La Gomera - atemberaubend schön und natürlich anders




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La Gomera - atemberaubend schön und natürlich anders
La Gomera / Flausenfee

La Gomera gehört wie El Hierro zu den sieben Hauptinseln der Kanaren, ist aber den meisten viel weniger bekannt als die "großen Schwestern“ Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa und La Palma.

Und das ist auch gut so. Denn La Gomera ist etwas anders anders. Wer großen Touristentrubel und üblichen Strandurlaub sucht, wird das dort nicht finden. Wer aber atemberaubenden Panoramen, wilde Schönheit und Natur genießen kann, wird sich in diese kleine Insel La Gomera vielleicht genauso verlieben, wie es mir ergangen ist.

Wissenswertes über La Gomera

La Gomera ist wie auch die anderen kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Allerdings gelten die Vulkane auf La Gomera - anders als auf den anderen Inseln - als nicht mehr als aktiv.

Mit einer Fläche von 378 m² und einem Durchmesser von nicht mehr als 25 Kilometern handelt es sich bei La Gomera um die zweitkleinste der bewohnten kanarischen Inseln. Die Entfernung zum afrikanischen Kontinent beträgt ca 300 km, zum spanischen Festland 1.500 km.

Bewohnt wird die Insel von knapp 22 Tausend Menschen, die hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Tourismus leben. Mit nur ca 6.500 Touristen-Betten wirkt La Gomera aber nicht touristisch. Zwischen den einzelnen Orten mit wenigen Hotels liegen menschenleere Gebirge, Steilküsten und bizarre Felsformationen, die durch wilde Schönheit, Palmenlandschaften und unbeschreibliche Panoramen vor der Kulisse des strahlend blauen Atlantiks beeindrucken.

Dazwischen findet man einige traumhaft schöne, einsame Buchten, allerdings meistens sehr steinig und felsig, und nur wenige schwarze Lava-Sandstrände.

Einer der ältesten Regenwälder der Welt bedeckt das Zentrum der Insel, und der Nationalpark mit seinem einzigartigen Lorbeerwald wurde von der Unesco zum Kulturerbe der Menschheit erklärt.

Das Klima auf La Gomera ist vergleichbar mit dem Klima auf den anderen kanarischen Inseln. In den Sommermonaten liegen die Tagestemperaturen bei ca 30 Grad C, im Winter gehen sie selten auf unter 20 Grad. Allerdings muß man in den Wintermonaten auch mit heftigen Unwettern rechnen, während es im Sommer, vor allem im Süden der Insel, so gut wie nie regnet.

Eine Besonderheit, die es nur auf La Gomera gibt, ist die "Pfeifsprache", mit der die Ureinwohner miteinander auch über weiten Distanzen kommunizieren konnten. Diese Pfeifsprache wird übrigens auch heute noch in den Schulen La Gomeras gelehrt.

Urlaub auf La Gomera - Anreise, Ausflugsziele und Hotelauswahl

La Gomera besitzt zwar inzwischen einen kleinen Flughafen, dieser kann aber von den großen Passagiermaschinen nicht angeflogen werden, so daß die Anreise üblicherweise über den Flughafen Teneriffa Süd erfolgt. Von dort ist eine kurze, ca 15 minütige Fahrt zum Hafen von Los Christianos erforderlich, von wo man mit einer 3 mal am Tag verkehrenden Fähre auf einer ca 45minütigen Überfahrt nach San Sebastian auf La Gomera übersetzen kann. San Sebastian ist mit ca 8 Tausend Einwohnern die Hauptstadt von La Gomera und liegt im Südosten der Insel.

Von dort aus kann man die weiteren Orte der Insel mit einem Bus, Auto oder Taxi erreichen. Manchmal bietet sich als Verkehrsmittel allerdings auch die Fähre an, die schneller sein kann als der Weg durch die Berge. Beliebte Ausflugsziele sind zum Beispiel der Nationalpark, das Besucherzentrum, Los Organos, Valle Gran Rey und das Töpferdorf.

Auf La Gomera gibt es viel zu entdecken, aber wer einen Urlaub auf La Gomera plant, sollte sich darüber im Klaren sein, daß die Insel nicht viele Badestrände bietet, und daß einige Hotels vor allem auf Wander-Urlauber ausgerichtet sind. Wer keinen reinen Natur- und Wanderurlaub machen möchte, sollte deshalb bei der Wahl des Hotels darauf achten, daß im Hotel selber oder in der Umgebung das angeboten wird, was man sich für seinen Traumurlaub vorstellt. Das sollte man auch dann bedenken, wenn man den Urlaub mit Kindern macht, für die Entspannung, Natur und Wandern alleine vielleicht nicht ausreichen, um sich genügend "ausgelastet" zu fühlen.

