Im Nebel der Burg Frankenstein




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Im Nebel der Burg Frankenstein
Bildquellenangabe: Sita / pixelio.de

Wir werden die Burg Frankenstein in der Nähe von Darmstadt besuchen. Von oben herab kann man auf die Bergstraße und das Rheintal schauen, der Blick nach Osten geht in den Odenwald. Obwohl es derselbe Name ist, ziemlich sicher hat der Roman "Frankenstein" von Mary Shelley nichts mit der Burg gemeinsam. Eher wird in dem Roman ein Bezug auf das Volk der Franken und ihre Sturheit Bezug genommen. Denn in dem Roman geht es darum, wie Erziehung schief gehen kann. In den Filmen wird das nicht erfasst, da geht es den Regisseuren eher um Splattereffekte.

So müssen wir uns auch nicht fürchten egal ob im Wonnemonat Mai oder im Novembernebel, wenn wir mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof Darmstadt zum Stadtteil Eberstadt und dort zur Haltestelle Frankenstein fahren. Von dort wandern wir auch ohne Landkarte oder Wanderführer mehr oder weniger direkt zur Ruine Frankenstein. Es gibt Dutzende von wegen, direkt bergauf oder in Serpentinen über die Bergsträßer Bergkette, je nach Zeit und Lust kann der Gipfel anvisiert werden. Der Frankenstein ist von unten also fast von überall weit im Land zu sehen. Nachdem der Roman von Shelley keinen historischen Bezug zur Burg hat, werden wir doch interessante Sachen aus Geschichte und Naturwissenschaften auf Frankenstein vorfinden.

Natürlich kann man auch einfach den Berg hochwandern und dort luxuriös im dortigen Burgrestaurant speisen. Der Weg geht vom Stadtteil Darmstadt Eberstadt langsam stetig aufwärts bis zur Burg durch den Wald. Bis zu 370 Metern werden wir uns 1 bis 3 Stunden lang, je nach Tempo, nach oben bewegen. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg zum ersten Mal erwähnt und vor allem sollte sie durch die Jahrhunderte die Reisewege von Frankfurt nach Heidelberg schützen. Lassen wir die Geschichte einmal beiseite, weil jede Burg ja von Kriegsgeschichten umhüllt wird und schauen nach der Naturwissenschaft. Dicht bei der Burg, genannt Ilbes Berg, gibt es einen Magnetberg. Natürlich wurde der Magnetismus nicht von Hexen erzeugt, sondern die Magnete haben viel Hexengeschichten angezogen und der Berg sollte der zweitgrößte Hexentreffpunkt in Deutschland sein.

Wohl auch die Magneten haben um das Jahr 1700 den Alchemisten Johann Konrad Dippel angelockt, der auf der Burg Experimente durchführte, vor allem auf der Suche nach Gold und Sprengstoff. Real erfunden oder gefunden hat er nur Kleinigkeiten zum Beispiel das Pigment Berliner Blau. Wohl auch der Magnetberg löste im 18. Jahrhundert einen Goldrausch aus. Heute noch sind die Verwüstungen durch das wilde Graben im Wald zu sehen, gefunden aber wurde nichts. Unterhalb der Burg ist ein Steinbruch zu finden. In der Nähe davon ist ein steinerner Lindwurm zu sehen. Weil nach der Sage soll der Ritter Georg hier einen Drachen getötet haben, der das Nachbardorf Nieder Beerbach terrorisiert haben soll. Der Lindwurm soll sich von dort junge Frauen geholt haben. Interessanterweise gibt es auch einen Grabstein bei einem Georg. Er ist wohl ein Namensvetter vom heiligen Georg und es kann spekuliert wird, welcher Zusammenhang zwischen den beiden Personen besteht.

Nach dem gemütlichen Mittagessen in der Burg oder bei sonnigen Wetter auf der Terrasse, schlendern wir gemütlich bergab zur Straßenbahn. Wir sind wie auch beim Aufstieg fast immer allein, weil die Mitmenschen fast alle mit dem Auto zur Burg hinauffahren auf der breiten Hauptstraße. 




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