Hochwasser




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Hochwasser Waldheim und Umgebung - 2013

Bereits 2002 bot sich in Städten, wie Grimma, Döbeln, Leisnig und Waldheim (um nur einige wenige zu nennen) ein Bild des puren Entsetzens. Es war der 12. und 13. August 2002. Tagelanger Regen führte schließlich zu der Katastrophe. Das Wasser stieg und stieg und stand mancher Orts bereits nach wenigen Stunden in der ersten Etage der Wohnhäuser, aber das sollte noch nicht alles gewesen sein, denn der Pegel der eigentlich so idyllischen Zschopau stieg – er erreichte in der Niederstadt eine Höhe von 2 Metern. Die Menschen – chancenlos und hilflos zugleich. Viele mussten Ihre Wohnhäuser und somit auch ihr Hab und Gut den reißenden Fluten überlassen.

Als sich der Pegel zu normalisieren begann, war nur ein Hauch des eigentlichen Ausmaßes erkennbar. Das Wasser ging zurück und übrig blieb für viele nur noch ein enormer Schaden. Die Bilder sprechen Bände und wer nicht dabei war, kann nur erahnen, wie es den Menschen in Wirklichkeit ging. Trauer über den Verlust, Wut und Angst machten sich breit und übrig blieb die Hoffnung – Hoffnung, wie es wohl weiter gehen sollte.

Wenn ich an Waldheim 2002 denke, dann erinnere ich mich nicht nur an das Unglück, sondern vor allem daran, wie die Menschen aus dieser Not heraus aneinander gewachsen sind. Plötzlich waren irgendwie alle eins und jeder packte mit an, wo es nur ging. Waldheim hat sich nicht unterkriegen lassen und alles wurde in mühevoller, liebevoller Arbeit wieder aufgebaut. Die Stadt konnte wieder mit Fug und Recht den Namen „Waldheim – die Perle des Zschopautales“ tragen.

Kleinere Hochwasser ist Waldheim gewohnt. Aber keiner wagte daran zu glauben, dass sich dieses Unglück von 2002 so schnell wiederholt. Heute ist der 02.06.2013. Es regnet seit Tagen unaufhörlich. Bereits am Freitag, den 31.05. 2013 bot sich für viele schon ein Bild, an dessen Anblick man gern verzichtet hätte. Viele Städte rund um Mulde und Zschopau wurden bereits gesperrt. Es herrschte ein reges Treiben – Autos wurden in höhere Lagen gebracht, erste Geschäfte bereits beräumt. Dabei ging es noch relativ ruhig und gelassen zu, es war ja lediglich eine Vorsichtsmaßnahme.


Hochwasser Waldheim 2013 - wiederholt sich das Unglück?

Heute, am 02.06. 2013 sieht es bereits etwas anders aus. Die Menschen beobachten den Pegel. Sie nehmen den Wasserlauf genau unter die Lupe und lassen diesen kaum noch aus den Augen. Wenn man durch die Stadt geht, dann stehen überall LKW, die mit Hab und Gut beladen werden. Hier zählt gerade jede Minute und es heißt in Sicherheit zu bringen, was nur geht.

Menschen laufen panisch umher. Die Sirene geht, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz und Sandsäcke werden geschleppt. Ein Bild des Grauens, anders kann man es nicht beschreiben. Treibgut poltert lärmend gegen die Brücke. Das Rauschen der gefährlichen Fluten und der Geruch nach Schlamm - Angst macht sich breit und das nicht nur bei den Menschen, die direkt am Fluss wohnen oder dort Ihr Geschäft besitzen. Alarmstufe 4 und es läuft einem kalt den Rücken herunter. Erste Straßen sind überflutet und kaum noch passierbar.

Man ist hilflos, kann nichts machen, außer den Leuten irgendwie hilfreich unter die Arme greifen. Familienmitglieder, Freunde und Bekannte richten für die Betroffenen eine vorläufige Bleibe ein und wieder zeigt es sich – in Notsituationen, wie dieser, halten die Menschen zusammen.

Für mich stellt sich nur gerade die Frage – wie viel kann ein Mensch aushalten? Viele erleben dieses Unglück zum zweiten Mal und verlieren dabei alles.
Meldung aus dem TV

Gerade kommt im TV eine Meldung – die Talsperre Eibenstock läuft über, das Wasser steigt laut einem Fernsehsender um stündlich 14 cm. Man vermutet dadurch ein schlimmeres Ausmaß als im Jahre 2002. Was dies für die Menschen bedeutet, darüber mag man gar nicht spekulieren.

Nachtrag

Der Gedanke, dass die Talsperre Kriebstein sicher auch bald nichts mehr auffangen kann und dass noch viel mehr Wasser aus dem Gebirge erwartet wird, macht mir gerade wahnsinnige Angst. Wie kann man den Menschen helfen, wie das Elend abwähren und wie geht es weiter? Hier kann man wahrscheinlich nur hoffen. Die Hoffnung wird für die meisten Einwohner der betroffenen Städte, wohl gerade der Strohhalm sein, an den sie sich hoffnungsvoll klammern.
Hier können Sie sich ein Bild machen, wie schnell das Wasser steigt:

Pegelstände Mulde & Zschopau: http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/7806.htm

(hierzu bitte einfach die roten Punkte auf der Karte anklicken!)

Nachtrag um 16.34Uhr: Waldheims Innenstadt ist gesperrt. Die Niederstadt ist bereits überflutet und die Feuerwehr macht die ersten Boote bereit. Waldheim und Döbeln lassen Wohnhäuser evakuieren. Was nun kommt, ist ein Ausmaß, welches das von 2002 übertreffen wird. Und wieder ist der Zusammenhalt der Bürger enorm und alle (sicher gibt es auch Ausnahmen) packen mit an.

Neben Sachsen ist beispielsweise auch Passau betroffen. Eindrücke und Bildmaterial aus Passau hier bietet sich ein Bild, welches man nicht in Worten ausdrücken kann.




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