Texas Jailhouse Chili




Platz #4 in Essen & Kochen, #62 insgesamt
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Mein Lieblings-Chili

Texas Jailhouse Chili
Texas Jailhose Chili

Chilirezepte gibts viele. Kein Wunder, Chili ist in den ganzen USA verbreitet. Ursprünglich kommt es aus dem Süden der USA, New Mexico und Texas streiten sich darum, wer denn nun das Chili erfunden hätte. Wie bei vielen Rezepten liegt die Wahrheit wohl irgendwo zwischen drin und Chili ist die Weiterentwicklung lokaler Kochgewohnheiten mit heimischen Zutaten und äußeren Einflüssen durch Zuwanderer anderer Kulturen.

Wie der Name Chili schon sagt, sind Chilies enthalten und vor allem die Mexikaner haben Chili mit Schokolade zur sogenannten "Mole" kombiniert, einer Sauce, für die es ebenfalls viele Varianten gibt.

Auch die Kochgewohnheiten der amerikanischen Ureinwohner dürften ihren Einfluß geltend gemacht haben, sie vermischten Fleisch, scharfe Gewürze und Salz, trockneten die Mischung und verwendeten das so entstandene "Pemmikan" als Reiseproviant. Es wurde mit Wasser eingeweicht und gekocht, fertig war der Eintopf. Oder so ähnlich.

Eine andere Legende besagt, Chili sei in texanischen Gefängnissen erfunden worden, weil Rindfleisch und Bohnen die billigste Art und Weise der Ernährung in jenen Zeiten gewesen sei.

Wie auch immer, wenn die Gefangenen in jenen Tagen mein Texas Jailhouse Chili bekommen haben, kann es ihnen nicht so schlecht gegangen sein. Ich befürchte aber, das haben nur die Aufseher gegessen.

Die Zutaten zum Texas Jailhouse Chili mögen etwas verwundern: Kakao und Kaffee. Aber in Süd- und Mittelamerika war beides schon immer ein Bestandteil der Küche und nicht nur der süssen.

Gestritten wird unter den Chilifans immer: 

Hackfleisch oder nicht, Mais oder nicht, Bohnen oder nicht. Ich hab alles schon probiert, das Rezept hier ist meine Lieblingsvariante, aber niemand sollte sich abhalten lassen, zu experimentieren. Denn nur so entsteht Neues.

Die herb-bittere Note des Kaffees und des Kakaos verbinden sich sehr angenehm mit der Schärfe der Chilischoten.

Leider ist bei uns die Auswahl der Chilisorten nicht sehr groß. Scharfe Peperoni sind gut geeignet, wers richtig scharf mag experimentiert mal mit Habaneros. Jalapenos sind eher mild und seltener zu haben. 

Asiatische Lebenmittelgeschäfte haben manchmal eine größere Auswahl und natürlich gibt es einige Online-Shops, die sich auf Chilies spezialisiert haben. Und hier wird man in der Regel auch fündig. 

Chilies sind nicht nur einfach scharf, sondern jede Sorte hat auch ihr eigenes Aroma. Die Schärfe steckt hauptsächlich in den Kernen und dem Kerngehäuse, wenn man das entfernt, geht ein Großteil der Schärfe verloren. Habaneros z.B. sind aber auch ohne Kerne höllisch scharf.

Die Schärfe kommt vom Capsicum und Capsicum ist fettlöslich. Wenn es Mund brennt, hilft also trinken wenig bis nichts, Joghurt (so machen das die Inder) oder Weißbrot helfen viel besser. Aber der Schmerz läßt auch schnell wieder nach. Und er sorgt für die Ausschüttung körpereigener Endorphine, d.h. Glückshormonen.

Wenn also Schokolade glücklich macht, dann Chili umsomehr. Vielleicht hat mans ja deswegen den Gefangenen gegeben.

Aber nun zum Rezept:

Gerät:

1 Schmortopf zb einen Dutch Oven

1 Pfanne

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg Rindfleisch nicht zu mager. Beinscheiben, Wade oder Bürgermeisterstück sind gut geeignet. Alles was sich gut schmoren lässt kommt in Frage. Filet ist erstens zu schade und zweitens zu trocken.
  • 4 große Zwiebeln
  • 2 große rote Paprika
  • 1 Karotte
  • 2 Dosen Kidneybohnen
  • 1 Dose Mais (optional)
  • 1 - 10 Chilies je nach Schärfegrad und Geschmack. Ich würde erst mal mit wenig anfangen und den Rest kleingehackt auf den Tisch stellen, dann kann man nach Belieben nachwürzen.
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1/2 TL Habaneropulver
  • 1/4 TL Cumin gemahlen oder 1/2 TL Cumin ganz
  • 1-2 TL grobes Meersalz
  • 1/4 TL frisch gemalener schwarzer Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und gepresst
  • 2 El Kakao
  • 1 Tasse starken Kaffee
  • 1 Bund frischer Koriander

Zubereitung:

  • Zunächst die Zwiebeln schälen und grob hacken
  • Das Fleisch in Würfel schneiden mit ca 1-2cm Kantenlänge
  • Die Paprika waschen, entkernen und in kleine Würfelschneiden
  • Die Karotte schälen und in dünne Scheiben schneiden
  • Die Chili waschen, entkernen und hacken
  • Das Fleisch portionsweise in Butterschmalz, Schweineschmalz oder einem anderen guten Fett/Öl in der Pfanne schön braun anbraten und in den Topf geben. Den Bratensatz mit etwas Wasser aufkochen und beiseite stellen. Der Bratensatz sollte aber nicht angebrannt sein, sonst kann man ihn wegschütten.
  • Den Topf mit dem angebratenen Fleisch aufs Feuer stellen und die Zwiebeln dazu. 
  • Den Knoblauch, 1 EL Chili, die Paprika, die Karotte, den Kreuzkümmel (Cumin), Chiliflocken und Habaneropulver zugeben und unter Rühren kräftig durchbraten. Auch hier vorsichtig beginnen und lieber nachwürzen.
  • Mit der Tasse Kaffee und dem aufgekochtem Bratensatz ablöschen.
  • Das Salz dazu und den Kakao dazu.
  • Deckel drauf und auf kleiner Flamme etwa 1 Stunde schmoren. Ab und zu mal umrühren
  • Kurz vor Schluß die Bohnen und  den Mais(optional) jeweils mit der Einmachflüssigkeit dazugeben. Wer die Flüssigkeit nicht haben will, sollte noch mit etwas Zucker abschmecken
  • Das ganze auf vier Tellern anrichten und mit gehacktem Koriander garnieren.

Dazu gibts Baguette

Guten Appetit.

Mehr Rezepte findet Ihr auf meiner Seite: StefansRealLife