Wenn die Bombe einschlägt ...




Platz #201 in Kino & Fernsehen, #15951 insgesamt
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Mein Testbericht zu: Wenn der Wind weht (DVD)

Es war schon lange her, als ich diesen Film das letzte mal gesehen hatte. Es muss wirklich schon Jahre her sein, da hatte ich im Alter von etwa 15 Jahren den Film „Wenn der Wind weht“ mal im TV-Programm gesehen. Ich hatte ihn nicht komplett gesehen, eher nur die zweite Hälfte, allerdings hatte sich mir der Fil ganz schön ins Gedächtnis gebrannt.

Die Handlung

„Wenn der Wind weht“, erzählt die Geschichte von einem älteren Ehepaar aus England. Sie führen ein schönes Leben in ihrem kleinen Haus auf dem Land in der Nähe von London. Die Geschichte spielt zur Zeit des Kalten Krieges. Es ist die Zeit, in der die ganze internationale Situation sehr angespannt war. Jim und seine Frau Hilda Bloggs leben allein in ihrem Haus. Die Kinder sind nun schon seit Längerem aus dem Haus und Jim so wie auch Hilda gehen beide ihren Alltag nach. Jim interessiert sich sehr über die momentane Lage der internationalen Politik. Vor allem auch, was die Weltmächte betrifft. Hier ist die Rede von den USA und der damaligen Sowjetunion. Hilda hingegen kümmert sich um den Haushalt und ihr hübsches kleines Haus. Beide haben den Zweiten Weltkrieg miterlebt, und erinnern sich auch gerne an die schönen Dinge der Zeit von damals zurück.
 
Jim bekommt in der Stadtbücherei, wo er des öfteren hingeht, eine Protect an Survive-Broschüre in die Finger. Darin steht geschrieben, wie man sich im Fall eines atomaren Anschlags effektiv schützen könne. Seine Frau Hilda lässt dies eher kalt, da sie an einen eventuellen Atomanschlag nicht glaubt. Jim folgt aber den Anweisungen und meint somit reichlich für seine Frau und sich selbst vorgesorgt zu haben.
 
Das Unglaubliche geschieht. Der Radiomoderator spricht wenige Tage später eine ernst zu nehmende Warnung aus. Alle werden unverzüglich sich in die Schutzräume zu begeben, und ihren Kopf so wie die Augen zu schützen. Genau so darf nicht zum Himmel geschaut werden. Es wurde ein frühzeitiger Raketenabschuss geortet. Die Raketen würden in drei Minuten ihr Ziel erreichen. Schnell schnappt sich Jim Bloggs seine Frau und zerrt sie gegen ihren willen allerdings zu ihrem eigenen Schutz in den Schutzraum, den Jim mit Hilfe der Broschüre selbst gebaut hat. Der Schutzraum, den er provisorisch gebaut hat, besteht nur aus Türen, welche an die Wand gelehnt wurden. Dann knallt es …
 
Nachdem das Schlimmste überstanden ist, kriechen die beiden einige Tage später aus dem Schutzraum. Sie versuchen, sich wieder ein wenig in den Alltag einzufinden. Beschäftigen sich beispielsweise mit Aufräumarbeiten. Ohne zu wissen dass sie die letzten überlegenden in der weiteren Umgebung sind, aber immer noch auf Hilfe hoffen. Nach und nach beginnen die Anzeichen der Strahlenvergiftung, sowie auch des Fallouts.
 

 

Einige Worte meinerseits zur Handlung

 
Der Film ist ein sehr gutes Mittel, um immer im Auge zu halten, was die Folgen eines Atomanschlages für die Bevölkerung ist. Es ist eine sehr tragische Geschichte und man kann sehr schnell mitfühlen wie es sein muss in der Situation von Jim und Hilda Bloggs zu sein. Die Handlung beginnt meiner Meinung nache eher idyllisch, schlägt aber dann sehr in eine dramatische Stimmung um.

Besetzung

Das Team, das hinter dem Film steckt, ist sehr klein, aber auch hier finde ich, dass die beteiligten, eine sehr gute Leistung in diesen Film gesteckt haben.
 
Regie: Jimmy T. Murakami
Drehbuch: Raymond Briggs
Produktion: John Coates
Musik: Roger Waters
 
Sprecher:
Hilda Bloggs = Brigitte Mira
Jim Bloggs = Peter Schiff
Radiosprecher = Robin Houston
 
Die Stimmen finde ich genau passend zu den Charakteren des Films. Wobei ich dazu sagen muss, dass Jim Bloggs und Hilda Bloggs die einzigen Personen sind, die in diesem 81 Minuten langen Film mitmachen.