Reisebericht über meinen Urlaub auf La Gomera im August 2010

Nachdem wir einige Jahre nicht hatten in Urlaub fahren können, suchten wir für den Sommer 2010 nach einem ganz besonderen Urlaubsziel. Ein Urlaubsziel, wo es warm sein würde und man auch baden könne. Aber vor allem ein Urlaubsziel, das nicht so überlaufen ist, wo nicht schon "jeder" gewesen ist und wo man noch ursprüngliche Natur erleben kann. Wir legten allerdings auch Wert auf eine schöne Hotel-Anlage, die der ganzen Familie - der 11jährigen Tochter, dem 13jährigen Sohn, meinem Ehemann und mir - Entspannung und Abwechslung bieten sollte.

Nach intensiver Internet-Recherche entschieden wir uns für dann für Jardin Tecina in Playa Santiago auf La Gomera. La Gomera ist eine kleine kanarische Insel, die mich schon lange gereizt hatte und Jardin Tecina sollte laut vieler Bewertungen im Internet zu den schönsten Anlagen überhaupt gehören.

Unser Condor-Flug von Hamburg nach Teneriffa ging am 04. August 2010 gegen Mittag und dauerte knapp 5 Stunden. Vom Flughafen Teneriffa Süd fuhren wir ca 20 Minuten lang zum Hafen Los Christianos und mußten dort noch einige Zeit warten, bis wir auf die Fähre konnten, die uns nach La Gomera bringen sollte.

Die Abendfähre ist eine etwas kleinere Fähre, so daß die Überfahrt etwas "schaukelig" wurde und mein leicht zu Seekrankheit neigender Sohn sehr erleichtert, als wir gegen 21 Uhr Ortszeit (die Uhren mußten im Vergleich zur Hamburger Zeit eine Stunde vorgestellt werden) auf La Gomera in San Sebastian ankamen. Von dort fuhren wir noch ca eine halbe Stunde mit dem Bus kamen dann in stockdunkler Nacht in Jardin Tecina an.

Zu so später Stunde konnten wir die weitläufige Anlage allerdings nicht mehr erkunden, nahmen nur noch ein schnelles Abendessen zu uns, bevor wir unsere "Zimmer" bezogen. "Zimmer" ist allerdings nicht ganz der treffende Ausdruck. Es handelte sich eher um eine im südlichen Stil erbaute, wunderschöne "Reihenhaus-Anlage", von Palmen und anderen exotischen Pflanzen umsäumt und direkt am kleinen Familienpool gelegen. Jede "Reihenhaus-Einheit" bestand aus zwei Etagen mit großzügigen Zimmern mit zwei großen Doppelbetten, gemütlichen Sesseln, einem großen und einem kleinen Bad, einer kleinen Küche, einer Terasse, einem großen überdachten Balkon und einer tollen Dachterasse, von der aus wir selbst im Dunkeln auf der einen Seite einen großartigen Blick auf beeindruckende Felslandschaften und Golfplatz und auf der anderen Seite auf den Atlantik hatten. Wir waren jetzt schon begeistert.

Am nächsten Tag erkundeten wir nach einem guten Frühstück den Rest der wunderschönen Anlage, die große Pool-Landschaft, den über einen in den Fels gebauten Fahrstuhl erreichbaren Meerwasser-Pool, die vielen Sportanlagen (Tennis, "Paddel-Tennis", Squash, Golf, Minigolf, Tischtennis, Fitness-Center und vieles mehr).

Schon die Anlage selber bot so viel und das Panorama war unbeschreiblich schön, daß ich die kurz aufkommende Enttäuschung, weil der direkt unterhalb der Anlage liegende Meeresabschnitt sehr felsig und steinig und überhaupt nicht zum Baden geeignet war, innerhalb von wenigen Minuten überwinden konnte, und immer wieder aufs Neue ins Staunen darüber kam, wie unglaublich schön und vielseitig unsere Umgebung war.

Unseren Urlaub verbrachten wir mit einer Mischung aus Entspannung am Pool, auf dem Balkon und der Dachterasse, aus der Nutzung der verschiedenen Sportmöglichkeiten und der Erkundigung der Insel. Dazu gehörte natürlich der Regenwald (leider an einem sehr heißen Tag, an dem die auf vielen Bildern gezeigte mystische Atmosphäre nicht so ganz aufkommen wollte, es war aber trotzdem wunderschön und beeindruckend) und das Entdecken von einsamen Buchten, die uns zeigten, daß man bei dem atemberaubendem Panorama das Baden im türkisblaue Meer selbst an Steinstränden genießen konnte.

Ein besonderes Highligt für uns war auch das Whale-Watching, als wir mit einem Boot auf das Meer fuhren und dort aus nächster Nähe einen Schwarm von Grindwalen beobachten konnten.

Obwohl wir jede Sekunde in vollen Zügen genießen konnten, vergingen die 2 Wochen viel zu schnell. Und auch wenn meine mir kurz in den Kopf kommende "Flause", auf La Gomera mal ein Haus zu kaufen, durch einen Blick auf die Preise im Verkaufsprospekt schnell zerplatzte (720 Tsd Euro für eine Villa) , trösteten wir uns beim Abschied damit, daß das ganz bestimmt nicht unser letzter Urlaub in diesem Paradies gewesen ist.

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