Mädchenschicksal in Äthiopien




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Die Fistula-Patientinnen

Empfängnisverhütung und Aufklärung sind in ländlichen Gegenden Äthiopiens immer noch eine Ausnahme. Viele Mädchen werden schwanger, wenn sie noch selber Kinder sind. Doch oft passieren zahlreiche Komplikationen. Entstandene Verletzungen haben oft langwierige Folgen und grenzen die Mädchen gesellschaftlich aus. Viel leid könnte verhindert werden, wenn die Frauen und Mädchen rechtzeitig über Sexualität, Krankheiten und Verhütung aufgeklärt würden.
Die Stiftung Weltbevölkerung hat sich diese Aufgabe zum Ziel gemacht. In Jugendklubs in Äthiopien wird Aufklärung betrieben.
Ein Beispiel für ein typisches Mädchenschicksal ist Buzuye. Mit acht Jahren wurde sie wie viele äthiopische Mädchen mit einem älterem Mann verheiratet. Mit 14 Jahren bekam sie viel zu früh ihr erstes Kind. Der junge Körper war den Strapazen nicht gewachsen. Ihr Becken erlitt schwere Verletzungen, das Gewebe wurde von innen zerdrückt und es bildeten sich Löcher. Sie überlebte schwer verletzt, das Baby nicht. Sie wurde inkontinent, leidet seitdem unter Scheidenfisteln und wurde von ihrem Mann und der Dorfgemeinschaft verstoßen. Allein, abhängig von dem Wohlwollen der Angehörigen, muss sie den Verlust ihres Babys verarbeiten .
Scheidenfisteln sind aber ein behandelbares Leid. Jugendberaterinnen suchen Fistula-Patienten in ihren abgeschiedenen Hütten auf und versuchen sie zu einer Untersuchung oder einem Krankenhausaufenthalt zu bewegen. Die jungen Mädchen halten ihre Krankheit oft für einen Fluch oder eine Bestrafung und schämen sich dementsprechend. Daher ist es schon sehr schwierig, die Betroffenen ausfindig zu machen. Auch die Familien der Betroffenen müssen  von einer Zusammenarbeit überzeugt werden.
Auch wenn die Scheidenfisteln operabel sind, ist es für viele Patienten nahezu unmöglich das nächste Krankenhaus zu erreichen. Es ist oft viele Tagesmärsche entfernt und die Mädchen sterben vielfach an Erschöpfung auf dem Weg. Wegen ihrer Inkontinenz ist niemand bereit, sie im Auto oder Bus mitzunehmen. Daher stellen Hilfsorganisationen Geländewagen zur Verfügung, die die Mädchen in eine Klinik bringen.
Buzuye ist jetzt 18 Jahre und hat die Operation gut überstanden. Dank der Aufklärung benutzt sie Verhütungsmittel, um erst wieder schwanger zu werden, wenn sie es möchte.

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