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Regionalgeld sollte nicht mit Euros gedeckt sein

Leistungsgedecktes Regionalgeld – der Weg aus der Krise?

Der Mangel an Geld ist das eigentliche Kernproblem der Wirtschaftskrise. Weil der Zins dafür sorgt, dass Geld gehortet wird, fehlt es im Kreislauf der Wirtschaft. So kann es ein Aufgabe nicht wahrnehmen, dafür zu sorgen, dass die Waren und Dienstleitungen fließen können. Bereits in der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre wurde die Lage an manchen Orten dadurch verbessert, dass man ein eigenes regionales Geld einführte. Weil dieses Geld nur örtlich angenommen wurde, floss es nicht aus der Region ab und weil es einen eingebauten Wertverlust hatte, wurde es schnell wieder ausgegeben. So konnte man zum Beispiel in Wörgl in Tirol mit dem „Wörgler Schilling“ 1933/34 die örtliche Wirtschaft ankurbeln und sogar Arbeitslosigkeit abbauen, während sie rundherum stieg. Auch heute gibt es an vielen Stellen in Deutschland wieder regionale Gelder. Allerdings werden sie nur im eher kleinen Rahmen genutzt und haben teilweise einen großen Fehler: Sie werden mit Euros gedeckt. Regionalgeld muss jedoch zusätzlich zu den Euros vorhanden sein, weil es ja keine zusätzliche Kaufkraft erzeugt, wenn bei seiner Ausgabe Euros aus dem Kreislauf verschwinden. Doch mit was soll man das Regionalgeld anstatt dessen decken? Die Antwort ist genauso einfach, wie sie ungeheuerlich klingt: Dadurch, dass das Regionalgeld von Unternehmen ausgegeben und durch deren Produkte gedeckt wird. Wenn es auch zunächst seltsam klingt, dass hier private Firmen „Geld machen“ dürfen, ist das in Wirklichkeit keine so atemberaubende Sache: Einkaufsgutscheine gibt es ja schon lange und der einzige Unterschied besteht darin, dass bei einem leistungsgedeckten Regionalgeld diese Gutscheine nicht nur von demjenigen Unternehmen genommen werden, das sie ausgegeben hat, sondern von allen anderen angeschlossenen Firmen auch.