Kampf um die Macht im Mittelalter: der „Gang nach Canossa“




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Kampf um die Macht im Mittelalter: der „Gang nach Canossa“
Ruine der Burg Canossa in Oberitalien (Quelle: Paolo da Reggio / de.wikipedia.org)

Wer ist mächtiger, der Papst oder der König und Kaiser? Mit dem „Gang nach Canossa“ des Jahres 1077 eskalierte der Konflikt zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII., der als Investiturstreit in die Geschichte einging und die Welt des mittelalterlichen Europas in eine tiefe Krise stürzte. Plötzlich verstanden die Menschen des Mittelalters die Welt nicht mehr: Welcher Autorität soll man folgen, wenn sich Papst und König gegenseitig für abgesetzt erklären?

Der Investiturstreit: Abwehrschlacht der Kirche gegen weltlichen Einfluss

Vordergründig ging es um die Frage der Investitur: Wer hat das Recht, Bischöfe einzusetzen – der König oder der Papst? Tatsächlich sah sich die Kirche im 11. Jahrhundert von immer weitergehender weltlicher Einmischung durch die weltlichen Herrscher bedroht und war entschlossen, dies nicht kampflos hinzunehmen. 1076 exkommunizierte Papst Gregor VII. König Heinrich IV., er warf ihn aus der Kirche. Solch‘ einen Skandal hatte es im Europa des Mittelalters bis dahin nicht gegeben! Wie sollte ein christlicher Herrscher von Gottes Gnaden, der nicht den Segen des Papstes, des Stellvertreters Christi auf Erden, besaß, weiter regieren? Hatte Heinrich damit seinen Herrschaftsanspruch verwirkt?

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Das Ultimatum der Fürsten: Ist König Heinrich am Ende?

Die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches stellten dem König ein Ultimatum: Wiederaufnahme in die Kirche innerhalb eines Jahres oder Absetzung! Heinrich IV. überquerte daraufhin im Januar 1077 im tiefsten Winter unter größten Strapazen die Alpen, um den Papst dazu zu bringen, ihn wieder in Kirche aufzunehmen. Vor dem Tor der Burg Canossa in Oberitalien, dem Winterquartier von Gregor VII., bat der König drei Tage im Büßergewand um Einlass – und um Vergebung. Am vierten Tag – so die Überlieferung – hatte er Erfolg. Der Papst hatte ein Einsehen und löste den Kirchenbann vom König. Damit war der Investiturstreit jedoch nicht beigelegt. Dies sollte insgesamt fast 50 Jahre dauern.

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Der „Gang nach Canossa“ und seine Folgen

Der Investiturstreit wurde zum Wendepunkte der europäischen Geschichte. Nicht nur die Trennung von Kirche und Staat, auch der Föderalismus in Deutschland hat seinen Ursprung in der epochalen Auseinandersetzung des 11. Jahrhundert.

Erfahren Sie mehr über den „Gang nach Canossa“ und den Investiturstreit in der Rezension zu Karin Schneider-Ferbers neuem Buch: „Wende im Investiturstreit: Heinrich in Canossa gedemütigt!“.

Bildnachweis

© Paolo da Reggio / de.wikipedia.org (Creative-Commons-Lizenz)

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