Reisebericht: Pilgern zu den Kirchen in Köln




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Meine Wallfahrt

Reisebericht: Pilgern zu den Kirchen in Köln

In Hinsicht auf die religiösen Grundsätze und Regelwerke bin ich wahrscheinlich kein besonders gläubiger Christ. Ich besuche fast nie die Kirche und richte mich auch selten nach irgendwelchen religiösen Festtagen. Eines Tages kam ein guter Freund zu mir und erzählte mir von einer Wallfahrt zu den vielen Kirchen Köln. Ich kannte den Begriff Wallfahrt eigentlich nur aus meiner Kindheit und hatte sofort das Bild alter Frauen und Männer im Kopf, die in eine nahegelegene Kirche in unserem Bezirk marschierten und ständig Rosenkranz beteten. Dementsprechend war es für meinen Freund ziemlich schwer, mich davon zu überzeugen, mit ihm diese Wallfahrt zu bestreiten. Als Pilgerreise hatte er sich eine Form des Jakobsweges ausgesucht. Er meinte, bei diesem Weg würde man Jesu Christi am nahsten sein. Naja, eher missmutig begann ich mit ihm die Reise, die von den Niederlanden aus starten und bis zu den Kirchen Köln führen sollte.
Den Beginn machten wir in Nimwegen, eine Hansestadt in den Niederlanden, die direkt an der Grenze zu Deutschland liegt. Mit dem Flugzeug flogen wir von Berlin in die Niederlande und kamen am Airport Weeze an. Das restliche Stück mussten wir mit einem Taxi zurücklegen. Für die Pilgerreise hatten wir insgesamt 10 bis 15 Tage eingeplant. Die erste Strecke dauerte etwa 15 Kilometer und ich muss sagen, dass war für mich die wohl anstrengendste Etappe. Wie oft wünschte ich mir schon an diesem ersten Tag bereits, hinter dem nächsten Hügel die Kirchen Köln zu erblicken. Leider war dem nicht so. Dennoch besichtigten wir an diesem Tag bereits sehr viele beeindruckende Orte, wie etwa die Sankt Jakobskapel in Nimwegen, das Rheindelta, das Museum „Het Valkhof“ und vieles mehr. Abends kamen wir in Kranenburg an und freuten uns, dass wir dort bereits Wochen zuvor ein Zimmer gebucht hatten. Am zweiten Tag wanderten wir bis nach Kleve und ließen wieder weitere 13 Kilometer hinter uns. Der dritte Tag sollte nach Kalkar führen. An einem Wanderweg entlang konnten wir die Schönheiten des Rheinaltarms bewundern und freuten uns auf die Schönheiten der Kirchen Köln, die uns erwarteten. Vorbei an wunderschönen alten Sehenswürdigkeiten, wie dem Schloss Moyland und dem Kesseltor, konnten wir auch diesen Tag abschließen und hatten nun schon ein ganzes Stück Weg zurückgelegt. Schon jetzt merkte ich, wie mich eine innerliche Ruhe umfing. Man musste sich um nichts anderes mehr kümmern, als zu gehen und die Kirchen Köln zu erreichen. Zwischendurch verlor man sogar das Zeitgefühl und begann, sich nur mehr nach den Zeichen der Natur und der Sonne zu richten. Die nächsten drei Tage waren wohl die schlimmsten auf unserer Pilgerreise. Im Gegensatz zu meinem Freund hatte ich mir natürlich keine so teureren und hochwertigen Wanderschuhe besorgt und durfte mich daher über ein paar große, schmerzhafte Blasen an den Füße freuen. Meine Blasen und ich versuchten also, diese drei Tage so gut wie möglich zu überstehen. Trotz aller Schmerzen konnten wir auch auf dieser Strecke die unterschiedlichsten Schönheiten bewundern. In Xanten durften wir den tollen Ausblick auf das Xantener Meer genießen und erkundeten sogar die wunderschöne Innenstadt, die auch einen Archäologischen Park vorzuweisen hatte. Zuvor durften wir allerdings auch noch den Xantener Dom und das Kloster Mörmter bewundern. Schon bald sollten wir auch die Kirchen Köln erblicken dürfen. Unsere letzten Etappen verliefen, dank der abgeheilten Füße wieder ohne Probleme. Je näher wir den Kirchen Köln kamen, desto schneller schien es, bewegten wir uns fort. Von Neuns zu den Kirchen Köln kam es uns nur mehr wie ein Katzensprung vor. Da wir aber sehr gut in der Zeit lagen, machten wir uns keinen Stress und besichtigten vor den Kirchen Köln noch alle Schönheiten der letzten Etappe. Dazu gehörten das Kloster Knechtsteden oder auch das Kloster Sankt-Tönnis-Platz. Der gekennzeichnete Pilgerweg ließ zeitweise bereits von Weitem einen Blick auf die Kirchen Köln zu. In Nippes, dem Vorort von Köln, konnten wir bereits die ganze Pracht der Kirchen Köln bewundern und freuten uns, diese heiligen Orte endlich auch von Nahem bewundern zu dürfen. Die Kirchen Köln könnten schöner nicht sein. Allesamt im romanischen Baustil gehalten, sind sie wirklich sehr sehenswert. Wir sahen uns die Kirchen Köln nacheinander an und ließen uns für jede wirklich viel Zeit. Insgesamt gibt es 12 Kirchen Köln: St. Andreas, St. Aposteln, St. Cäcilien, St. Georg, St. Gereon, St. Kunibert, St. Maria im Kapitol, St. Maria Lyskirchen, Groß St. Martin, St. Pantaleon, St. Severin und St. Ursula. Jede der Kirchen Köln hat seinen eigenen Charme. Es war etwa 20 Uhr abends, als wir wirklich jede einzelne Kirche besichtigt hatten. Zufrieden und glücklich sanken wir in unsere Betten, in einem Kölner Hotel und freuten uns, am nächsten Tag mit dem Flugzeug direkt nach Berlin zurückfliegen zu dürfen.
Meine Einstellung zur Religion und ihren Grundsätzen hatte sich natürlich auch mit dieser Pilgerreise nicht geändert. Dennoch konnte ich eine Art „heiliges Gefühl“ erfahren und kennenlernen. Diese innerliche Ruhe erfuhr ich erste beim nächsten Pilgern in darauffolgenden Jahr wieder.