Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung heute?




Platz #144 in Finanzen & Versicherungen, #2014 insgesamt
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Weil die Berufsunfähigkeitsversicherung freiwillig abgeschlossen wird und nicht zu den vorgeschriebenen Pflichtversicherungen zählt, wird sie oft für überflüssig erachtet. Doch in Anbetracht, dass rund jeder fünfte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig wird, scheint die Absicherung der eigenen Existenz mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung geradezu notwendig. Von vielen Experten wird sie deshalb für jede Berufsgruppe empfohlen, auch für Berufe, die weniger risikoreich sind. Doch ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich so wichtig und wer sollte eine solche Versicherung abschließen?

Staatliche Hilfe reicht in den meisten Fällen nicht aus, um bei Berufsunfähigkeit nicht zum Sozialfall zu werden

Wer auf Einkommen angewiesen ist, dass durch nicht selbstständige Arbeit erworben wird und einen Unfall erleidet oder krank wird, dadurch seinen Beruf nicht mehr ausüben oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr arbeiten kann, der hat Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Doch reicht diese Rente meist nicht aus, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Laut Statistik bekommt jeder Erwerbsunfähige im Durchschnitt nicht mehr als 600 Euro monatlich. Wer noch ganz am Anfang seines Berufsleben steht, selbstständig oder freiberuflich arbeitet, und nicht viel in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekommt eine noch geringere Rente oder hat keinen Anspruch.

Gefährdete und weniger gefährdete Berufsgruppen - Wem ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen?

Es versteht sich von selbst, dass jeder Berufstätige unterschiedlichen Risiken ausgesetzt ist. Bei manchen Berufen ist die Wahrscheinlichkeit größer bis sehr groß, dass im Laufe des Arbeitslebens eine Berufsunfähigkeit eintritt. So wurde festgestellt, dass besonders Menschen gefährdet sind, die einen handwerklichen Beruf ausüben. Gerüstbauer, Schreiner, Bäcker und Tierpfleger beispielsweise, werden einer besonders hohen Risikoklasse zugeteilt. Zu den Berufsgruppen, die ein geringeres Risiko darstellen, zählen beispielsweise Beamte oder Büroangestellte. Allerdings gibt es keinen vernünftigen Grund, sich nicht gegen Berufsunfähigkeit zu versichern, nur weil man in einer geringeren Risikogruppe ist. Denn Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Menschen, die in vermeintlich "sicheren" Berufen arbeiten, leiden beispielsweise häufig unter Rückenbeschwerden oder erleiden einen Burn-Out, weshalb sie ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können.

Wann sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Gut beraten ist, wer sich möglichst früh gegen Berufsunfähigkeit versichert. Gerade am Anfang der beruflichen Laufbahn ist es sogar existenziell wichtig, versichert zu sein, denn wer noch nicht viel in die Sozialkassen einzahlen konnte, kann nicht einmal auf eine kleine Erwerbsminderungsrente hoffen, was unter Umständen bedeutet, dass der Berufsunfähige sein ganzes restliches Leben auf staatliche Hilfe angewiesen ist. Deshalb sollten sich gerade Azubis und Studenten von Anfang an versichern. Wer sich früh gegen Berufsunfähigkeit versichert, profitiert zudem von niedrigeren Beiträgen, weil die Tarife für junge Menschen besonders günstig sind. Junge Versicherte erhalten einen guten Schutz gegen Berufsunfähigkeit schon ab ca. 20 Euro im Monat. Wer die Berufsunfähigkeitsversicherung erst in der Mitte seiner beruflichen Laufbahn abschließt, muss mit Beiträgen rechnen, die im Schnitt um 50 Prozent höher sind.

Kann jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Grundsätzlich ja, doch einige Antragsteller, die unter bestimmten Vorerkrankungen litten oder akuten Krankheiten leiden, haben Schwierigkeiten einen Vertrag abzuschließen, weil sie vom Versicherer abgelehnt oder von bestimmten Leistungen ausgeschlossen werden. Doch auch diese Verbraucher haben mittlerweile die Möglichkeit, sich gegen Berufsunfähigkeit zu versichern, weil es mittlerweile Versicherungsgesellschaften gibt, die auch solche Antragsteller versichern und teilweise bis zu 1000 Euro Monatsrente im Fall einer Berufsunfähigkeit zusichern.

Das ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten:

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte der Antragsteller darauf achten, dass sich in seinem Vertrag keine abstrakte Verweisung befindet. Diese Klausel berechtigt den Versicherer, dass er den Versicherten auf einen anderen Beruf verweist, wenn er berufsunfähig wird. Kann der Versicherte in einem anderen Beruf weiterarbeiten, so ist er demnach nicht berechtigt, eine Berufsunfähigkeitsrente zu beziehen. Fehlt diese Klausel im Vertrag, wird die Berufsunfähigkeit im ausgeübten Beruf anerkannt.
 




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