Zusammenführung von Kater und Kitten




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Zusammenführung von Kater und Kitten

Das Zusammenführen von zwei Katzen benötigt viel Geduld, Ruhe und Aufmerksamkeit. Dennoch ist die Zusammenführung für jede Katze machbar.

Schon von Natur aus leben Katzen nicht alleine, sondern in Verbänden, wie man es von den Löwen kennt. Dennoch gibt es Ausnahmen, wie die Wildkatze, die ein Einzelgänger ist. Seitdem Katze und Mensch beschlossen haben eine Gemeinschaft zu bilden und vom gegenseitigen Nutzen zu profitieren, gilt die Katze als beliebtes Haustier der heutigen Zeit. Und kaum zu glauben: Mit rund 12,3 Millionen Katzen machen die kleinen Stubentiger den größten Anteil der Haustiere in Deutschland aus. Das sind 4,9 Millionen mehr als Hunde. Dennoch hat fast jeder Katzenbesitzer oft die Situation, seine Hauskatze mit einem neuen Spielgefährten zusammenzuführen. In meinem Fall wurde ein Kitten zu einem Kater geführt, und wie es genau ablief das möchte ich Ihnen genauer beschreiben.
 

Fall 1.0: Ich hole mir ein Kitten für meinen Kater

In meinem Fall, wie schon erwähnt, kam ein Kitten zu uns ins Haus, um als neuen Spielgefährten für meinen Kater viel Spaß zu sorgen. Das Kitten ist eine weibliche Katze, die mit 10 ½ Wochen zu uns kam. Für viele kommt nun der Schreck, dass die Katze 2 ½ Wochen zu früh von ihrer Mutter getrennt wurde und die Katze sich somit nicht sozialisieren kann. Jedoch gibt es manchmal Gründe, bei denen man lieber die Katze zu sich holt. Zweiter Punkt, der viele in Angst und Schrecken versetzt, ist der Altersunterschied. Mit zwei Jahren Altersunterschied muss man als Katzenbesitzerin aufpassen, dass beide Katzen sich aufeinander abstimmen und ihre Kräfte einschätzen lernen.

  • Info: Mein Kater wurde mit einem Jahr kastriert, was mich jetzt natürlich noch mehr freut, da sein Revierkampf nicht so groß ist, wie vorher.
     

Welches neue Mitglied passt zu meiner Katze?

Auch ich habe mir diese Frage gestellt, aufgrund des Charakters meines Katers. Denn dieser ist sehr laut, aktiv und frech. Demnach nahm ich zuerst an, dass ihm eine ruhige Katze gut tun würde, um auf ein Gleichgewicht zu stoßen. Aber falsch gedacht! Denn ganz nach dem Motto „ Gleich und Gleich gesellt sich gern“ soll man als Katzenbesitzer die Zweitkatze auswählen, die denselben Charakter aufweist, wie die bereits im Haus lebende Katze. Nun könnte man ebenso vermuten, dass auch die Rasse eine wichtige Rolle spielt. Aber da muss ich sagen, dass die Rasse nicht die eigentlichen Charaktere einer Katze widerspiegeln. Denn die kleine Katze, bei der es sich um einen Norweger Mix mit EKH (Europäisch Kurzhaar) Genen handelt, entpuppte sich als frecher denn je. Denn von norwegischen Waldkatzen geht man aus, dass sie sehr zutraulich und gelassen sind. Da aber in der Kleinen EKH Blut fließt, wurde zumindest die Gelassenheit verdrängt. Zutraulich ist sie allemal und das kam mir auch gut gelegen.

