Leben




Platz #11 in Über Mich, #477 insgesamt
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Ich will nicht sterben. ich will nur immer öfter nicht mehr leben.

Das Leben ist nichts weiter, als die endlose Probe einer Vorstellung,
die niemals stattfinden wird.

So steht es auf meiner Haut geschrieben. Ich liebe diesen Spruch, weil er alles ausdrückt was ich denke. Vielseitig und eindeutig, verständlich und je nach Menschen anders auffassbar.

Was wir nicht alles tun um den Schmerz zu betäuben und für einen Moment vergessen wollen. Die einen suchen Halt beim Alkohol, andere verletzen sich selbst, manche finden Halt bei Freunden und Familie und wieder andere lassen sich von der Trauer und dem Schmerz in ein tiefes Loch stoßen, welches man alleine nicht mehr verlassen kann.

Gefangen zwischen dem Drang alleine zu sein und der unstillbaren Sehnsucht auf der anderen Seite.

Es ist das Gefühl bei jeder noch so kleinsten Niederlage unter zu gehen. Es ist der Drang alles alleine zu stemmen und der Welt zu zeigen, dass man es auch ohne deren Hilfe packt. Bis zu einem bestimmten Punkt funktioniert das auch super, wirklich. Aber wenn man diesen überschreitet, was dann? Während andere über Träume und die Zukunft philosophieren, versuche ich einfach nur den Tag zu überleben.

Wisst ihr eigentlich wie es sich anfühlt, wenn man jegliche Lebenslust hinter sich gelassen hat? Ich kann mich glücklich schätzen solche Freunde und meine Großeltern zu haben, die mich immer wieder daran erinnern, wie schön das Leben manchmal sein kann. Doch auch diese werden mich verlassen. Sie werden ihren Weg gehen, so wie jeder seinen geht und ich werde weiterhin dort stehen, wo ich schon vor Jahren stand.

Der Gedanke für immer zu gehen, Freund und Feind zugleich.

Er ist unglaublich nah und intensiv, er zwängt sich in jeden Atemzug und jeden Moment. Ich dachte immer ich wäre unglaublich stark, jeder dachte das. Aber es geht nicht mehr. Der schönste Gedanke ist, mal nichts mehr zu denken und vorallem zu fühlen. Ich weiß das jeder, der das jetzt liest, denkt wie unglaublich feige und selbstbemitleidend ist sie denn? Aber ist es verboten aus der Reihe zu tanzen? Nicht über Kinderwünsche und die Zukunft zu Träumen, sondern zu wissen das man für dieses Leben nicht geschaffen ist? Ich kann keine Liebe geben, sie erdrückt mich. Wisst ihr wie grausam man sich fühlt, wenn man die Umarmungen und die Liebkosungen der eigenen Geschwister nicht ab kann? Man fühlt sich unglaublich schlecht, weil man ihnen das weder zurück geben, noch es genießen kann.

Man kann so vieles verlieren, die Fassung, das Vertrauen, die Hoffnung, Freunde und Familie. Aber das schlimmste ist wohl, wenn man sich selbst verloren hat.

Das schlimmste ist, dass ich langsam nicht mehr weiß, ob das noch ein Hilfeschrei, oder langsam grausame Realität wird. Alles hat ein Ende, leider fällt mir für meine Gedanken kein passender ein. Nichts würde ausdrücken was ich fühle.