Tolpatschi veräppelt den Doppelkopfdämon




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Tolpatschi veräppelt den Doppelkopfdämon

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 Jürgen Köditz

3.Teil

Tolpatschi befreundete sich mit dem Goldgräber Jim und besuchte ihm oft. Dieser erzählte ihm bis in die Nacht hinein, nur von einer Petroleumlampe beleuchtet, viele interessante und spannende Geschichten. Diese interessierten Tolpatschi sehr. Er wurde angesteckt und begann nun auch irgend welche unglaublichen Geschichten zu spinnen.
Merkwürdiger Weise war er der einzig, der laufend dem Doppelkopf begegnete. Denn auch dieser wollte ihm zum Freund haben, natürlich nur aus Berechnung, um ihn über andere auszuhorchen.
Eines Tages horchte er Tolpatschi über dessen Freund Jim aus. Er wollte wissen, was Jim über ihn erzähle.
Tolpatschi dachte sich etwas ganz Verrücktes aus:
„Dopko, sage es aber keinem weiter, was ich dir erzähle. Jim vertraute mir an, du bist eine Kannibale. Du hättest einen tiefen Kellerschacht, der wäre voll mit Leichen gefüllt. Diese hast du alle mit bunten Salz bestreut, damit sie sich lange halten. Deine Lieblingsspeise sind Menschenköpfe, denen schlürfst du wie eine Auster das Gehirn heraus. Allen würdest du erzählen, wie gut das schmeckt!“
Auf einmal standen dem Dopko die feurigen Haare zu Berge und er steckte die lange Zunge raus, rannte hinter ein Gebüsch und erbrach sich.
Tolpatschi wunderte sich, das dieser mit allen Bösartigkeiten gewaschene, teuflische Dämon, wie Jim ihm beschimpfte, so empfindlich sein konnte.

Beim nächsten Treffen wollte Doppelkopf wissen, was der Stadtkommandant, so alles treibt und sage. Dabei funkelten ihn seine roten Augen wie immer drohend an.
„Der Stadtkommandant Marakus ist ein durchtriebener Fuchs, ein Aasgeier und eine Beutelratte! schimpfen alle. In seiner bunten Generalsuniform jagt er allen Angst ein. Laufend erfindet er neue Steuern, sogar eine Autosteuer, obwohl keiner hier auf der Insel ein Auto besitzt. Damit besteuerte er sogar Kinderspielzeugautos. Er kassiert eine Buntsalzsteuer. Weil die Geschäftsleute sich beschwerten, sie hätten kein Buntsalz im Angebot, müssen diese das weiße Salz in bunten Tüten verkaufen. Die Steuer beträgt den zehnfachen Verkaufspreis. Der Senf-Michelo mit seinem Tante-Emma- Laden machte Pleite. Die Steuern für alle Nahrungsmittel sind höher, als seine Einnahmen. Neuerdings setzte der Marakus auch noch den Stadtpolizisten als Steuereintreiber ein. Jeder, der seine Steuern nicht bezahlen kann, wird wie ein Verbrecher behandelt.
Aber sein Sohn, der Paulo erzählt viel blödes Zeug über dich. Das sind doch alles nur Märchen!“ winkte Tolpatschi ab. In Wirklichkeit wollte, Tolpatschi, dem Dopko seine Geheimnisse entlocken.
„Gerade diese Lügen über mich, interessieren mich, will ich wissen. Heraus damit!“ drohte er.
Tolpatschi setzte, wie er es bei den Erwachsen immer sieht, eine nachdenkliche Miene auf und beginnt zu lachen:“ Hahaha! dieser Paulo behauptet, du würdest in einer bunten Kristallgrotte wohnen. Du besitzt ein großes Geheimnis, nein, so was Komisches, du würdest das bunte Salz des ewigen Lebens schlucken. Auch auf manche Leute würdest das schlimme Starr-Salz streuen, diese würden dann, wie in der Bibel, leblos zu Salzsäulen erstarren. Diese lägen in einem großen, weißen Salzsaal. An Vollmondnächten erwachen sie und spuken herum. All das andere Zeug, auch von einer Elfenkönigin, habe ich mir nicht gar nicht erst mit angehört. Da bin aus der Kneipe gegangen. So eine Grotte, die kann es ganz und gar nicht geben. Diese würde hier jeder kennen.“
Verärgert verdrehte Doppelkopf mehrmals seinen Hals, mal war das eine Gesicht vorne, mal das andere. Dabei rief er:“ Diese Grotte gibt es wirklich!“
Nun wollte Doppelkopf, noch einiges über den Pfarrer Leutknecht wissen.
Kennst du den Pfarrer Leutknecht, was predigt der über mich?“

 

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