Neben dem Charakter spielt natürlich auch das Alter eine ganz wichtige Rolle. Denn man muss unbedingt darauf achten, dass der Altersunterschied nicht zu groß ist. In meinem Fall habe ich das Kitten knapp zwei Wochen zu früh zu uns geholt, was sich im Laufe der Zeit auch bemerkbar macht. Eine gut harmonierende Differenz sind zwei bis 12 Monate. Als Beispiel möchte ich es besser verdeutlichen:

  • Erste Katze zu alt – wenn die eigene Katze zu alt ist, kann das für das Kitten sehr frustrierend sein. Denn das Katzenbaby möchte viel Spielen, sich raufen und einfach Spaß haben. Die ältere Katze hingegen hat ihre besten Jahre hinter sich und möchte einfach nur den Tag genießen, vielleicht fünf Minuten spielen – aber dann will sie wieder ihre Ruhe haben. Folge: Das Kitten könnte in eine depressive Stimmung geraten, während die ältere Katze irgendwann die Schnauze voll hat und der Kleinen zeigt, wer hier der Boss ist.
  • Kitten zu jung – wie in meinem Fall sollte das Kitten nicht zu früh von der Mutter entfernt werden. 10 Wochen sind zwar kein Weltuntergang, aber dennoch ist es nicht die beste Zeit. Erst ab der 12. Woche ist es von Vorteil das Katzenbaby von der Mutter zu trennen, um auf eigene Beine zu stehen. Auch wenn die eigene Katze erst zwei oder drei Jahre alt ist, kann es zu großen Problemen mit einem zu jungen Kitten kommen. Denn eine ausgewachsene Katze, die zuvor noch nie mit einer anderen Katze gespielt hat, kann ihre Kraft gegenüber der jungen Katze noch nicht einschätzen. In dem Fall muss sorgsam darauf geachtet werden, dass aus dem Spielen kein Kampf um das eigene Leben wird. Folge: Das Kitten könnte durch die unterschätzte Kraft der älteren Katze verletzt oder psychisch belastet werden.

Wie Sie sehen, spielt auch das Alter eine wichtige Rolle, wenn es heißt, ein Kitten mit einer ausgewachsenen Katze zusammenzuführen. Machbar ist es allemal, solange beide Komponenten übereinstimmen.
 

So führen Sie die Katzen richtig zusammen

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sitzen bequem im Wohnzimmer, schauen gerade ihre Lieblingsserie und plötzlich steht eine fremde Person vor Ihnen und sagt, dass er nun bei Ihnen in der Wohnung wohnt. Da würden Sie auch erst mal verwirrt schauen und irgendwann eventuell an die Decke gehen oder?

Nun fühlt sich Ihre Katze genauso, wenn ein Kitten ins Haus kommt. Aus diesem Grund müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Katze das Kitten nicht sofort ins Herz schließen wird. Ganz im Gegenteil: Zunächst gibt es ein Gefauche und Geknurre seitens der Katze. Kitten, so wie es bei mir war, beachten das knurren und fauchen nicht bzw. sie ignorieren es im besten Fall. Es kann aber auch sein, dass sich das Kitten nicht gefallen lässt und ebenso anfängt zu Knurren und Fauchen. Aber da sollen Sie auf keinen Fall dazwischen Funken, denn solange niemand verletzt wird, ist alles im grünen Bereich. Folgende Dinge können Sie am besten machen, um den Katzen die Zusammenführung zu erleichtern:

  1. Ziehen Sie sich so weit zurück, sodass Sie die Katzen noch im Auge haben, falls es zu einem Zwischenfall kommt.
  2. Gehen Sie nicht dazwischen, wenn beide Katzen versuchen sich kennenzulernen. Hier wird nämlich die Rangordnung bei den Katzen untereinander ermittelt. Auch das Spielen und Unterdrücken des Kittens oder eventuell der Katze, man weiß ja nie, sollte beobachtet, aber nicht gestört werden. 
  3. Bewahren Sie selbst Ruhe und seien Sie nicht gestresst. Denn das merken die Katzen sofort und benehmen sich dementsprechend.
  4. Führen Sie beide Katzen langsam zueinander, sodass sie den Weg zu sich selbst finden. Falls es jetzt schon zu starken Kämpfen kommt, dann gehen Sie dazwischen. In dem Fall brauchen die Beiden etwas Freiraum. Als Lösung können Sie dem Kitten erst mal ein eigenes Zimmer anbieten, wo es Katzenklo, Fressnapf und Spielzeug hat. Sobald die Katze an der Tür kratzt, zeigt es an Interesse und Sie können die Zusammenführung nochmals starten.
  5. Nehmen Sie sich für die ersten drei Tage frei, damit Sie alles unter Kontrolle haben und die Katzen sich behutsam kennenlernen.

