Fünf Minuten Pause!




Platz #91 in Humor, #3553 insgesamt
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Fünf Minuten Pause!
Fünf Minuten Bierpause

FÜNF  MINUTEN PAUSE
An jenem Tag hatte ich mir besonders viel im Garten vorgenommen. Ich zog meine ältesten Klamotten an, kramte den Häcksler hervor, zog eine lange Strippe, legte einen Riesenhaufen Zweige zurecht. Außerdem wollte ich noch den Rasen mähen, die Tomatenpflanzen pikieren und noch vieles mehr. Noch nie hatte ich so ein großes  Programm eingeplant und wollte den ganzen lieben Tag lang, mal durchwühlen. Vorher hatte es wochenlang geregnet, da ist  sämtliche Gartenarbeit liegengeblieben.
Und wie ich mich voller Elan auf die Arbeit stürzen wollte, den Häcksler anschaltete – Rührte sich nichts. Ich rannte hinter die Laube, guckte in den Zählerkasten mit den Elektrosicherungen. Alle waren noch ganz. Ich knipste eine Lampe nach der anderen an. Sie leuchteten. Ich rannte zum Häcksler, zog den Stecker. Da liegt sicher noch ein Aststück vom letzen Mal quer, dachte ich und schraubte das Oberteil ab und guckte ins Gehäuse. Alles war sauber, nichts lag zwischen den Schneidmessern. Wieder betätigte ich den Schalter. Nichts ging.
„Die Scheißstrippe ist schon wieder defekt!“ schimpfte ich. Dann rannte ich zur Steckdose, in die ich den Stecker gesteckt hatte. Jedoch die Strippe samt Stecker lag vor der Steckdose zu einem Knäuel verstrickt. Beim Strippenlegen muss ich den Stecker  rausgezogen haben. Endlich ratterte der Häcksler und ich warf die ersten Zweige rein.
Plötzlich brüllte es hinter mir: ‚Fünf Minuten Pause!“
Schon stand Gartenfreund Harti neben mir. Ich schaltete aus.
„Der Tag ist noch so lang.  Fünf Minuten Pause!“ redete er auf mich ein. Von der Strippenlegereiaufregung durchschwitz, zog ich die Jacke aus und ging mit in seinem Garten. Hartmut holte die Biergläser mit dem Goldrand und schenkte den Hopfenblütentee ein.
Dann rief er:“ Wunderschön! Ist das nicht eine Pracht wie unsere Tulpen in den Steingärten blühen, rot geflammt und lila. Diese hier sieht wie eine Seerose aus, weiße Blütenblätter und innen gelb. Früher hatte ich Tulpen, die waren sogar rabenschwarz. Wo sind diese nur hin? Die Wissenschaft erfindet die verrücktesten Apparate, sogar auf dem Mond können die schon landen. Jedoch Dahlien zu züchten, dass diese winterhart sind, das bringen die nicht fertig. Da muss man zum Überwintern einen Keller haben, nicht zu warm , nicht zu kalt, nicht zu feucht. Als wir im Urlaub in Spanien waren, da standen Hibiskusbäume mit gelben und großen orangefarbenen Blüten. Am liebsten hätte ich diese ausgegraben. Ich brauche etwas, was die anderen noch nicht im Garten haben. Der Apfelbaum muss weg, ein Palme kommt da hin. Irgendwo habe ich gelesen, dass eine Gärtnerei winterharte züchtet.
Wenn du Pech hast, es kommt ein kalter Winter, ist die teuere Palme hin! Vor lauer Zuhören kommt man gar zum Durst löschen!“ unterbrach ich sein Redefluss und leerte mein Glas.
So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie Harti schon wieder eine neue Flasche öffnete und mir einschenkte. Und wie wir uns zuprosteten, bemerkte ich leise: „Ich habe ja noch zu tun wie der Leipziger Rat. Mein Garten und der Häcksler rufen nach mir.“
Harti konterte: „Das kannst du auch bei schlechten Wetter machen!“
„Aber nicht häckseln,“ entgegnete ich.
„Siehst du da kommt schon eine dunkle Wolke, reden wir nicht vom Regen, genießen wir das herrliche Wetter!“  unterbrach Harti mein schlechtes Gewissen.
Immer lustiger werdend, sang Harti: „Der Himmel ist blau, blau wie der Enzian!“
Nun sang auch ich:“ Das Schwarze Meer ist blau. Das weis ich ganz genau. Wir werden noch viel blauer, das weis ich noch genauer.“
Dann guckte ich auf die Uhr:“ Das kann doch nicht wahr sein, schon zwölf Uhr. Es ist 

Mittagszeit!“Image preview


Harti erwiderte: „Keine Hektik! Wenn ich sitze, da sitze, da sitze ich. Wenn ich im Garten wühle, da wühle ich. Und das bisschen, was wir essen, das können wir auch trinken!“
Nun sang ich: „Lustig ist das Kleingartenleben!“
Die Sonne schien so angenehm warm, dass einem selbst jeder Schritt zu viel wurde. So passierte es, dass ich den ganzen lieben Tag lang, an dem ich mir so viel vorgenommen hatte, nichts anderes machte, als fünf Minuten Pause.

 

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