Tee kochen - aber richtig!




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Anleitung für eine korrekte Teezubereitung


In meiner Jugend verbrachte ich ein Jahr im Stammland der Teetrinker. Aus dem meist feucht-nebligen London brachte ich nicht nur ein gutes Oxford-Englisch sowie  ein Faible für den englischen Humor mit, sondern vor allem meine Passion fürs Teetrinken. Sie wurde mir zur täglichen Gewohnheit!

Nur hierzulande durfte ich meine Gastgebern öfters  bei falscher Teezubereitung beobachten. Private Gastgeber sowie öffentliche Cafés haben mir mehr als einmal Tee kredenzt, der wie Spülwasser schmeckte und mir das Teetrinken verleidete. Es gibt Hausfrauen, die das Teewasser in einer Stiel-Kasserolle erhitzen, zuerst damit die Kanne vorwärmen, dann das Wasser aus der vorgewärmten Teekanne wieder in die Kasserolle zurück gießen, um schlußendlich die Teeblätter damit zu  überbrühen. Wie degoutant!

In den Coffee-Shops bekommt man ein Glas mit mehr oder weniger heißem Wasser, dazu einen Teebeutel, den man selbst ins Glas hängt. In den Begegnungsstätten wird das Wasser in Thermoskannen warm gehalten und direkt über den Teebeutel in der Tasse gegossen, wenn der Gast schwarzen Tee verlangt. Bei einer so falschern Zubereitung kann sich das Aroma des Tees nicht richtig entfalten und er schmeckt bitter, wenn zuviel Gerbstoffe (Tannin) austreten.

Nur in den Stehcafés oder in Bäckereien kommt das heiße Waaser – wenn man Glück hat - sprudelnd aus dem Hahn. Diese Tees sind zwar korrekt zubereitet, aber in den Gläsern so heiß, dass man sich erst mal den Mund verbrennt, ehe man den Tee wirklich trinken kann.

Leider musste ich bei meinem letzten Besuch in London feststellen, dass sich auch dort die Zubereitung des Tees verflacht hat. Selbst im altehrwürdigen Britischen Museum bekommt man ein Glas heißes Wasser aufs Tablett gestellt, mit einem Teebeutel daneben. Bis man einen Tisch gefunden hat, ist das Wasser nur noch lauwarm und der Tee schmeckt nicht!

 


 

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Ostfriesische Kluntjes

Teezubereitung

Doch jeder kann lernen, einen genießbaren, aromatischen Tee richtig zuzubereiten: Dazu braucht man eine Teekanne, am besten aus Glas oder Porzellan; sie darf keinesfalls aus Metall sein! Zum Überbrühen nimmt man losen Tee, dessen Blätter ein besseres Aroma ergeben. Nun gibt man 1,5 – 2 g Tee pro Tasse in einen Papierfilter (am besten von Cilia) und hängt diesen mit dem Halter in die Teekanne.

Das Wasser kann man in einem Wasserkocher oder dem guten alten Pfeifkessel zum Kochen bringen. Noch sprudelnd wird es mit 100° C über den Tee gegossen. Die belebende Wirkung des Teins tritt bei einer Ziehzeit von 2-3 Minuten ein. Soll der Tee beruhigend sein, läßt man ihn fünf Minuten ziehen. Es empfiehlt sich eine Uhr zu stellen, sonst vergisst man den Filter rechtzeitig aus der Kanne zu nehmen und der Tee wird bitter.

Bei grünem Tee muss man das Wasser auf 60-80° C abkühlen lassen und erst dann die Teeblätter übergießen. Grüntee schmeckt etwas herber und bitterer als Schwarztee. Wenn man den ersten Aufguß wegschüttet, schmeckt der grüne Tee angenehmer. Sobald der Tee trinkfertig ist, stellt man die Kanne zum Warmhalten auf ein Stövchen (Rechaud). Damit erübrigt sich auch das Vorwärmen der Kanne.
 

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Beigaben zum Tee

Zum Süßen des Tees kann man Zucker, Kandis (weiß und braun), Süßstoff oder Honig verwenden. Ein edler Tee soll allerdings pur am besten schmecken! Ich persönlich trinke ihn am liebsten mit weißem Kandis und Sahne. An kalten Wintertagen empfiehlt sich ein  guter Ostfriesen-Tee, in dem die Kluntjes leise in der Tasse knistern. Auch mit einem Schuß Rum erwärmt er die verfrorenen Glieder. Den grünen Tee trinke ich am liebsten ungesüßt, mit einem Spritzer Zitrone.

Man kann auch noch andere Zutaten zum Tee geben wie: Zitrone, Rum, Ingwer, Zimt, Arrak, Whisky und vieles mehr. Aromatisierte Tees gibt es in großer Auswahl. Lange Zeit  war ich ein Fan von dem mit Bergamottöl aromatisierten Earl Grey, doch dieser erwies sich als zu aggressiv. Danach bin ich wieder zu den nicht aromatisierten Tees zurückgekehrt und trinke jetzt am liebsten eine gute englische Mischung, einen Darjeeling oder Assam-Tee. Gute schwarze Tees gibt es auch in Bio-Qualität.

Als Gebäck kann man alles Mögliche dazu essen. Sehr gut schmeckt der klassische englische Teekuchen mit Rosinen, Zitronat und Orangeat. Für eine tea party  eignen sich auch Muffins, Zitronenkuchen oder Rosinenbrötchen. In England werden zum afternoon tea gerne sandwiches mit grünen Salatblättern serviert.

Bücher über die Teezubereitung und zum Tee passendem Gebäck gibt es in großer Zahl:

Flickr Tee