Energieeffizient bauen – Energieeffizienzklassen & mögliche Förderungen




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Deutschland hat ehrgeizige Klimaschutzziele: Im Vergleich zu 1990 soll bis zum Jahr 2020 der Schadstoff-Ausstoß um 20 % sinken. Da die privaten Haushalte landesweit einen Anteil von über 40 % an den CO2-Emissionen haben, motiviert die Regierung mit einer Reihe von Fördermöglichkeiten zur Energieeinsparung an Gebäuden. Immerhin wurden 75 % der Bestandsbauten in Deutschland vor dem Jahr 1980 errichtet - damals war das Energieeffizienzhaus bzw. das Energiesparhaus noch kein Thema. Heute wird alles gefördert, was der Energieeffizienz weiter hilft - von dichten Türen bis zur Solarstromanlage auf dem Dach. Das ist ein echter Vorteil für Bauherren, aber in der Fülle der Förderregeln müssen sie sich erst einmal zurecht finden.

Wer fördert was?

Die zentrale Anlaufstelle für eine energetische Sanierung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Förderprogramme der KfW "Energieeffizient Bauen" (Nr. 153) und "Energieeffizient Sanieren" (Nr. 151, 152 und 430) unterstützen Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Dachsanierung oder den Einbau von Thermofenstern, Kombinationen von Maßnahmen mit erneuerbaren Energien und komplexe Sanierungsprojekte. Seit dem 1. April 2012 gehören auch denkmalgeschützte Bauten und Maßnahmen zur Wärmeverteilung aus bestehenden Heizungssystemen zum Programm.

Ebenfalls auf Bundesebene ist das Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) interessant. Hier geht es im Wesentlichen um Zuschüsse für die Heizungstechnik und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Diese sind in der Regel kompatibel mit den KfW-Programmen, d.h. auch eine Doppelförderung ist möglich.

Auch auf Landesebene werden energieeffizienter Neubau, energetische Sanierung und erneuerbare Energien gefördert; selbst Kommunen und einige Energieversorger gewähren dabei Unterstützung. Hierbei handelt es sich jedoch meist nur um Ergänzungen bestehender Förderungen, die zudem häufig wechseln. Wer diese Zusatzförderung zum eigenen Energiesparhaus in Anspruch nehmen will, kann sich hier regional informieren

Energieeffizienzhäuser - Standards der Förderung

Um die eigenen Sanierungswünsche und -ziele mit den Fördermöglichkeiten abzugleichen, sind die Kriterien für Energieeffizienzhäuser die besten Planungszahlen. Denn das sind die Standards der KfW, die danach ihre Kreditvergaben und Zuschüsse definiert. Zudem wird auch die Planung und Baubegleitung gefördert, da die KfW ihre Leistungen davon abhängig macht. Generell gilt: je höher die angestrebte Energieeffizienz, desto höher die Förderung.

Dazu hat die KfW mehrere Effizienzklassen festgelegt. Ausgangspunkt ist die Energiesparverordnung (ENEV), nach deren Vorgaben ein Neubau den Standard 100 (jährlicher Energiebedarf pro Quadratmeter 100 kWh) definiert. Da energetische Sanierungen von Altbauten bis zu 40 % über der Energieeffizienz von Neubauten liegen dürfen, fördert die KfW auch Altbausanierungen auf dem Level 115 und 130. Deutlich mehr (und ansteigende) Zuschüsse gibt es jedoch für die Standards 85, 70, 55 und 40. Die Energieeffizienzklassen sind im Zuge der Verschärfung der ENEV 2007, 2009 und 2014 teilweise neu ausgestaltet worden. Es existieren daher noch Begriffe wie ESH 60 oder Zusätze wie "vormals 40", die aber anhand der Kriterien leicht den heute geltenden Standards zugeordnet werden können. Das höchste Ziel der Energieeinsparung ist das Effizienzhaus plus. Dann produziert das Haus mehr Energie als es verbraucht.




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