Das Sexualverhalten des Menschen im Spiegel der Religionen!




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Das Sexualverhalten des Menschen im Spiegel der Religionen!

Beim Thema Sex reagieren einige Menschen noch immer verkrampft, erröten und fühlen sich defensiv in die Enge gedrückt. Als Reaktion darauf werden moralische Werte bemüht, die sich tief in das eigene Fleisch, das Gedächtnis eingegraben haben. Aber was ist Sexualverhalten und warum wurde es von vielen Religionen in den Mittelpunkt der Moral gestellt?

 

Die Geschichte beginnt, zumindest was das Christentum betrifft, wahrscheinlich so: Es war einmal in einem Garten. Natürlich wird jeder aufmerksame Leser sofort wissen, um welchen Garten es sich womöglich handelt. Hier sei jedoch zunächst das Sexualverhalten erklärt, um später in den geheimen Garten zurückzukehren. Das Sexualverhalten, welches auch Paarungs- oder Begattungsverhalten genannt wird, ist Teil des Fortpflanzungsverhaltens, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Die sexuelle Fortpflanzung des Menschen, die heutzutage nahezu jeder ab einem Alter von 18 Jahren in Form von kostenlosen Pornofilmen im Netz betrachten kann, ist ein Teil der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung zwischen einem weiblichen und männlichen Elternteil. Dieser Fortpflanzungstypus ist Teil des Fortpflanzungsverhaltens vieler Pflanzen und Tiere.

Die Paarbindung im Kontext der allgegenwärtigen Liebe!

Im Gegensatz zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung, kann sich eine Eizelle auch unbefruchtet weiterentwickeln. Die wörtliche Übersetzung der eingeschlechtlichen Fortpflanzung, der Parthenogenese, verweist auch direkt auf die Bibelszene, in der Maria, die Mutter des Gottessohnes, den heiligen Geist empfängt. Parthenos, aus dem Griechischen für Jungfrau und Genesis, die Entstehung, führen hier direkt zum Nachkommen. Dies kann sowohl bei Pflanzen (Citrus), Insekten (Wasserflöhe) aber auch bei einigen Fischen und Reptilien beobachtet werden. Des Weiteren gibt es die ungeschlechtliche Fortpflanzung, eine Zellteilung, welche zu zwei gleichen Tochterzellen führt.

Die Voraussetzung einer Paarbindung ist zunächst das Appetenzverhalten, welches Ausdruck der Partnersuche, des Flirt- oder Werbeverhaltens sowie des Imponiergehabes ist. Das Sprichwort „Man muss viele Frösche küssen, um seinen Prinzen/Prinzessin zu finden“ ist eine Anlehnung an dieses Verhalten und zeigt, dass es zwischen der dauerhaften Paarbindung und der Vorliebe sexueller Abwechslung, der doppelten Sexmoral, gravierende Unterschiede gibt. So werden Männer, die sich stark von visuellen weiblichen Reizen angezogen fühlen (z.B. Hüftbetonung, Gesichtsattraktivität) schnell stimuliert und nehmen auch andere Chancen zur Fortpflanzung wie Prostitution und Promiskuität schneller wahr. Durch die Vaterschaftsunsicherheit, welche dieses Verhalten nach sich zieht, haben sich evolutionäre Mechanismen, wie Eifersucht und Partnerbewachung herausgebildet.

Das moralische Fehlverhalten des Menschen aus Sicht der Religion!

Das jede Religion einen anderen Wertekanon folgt, wird gerade anhand der menschlichen Sexualität bemerkbar. So wird die Entscheidung zur Paarbindung: die Monogamie, die Polygamie und der Harem teilweise sehr unterschiedlich ausgelegt und vor allem beim Dominanzverhalten gegenüber der Frau offenbar. Der weibliche Körper als der Hort der Sünde diente wohl eher der Unterdrückung der Frau. Selektiv bietet es dem Mann somit einen Selektionsvorteil.

Interessanterweise, um auf die Bibelszene vom Anfang zurückzukommen, verweist die Paradiesszene direkt auf ein menschliches Verhalten, welches im Artenvergleich eher selten vorkommt. Sexuell erregte und zur Paarung kommende Partner verstecken sich in der Regel beim Menschen vor den Artgenossen. Wird kein Versteck gefunden, so wird dieses Verhalten durch sexuelle Scham gehemmt. Die Frage, die sich nunmehr stellt, ist, waren die Geistlichen von damals nur die besseren Beobachter und wenn ja, warum wurde diese Szene zum Mittelpunkt der Bibel? Eine Erkenntnis ist bekanntlich eine Verarbeitung von Erfahrungen und Eindrücken und somit die Fähigkeit etwas daraus abzuleiten. Sexuelle Neigungen können somit über das Lernen, die Einsicht sowie die Moral kontrolliert und gesteuert werden und Geschlechtsunterschiede internalisiert werden, d.h. abgeschwächt oder gestärkt.

 




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