Musik und Optik des Films und des Covers der DVD

Die Musik stammt zwar von Roger Waters, ist aber von David Bowie gesungen worden. Das Lied finde ich heute noch sehr seltsam. Also um genau zu sein, die Art, wie es klingt. Erst beginnt es recht hart wie ein Rock Song, aber dann, wenn David Bowie singt, dann klingt es ruhig und gelassen. Der Song hat denselben Titel wie der Film im englischen, When the wind blows.
 
Ich mag die Art, wie der Zeichentrick gemalt ist sehr gerne. Einfach wohl deswegen, da hier nicht mit Computer gearbeitet wurde. Wenn es doch so gewesen sein sollte, dann erkennt man es wohl nicht all so gut.
 
Das Cover der DVD zeigt das Ehepaar mit einem sehr unwissenden Blick. Dieser sagt richtig aus „wir konnten nichts gegen die Machenschaften der Weltmächte unternehmen“. Sehr dramatisch!
Genau so makaber ist das Cover auf der Rückseite. Dort sieht man die Cartoonabbildung der Atombombe. Sie gleicht sehr der Atombombe „Fat Man“, welche im am 9. August 1945 von einem US-amerikanischen Bomber abgeworfen wurde und um 11:02 Uhr über der japanischen Stadt Nagasaki explodierte. Hinter der Bombe, welche auf dem Cover abgebildet ist, sitzen Jim und Hilda wie an einem Tisch liebevoll umarmt, lächelnd.
 
Wie schon gesagt, ich persönlich finde es recht makaber, aber naja, das ist wohl eine Ansichtssache.

Sprachen

Der Film liegt nur in zwei Tonformaten vor. In Deutsch und in Englisch. Beide sind im Dolby Digitalformat. Ich selbst nehme es aber sehr stark als einen Monoklang auf.
Ich finde es sehr schade, dass keine Untertitel vorhanden sind. Somit ist es für ausländische Zuschauer leider nicht möglich, den Film zu genießen. 

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist echt knackig. Laut DVD Hülle verspricht die DVD satte 3 Stunden Bonusmaterial. Und das kommt sogar ungefähr hin. 
 
Im Bonusmaterial hat man Folgendes zur Verfügung.
  • Bildergalerie
  • Making of
  • Artwork Galerie
  • Ausschnitte aus dem englischen Comic
  • Interview mit Raymond Briggs
  • Alter deutscher Vorspann
  • Alter deutscher Abspann
  • Der deutsche Comic
  • Werberatschlag
  • Filmografie Brigitte Mira
  • Filmografie Peter Schiff
  • Dia-Show
 
Ich finde das Bonusmaterial sehr gut und umfangreich gemacht.
Hier sieht man auch die Unterschiede der alten und neuen Version. Es gab schon mal früher eine Version des Films, welche mit der neuen Version leichte Unterschiede hat.

Mein Fazit

Der Film ist sehr gut gemacht. Allerdings macht er sehr nachdenklich und besonders melancholisch! Ich schau ihn mir oft an, und immer wieder macht sich in mir der Gedanke breit, „was wäre, wenn es wirklich mal zu so etwas kommen wird ...“. Es ist vielleicht schon okay, das der Film ab 6 Jahren laut der FSK freigegeben ist. Allerdings würde ich diesen Film nicht unbedingt einen sechsjährigen servieren. Auch wenn mir der Ton in dem Film in den Sprachpassagen der Figuren als Mono vorkommt, sehe ich es nicht gerade als Nachteil da hier das „zuhören“ und „verstehen“ ganz klar im Vordergrund steht. Ich kann den Film durchaus empfehlen. Allerdings keinem, der unter Depressionen oder Ähnliches leidet. Dieser Film würde dies nur noch verstärken. Leider kann ich dem Film aber keine vollen 5 Punkte vergeben. Der Film ist in englischen und deutschen Ton, aber hat keine Untertitel. Somit werden Menschen mit einem Gehörschaden außen vor gelassen. Auch in anderen Sprachen liegt kein Untertitel vor.
 
Ich hoffe, der Testbericht hat euch gefallen.
Liebe Grüße, euer Silverbit!