Einfachheit aus jener Zeit




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Einfachheit aus jener Zeit
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Ich stamme aus jener Zeit, als Traurigkeit mit einem Zuckerbrot behandelt wurde. Normalerweise begrabe ich meinen Schmerz immer in der Kommodenschublade. Ich liebe es, eine Frau zu sein, mache gerne Dinge wie Rosenpflanzen oder Kekse backen. Kekse im Ofen zu bräunen ist wie Liebe zu backen. Eine Küche ist ein Platz für ewige Liebe, mit frühlingsfrischer Suppe, geriebenen Kartoffelpfannkuchen, Hausmacher Marmelade oder selbstgebackenem Brot. Das moderne Leben hat nichts mehr mit diesen wunderschönen handwerklichen Dingen zu tun, mit der Hitze des Ofens, den blühenden Erdbeersträuchern oder den farbenprächtigen Herbstblättern.

Blüten, Regen, Früchte, Erde und Natur, genäht nach ihren eigenen Regeln, still und himmlisch, tiefgreifend und unfassbar. Die Welt ist so, wie wir sie anschauen, es hängt von unserem Blickwinkel ab. Einfachheit in jedem Blick, das ist natürlich.

Ich stamme aus jener Zeit, als der eigene Garten noch kein Luxus war. Jede Familie kultivierte ihren eigenen; ich bin darin aufgewachsen. Habe die frische, duftende Erde zwischen meinen Händen zerbröselt, bin den Schmetterlingen nachgestellt, habe den Vögeln gelauscht und mich bei der Natur für die Gaben bedankt. Heute sind Landschaftsgestalter für die Hässlichkeiten der Welt zuständig.

Ich stamme aus jener Zeit, als sich Frauen und Mädchen noch damenhaft kleideten. Ohrringe waren fast schon ein Muss, denn nur mit baumelnden, klimpernden Ohrringen erhält ein damenhaftes „Nein“ Autorität. Manchmal fehlen mir die alten Zeiten, aber dann greife ich nach einem Zuckerbrot, wie in alten Zeiten ...

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http://www.xinxii.de/frauen-schreiben-p-351549.html


 




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