Trauerklösse-Klassentreffen mit Beatmusik




Platz #95 in Musik, #2421 insgesamt
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Trauerklösse-Klassentreffen mit Beatmusik
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Zu unserem letzten Klassentreffen war nicht einmal die Hälfte meiner ehemaligen Klassenkameraden erschienen. Manche lagen schon unter Erde. Wir standen ja alle kurz vor dem Rentenalter. Vielleicht war ich nicht zum richtigen Treffen. Ich musste ja dauernd die Klassen wechseln, da bin ich oft sitzen geblieben, zumeist zum Nachsitzen.

Verrückte Musik: Alle außer Rand und Band

Zu unserem Klassentreffen wurden nur heiße Musik gespielt, wofür wir uns als Jungendliche so begeisterten. An erster Stelle standen die Beatles und die Rollings Stones, die uns alle außer Rand und Band brachte. Aber keiner von uns tanzte dazu.
Kurt erinnerte, an die Rhythmiks zu DDR-Zeiten. Die spielten so verrückte Musik, dass wir alle verrückt spielten. Da passierte in einem Lokal in Göschwitz bei Jena.Wir lieferten uns Saalschlachten Tische und Stühle wurden zu Kleinholz gemacht. Die Volkspolizei rückte an. Biergläser flogen, die Polizei wurde aus dem Saal gejagt. Die Rhythmiks wurden verboten, samt der Beatmusik. Klaus begeisterte sich:“ Erinnert ihr euch noch an Karl den Starken. Der hatte gleich drei Volkspolizisten krankenhausreif geschlagen. Vor drei Wochen hat dieser Kraftprotz ins Gras gebissen. Ein Jammer!
Ausgerechnet, die dicke Monika, schon vielfache Oma, fing zu Tanzen an, aber leider wollte keiner mit ihr tanzen. So tanzte sie alleine durch den Saal. Immer mehr heiße Rhythmen erklangen, auch von Elvis Presley. Jedoch keiner begeisterte sich dafür.
 

Zur heißen Musik gab es viele Krankheitsgeschichten
 

Wir wurden eine Trauerklossrunde zum Thema Nummer 1. Es wurden nur noch Krankheitsgeschichten erzählt. Nur einmal wurde gelacht, als Erna sich beklage:“ Ich kann kaum noch laufen, meine Knies schmerzen und ich habe Probleme mit dem Treppensteigen, denn ich habe Hibiskus“. Ich frotzelte: „Ich habe einen Minsikus der blüht rot, der andere gelb und der Schönste hat rosafarbene Blüten.“
Als der Schlager erklang: „ Ein Bett im Kornfeld“ ,tischte Trudle die Geschichte, von ihrem Schwager auf, der einen Herzanfall bekam und in der Klinik nicht ein Bett frei war.
Ich witzelte: „ Und im Kornfeld war da auch kein Bett frei?“
„Unser lustiger Otto kann auch keine Witze mehr reisen, der hat jetzt Altsheimer.

Hoffentlich passiert das nicht unsereiner“! ängstigte sich Mischa.
Ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen:„ Der Otto hatte sich ja auch laufend die Klaviermusik vom „Schrägen Otto“angehört!“
Erna beklagte sich: „Bei diesem Je-Je-Lärm, versteht man das eigenen Wort nicht mehr, könnt ihr nicht mal eine andere Platte auflegen, ich liebe vom Bach die Zauberflöte. Ihr liebt wohl keine Orgelmusik.“
Jedoch Ihr Wusch wurde von der Musik übertönt.

Meine Krankheitsgeschichte zur Trauerklossrunde

Ich versuchte auch mit meiner Krankengeschichte zur allgemeinen Unterhaltung beizutrage. „Ich erinnere mich von irgendwoher ertönte leise die Zauberflöte. Da lag ich vor einem Monat auf der Intensivstation, weil meine Krankenakte verwechselt wurde. Dort belauschte ich das Gespräch von drei Schwerkranken. Der eine beklagte sich: „Ich habe Krebs und habe nur noch drei Monate zu Leben“. Der andere jammerte:“Ich lebe nur noch drei Wochen, ich habe Aids.“ Der Dritte, ein Sachse bemerkte dazu : „ Ich habe alles beeds! Mein Arzt sagte mir: „Damit müssen Sie leben. Sie werden hundert Jahre alt!“
Nun erst merkte ich, dass keiner meiner Frotzelei zugehört hatte, so sehr waren sie von der der Baetle-Musik begeistert und weil all diese Trauerklösse sich mit ihren wichtigen Krankengeschichten zum Klassentreffen so ausgiebig beschäftigt hatten.
 




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