GeoThermie und orange Kabel ...




Platz #31 in Technologie & Wissen, #1630 insgesamt
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GeoThermie und orange Kabel ...

Wer sich gewundert hat, warum im gesamten Gemeindegebiet orange und schwarze Kabel herum liegen, erfährt jetzt Aufklärung: Es handelt sich um geothermische Messungen zum Auffinden, u.a. warmer/heißer Quellen in/um die betroffenen Orte, welche sich zur Gewinn bringenden Nutzung (für Staat und einige Unternehmen) eignen. Denn wenn 40, 50 ... Meter unter Deinem Grundstück eine solche Quelle gefunden wird, dann wird wohl kaum der Haus- oder Grundstücksbesitzer den daraus erwachsenden Reichtum einstecken können (wie es z.B. in den USA mit den Ölquellen der Fall war).

 

Das ist auch daraus schon ersichtlich, dass der Haus- und Grundstückseigentümer zwar für sein Anwesen aufkommen darf (Grundsteuer etc.), dass er aber kein Widerspruchsrecht für die Messungen hat, sondern aus Presse/Gemeindeblatt erfährt, dass er den Mitarbeitern der Mess-Unternehmen den Zutritt zu seinem Grundstück zu gewähren hat bzw. nicht verwehren darf. Dies wird mit einem übergeordnetem Interesse (alternative Energiegewinnung) begründet, es stellt sich aber die Frage, warum die gewinnbringende Nutzung dieser übergeordneten Interessen nicht der Allgemeinheit bzw. dem Grundstückseigentümer reserviert ist, sondern wieder mal einigen Unternehmen vorbehalten bleibt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...

Die orangen/schwarzen Kabel dienen als Sensoren, welche empfangene Impulse zu Messgeräten leiten. Als Impulsgeber dienen u.a. die Fahrzeuge, die auf den Fotos zu erkenne sind. Diese fahren mit einem enormen Schallpegel (ähnlich dem von Panzern) durch die Straßen und üben in geringen Abständen enorme Impulse auf den Straßen-Untergrund aus. Fühlt sich irgendwie einem Erdbeben ähnlich an ...

 

Diese Impulse setzten sich durch den Boden fort (je nach Beschaffenheit des Bodens) und werden von den o.g. Kabeln aufgenommen. Durch die Unterschiedlichkeit der aufgenommenen Signale können Aussagen über die Bodenbeschaffenheit auch in größeren Tiefen gemacht werden. So können unterirdisch z.B. Erde, Fels, Wasser etc. gut unterschieden werden. Wer diese Impulse am eigenen Leib verspürt hat, dem ist allerdings auch klar, dass unterirdisch verlegte Infrastruktur (z.B. Kanalisationsschächte) und sogar Häuser davon nicht unberührt bleiben können: siehe "GeoThermie gerät unter Druck". Es ist also zu erwarten, dass die Bürger betroffener Gemeinden in den nächsten Monaten/Jahren freundlich von ihrer Kommune darauf hingewiesen werden, dass die örtlichen Kanal-Anlagen schon so marode und schadhaft sind, dass diese unbedingt saniert werden müssen. die Kosten dafür haben die Anwohner (Haus- und Grundbesitzer) zu tragen. Treten Schäden an Häusern auf, ist natürlich nachzuweisen, dass diese durch frühere oder aktuelle GeoThermie-Arbeiten entstanden sind. Eine unglückliche Beweislastumkehr zu Lasten der betroffenen Bürger, denn normaler Weise sollten die Firmen beweisen müssen, dass die Schäden NICHT durch sie entstanden sind.

Es ist also mal wieder wie immer: den Bürgern wird eine vermeintlich sinnvolle Nutzung in Aussicht gestellt und die nicht unerheblichen Risiken nur als unwesentliche Randnotiz erwähnt. Die Gewinne werden von einigen wenigen Unternehmen bzw. Vater Staat abgegriffen. Die Folgekosten aber dürfen die betroffenen Bürger alleine tragen.

