Stadtstrände in München




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Die nördlichsten Strände Italiens: München und seine Beach-Kultur

Stadtstrände bringen in den stickigen Großstadtsommer ein Stückchen Urlaubsflair. Greifbar nah die Illusion heißer karibischer Nächte und entspannt mediterraner Tage – Erholung wird mit dem Sand direkt in die City gegossen. Auf leer stehende Parkplätze, an Flüsse oder kleine Seen, auf Terrassen über den Dächern der Stadt: Es braucht nicht viel, um einen Hauch von Südsee zwischen Hochhäusern, Büros und Einkaufstempeln wehen zu lassen. Einige Palmen, Strandkörbe, Sonnenschirme und andere typische Beach-Accessoires – und fertig ist der neue Trend der modernen Gastronomie. Stadtstrände, auch „City Beaches“ oder „Beach Clubs“ genannt, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei gestressten Großstädtern und allen, die immer auf der Suche nach neuen Locations zum Feiern und Chillen sind. Die im Jahr 2001 ins Leben gerufene „Paris Plage“ ist die Mutter aller Stadtstrände. Ihrem Beispiel folgend wanderte die Idee der urbanen Oasen auch in viele andere europäische Metropolen und ist mittlerweile von West nach Ost und Nord nach Süd absolut „in“. Auch die bayrische Hauptstadt hält einige wunderschöne „City Beaches“ parat.

Kulturstrand

Ob auf dem Isarbalkon der Corneliusbrücke oder wie 2012 an der Ludwigsbrücke, der Kulturstrand der „Urbanauten“ ist wohl der bekannteste Vertreter der Münchner Stadtoasen. Hier trifft man vor allem Studenten und die typische „Gärtnerplatzklientel“, die den Beach als Treffpunkt zum Plaudern, Flirten und „Party-Machen“ schätzen. Nachmittags erfreuen sich auch viele Mütter mit ihren Kindern an den Möglichkeiten zu Spaß und Entspannung, die der Strand eröffnet. Im Fokus steht ein täglich wechselndes Programm von Theater, Kabarett und Musik, das bequem im Liegestuhl relaxend oder direkt im Sand sitzend genossen werden kann. Es fehlt natürlich nicht an maritimen Cocktails und leckeren Snacks.

Nektarbeach

Schick und gediegen begegnet man sich am Nektarbeach auf der Praterinsel. In lockerer und dennoch stilvoller Atmosphäre gibt es Events für jeden Geschmack: Coole Parties, Weindegustationen, interessante Lesungen oder Live-Musik. Sofas, Betten und Strandliegen sorgen in der Lounge der Nektar-Strandlandschaft für Gemütlichkeit. Kleine Snacks, Kaffee und Drinks runden das Wohlfühlen ab. Auf großen weißen Liegeflächen mit Blick auf die Isar schlemmt der „Nektar-Genießer“ hausgemachte Tortenkreationen oder schlürft exotisch-ideenreiche Cocktails. Ein gut gefülltes Portemonnaie ist von Vorteil. Das angeschlossene Grillorama-Restaurant bietet eine hübsche Aussicht auf den Strand und die Isar und ist somit auch bei Regenwetter fast ein Urlaubsort.

Bamboo Beach

Die „Costa del Kult“ lädt neben sommerlichem Chillen, Relaxen im Sand und Strandbar-Genüssen auch ein, den braungebrannten Körper sportlich in Szene zu setzen. Beach-Volleyball ist lustig, macht fit und gehört einfach dazu. Feiner Sand, hübsche Springbrunnen, Palmen und ein kleiner „Lago Zentral“ bringen südländisches Flair in die Kultfabrik. 2000 m² Sandstrand bieten Sonnenanbetern genügend Platz, sich auszutoben und laue Sommernächte auszukosten.

Dauerbrenner oder Eintagsfliege?

Von Dresden bis Köln und von Hamburg bis München, überall hat sich die Kultur der „City Beaches“ ausgebreitet. Selbst in kleineren Städten wie Plauen, Heilbronn, Oldenburg oder Landshut ist ein Sommer ohne die beliebten Stadtstrände nur schwerlich vorstellbar. Und das mit guten Gründen: Die Kassen der Gastronomen klingeln. Außerdem wächst in immer stressreicheren Zeiten der Bedarf an Erholungsmöglichkeiten, die natürlich möglichst „up-to-date“ sein sollen. Zudem kann sich bekanntlich nicht jeder einen Trip in den Süden leisten, da kommen kleine Urlaubsillusionen mitten im Alltag gerade recht. All das spricht eine klare Sprache: Stadtstrände sind gekommen um zu bleiben!

Verfasst von Chris Hiller