Tipp: Für mehr Entspannung der Katzen sorgen sogenannte Pheromone Stecker aus dem Tierfachhandel. Meist bewehren sich die preisaufwendigen Produkte, wie Feliway. Das Team von Futterplatz zeigt, wie es funktioniert. Denn mit mehr als 25 veterinärmedizinischen Studien wird der positive Effekt von Feliway bestätigt. Grund dafür ist das künstlich hergestellte Katzen-Pheromon, das Katzen zur Kommunikation verwenden.

Es ist auch ganz wichtig, dass Sie keine Katze bevorzugen, denn das kann schnell zu einem Grund für einen Kampf werden. Wie man weiß sind Katzen sehr eitle Tiere und werden schnell mal motzig oder eifersüchtig, wenn Herrchen oder Frauchen sie nicht beachtet. Klar wird es für Sie schwer sein, das Kitten nicht zu knuddeln und zu bemuttern, wie man es bei kleinen Kindern tut. Aber denken Sie zunächst an die Katze, die Sie schon länger haben. In meinem Fall war es auch kein Klacks das Kitten nicht zu bevorzugen, sondern als aller erstes den Kater zu bemuttern. Wird nämlich die ältere Katze vernachlässigt, wird sie sich nicht wohlfühlen, sich zurückziehen und im schlimmsten Fall nicht mehr fressen. Dann müssen Sie auf jeden Fall eingreifen!
 

Mein ultimativer Tipp, wie Sie die Katzen am besten zusammenführen

Anhand meiner Erfahrungen kommen Katzen supergut miteinander zurecht, wenn es zunächst heißt „ Wir bringen Frauchen und Herrchen mal zu Weißglut“. In diesem Fall war es mitten in der Nacht zu spielen und zu toben, während wir schliefen. Denn da kann kein Mensch eingreifen und die Zwei lernen sich und ihre Rangordnung ohne Probleme kennen. Außerdem sind gemeinsame Spiele zwischen Mensch und Katzen eine sehr gute Methode um beide näher zusammenzuführen. Mit kleinen Belohnungen, die vorteilhaft aus Katzenminze zusammengesetzt sind, macht die Situation lockerer und beruhigt die Katzen. Wichtig ist es, dass Sie Geduld haben. Denn auch nach Wochen und Monaten kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Lassen Sie sich nicht aus der Bahn werfen und zeigen Sie Verständnis dafür.

  • Sollte eine Zusammenführung von Tag zu Tag immer schlechter werden, wäre es besser das Kitten in gute Hände, am besten in einem Haushalt, wo bereits Kitten leben, zu gegeben. Danach gönnen Sie ihrer Katze Ruhe und versuchen es in einem späteren Zeitpunkt mit einer neuen Katze.
     

Auf den Punkt gebracht

Fassen wir also zusammen: Damit eine Zusammenführung für Sie und Ihre Katzen gut und harmonisch verläuft, sollten Sie darauf achten ….

…dass das Kitten denselben Charakter, wie ihre Katze hat
…dass der Altersunterschied nicht all zu groß ist
…dass ihre Katze an erster Stelle steht und dann das Kitten
…dass beide Katzen in Ruhe ihre Rangordnung ermitteln können
…dass Sie selber ruhig und gelassen bleiben, um unnötigen Stress bei den Katzen zu vermeiden
…dass beide Katzen sich wohlfühlen und auch mal getrennt entspannen können
…dass Sie viel Geduld bewahren und nicht bei jedem Spielen oder Fauchen dazwischen gehen

 

Und vielleicht sieht es bei Ihnen demnächst auch so aus:

 

Viel Glück!




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