugewählter Stromlieferant zu lange für die Bearbeitung braucht, beziehst Du möglicherweise den Strom ein weiteres Jahr von Deinem bisherigen Versorger. Grundsätzlich sind Tarife mit einer automatischen Vertragsverlängerung um ein Jahr ohnehin nicht empfehlenswert.

13. Stromsparen ist immer noch eine der wichtigsten Energiequellen und bietet zugleich in den meisten Haushalten ein größeres Einsparpotential als der Wechsel des Energieversorgers oder des Stromtarifes. Gute Stromversorger bieten Dir auf ihrer Homepage (manchmal auch als gedruckte Broschüre) sinnvolle Tipps zum Stromsparen.

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