Oft wird das sog. "Fracking", nur im Zusammenhang mit der Gas- oder Ölförderung genannt. Jedoch wird dieses auch oft bei Arbeiten zur Nutzung der GeoThermie eingesetzt (siehe Wikipedia). In den USA wurden/werden z.B. bei entsprechenden Arbeiten zur Förderung von Gas, Öl und GeoThermie z.B. Gase aus unterirdischen Kammern in das Grundwasser freigesetzt, so dass dieses brennbar/explosiv aus den Wasserleitungen kommt bzw. überhaupt nicht mehr konsumiert werden kann (vergiftet). Ebenso werden viele der verwendeten Bohrchemikalien als gesundheitsschädlich oder krebserregend eingestuft. Ganze Gemeinden mussten oder müssen deshalb in den USA umgesiedelt werden. Und sogar die Erdbebengefahr wird nachweislich erhöht (siehe "Risiken in Deutschland").

Und damit entsteht sogar ein Zusammenhang mit den Gefahren bei der Nutzung von Atomkraftwerken. Vergast, vergiftet, in die Luft gejagt, verstrahlt ... Irgendwie stelle ich mir meine Zukunft anders vor!

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Was lernen Politik und Wirtschaft daraus ...

Sind tatsächliche Folgen an konkreten Beispielen vorhanden (siehe Video), geht es der Politik und Wirtschaft nicht in erster Linie darum, die Bürger und ihr Eigentum dadurch zu schützen, indem man eine teuere und risikobehaftete Technik verhindert.

Sondern es geht vielmehr darum, nicht zugeben zu müssen, dass man auf ein falsches Pferd gesetzt hat, und es geht darum eigene Fehlinvestitionen zu verhindern und die Gewinne von Staat und Unternehmen zu sichern, selbst wenn dies zu Lasten der Bürger geht (siehe Video). Ein neuer Skandal bahnt sich an ...

Mir stellt sich u.a. folgende Fragen:

  • Warum geht es immer nur darum, dass schnellstmöglich möglichst hohe Gewinne eingefahren werden können, anstatt eine möglichst hohe Menschen- und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten? Warum also wird finanzielle Abzocke so viel höher angesiedelt als die viel wichtigeren Belange von Mensch und Natur?
  • Es gibt durchaus Techniken, die im Einklang mit der Natur stehen, die aber halt nicht den schnellen Gewinn versprechen. Warum kann man nicht mit der Natur, sondern immer nur gegen die Natur (Fraking = aufreißen, entreißen)? Hat denn weder die Politik, noch die Wirtschaft genug Weitblick, die Folgen zu erkennen?
  • Um aus Fehlern zu lernen ist Einsicht von Nöten. Warum sind offensichtlich weder die Politik, noch die Wirtschaft daran interessiert, langfristig eine gute Basis für eine lebenswerte Zukunft zu schaffen und aus den Fehlern der Vergangenheit und Gegenwart zu lernen? Statt dessen wird an Formulierungen herum gefeilt, wie man den Bürgern eine mangelhafte Lösung doch noch unterjubeln kann ...

Menschen mit mangelndem Verantwortungsbewußtsein, mangelnder persönlicher Größe (zu einem Fehler stehen) und übersteigertem Gewinnstreben gefährden unser aller Zukunft. Soll man solchen Menschen und Organisationen wirklich die Zukunft der Menschheit anvertrauen? Sicher nicht!

Die Umwelt schützen heißt, uns selbst zu schützen. Uns zu informieren heißt, uns vor den Lügen einer (finanziell) interessensgefärbten Politik und Wirtschaft zu schützen. Ein gutes Beispiel: "Ökostrom ist teuer", dabei könnte er so billig sein.

Öko-Strom könnte so günstig sein. Wenn die Politik wollte.