Der Mann, der zuviel wusste




Platz #51 in Kino & Fernsehen, #5278 insgesamt
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Originaltitel: The man who knew too much

Der Mann, der zuviel wusste

Die Hitchcockschen Merkmale - die visuelle Schrift des Regisseurs

  • Durch die Augen des Anderen: Übertragung, Inversion und Dopplung ziehen sich als wiederkehrendes Muster durch Hitchcocks Filme.
  • Deleuze nennt Hitchcock als Erfinder des Mentalbildes. Wie eine geheime Inschrift, die in Spannung zum offensichtlichen Geschehen steht, scheinen alle Bewegungen, Blicke, Gesten und Handlungen verbunden zu sein.
  • Hitchcock setzt mit Vorliebe falsche Fährten - wie die Entwicklungen und Verwicklungen um den Namen Ambrose Chapel.
  • Humorvolle Verschnaufpausen ermöglichen erneute Konzentration.
  • Wahrscheinlichkeit interessiert Hitchcock nicht,  "weil sie das einfachste von der Welt ist und im Kino ein Zeitverlust." Die Anwesenheit der Familie auf dem Markt und die Weitergabe der geheimen Information basieren auf dem reinen Zufall.
  • MacGuffin und das Objekt nach Slavoj Zizek: Die politischen Hintergründe sowie die Entführung selbst sind das nötige Nichts; ein Objekt des Austausches, das eine Garantie für die symbolische Beziehung ist.
  • Der Schrei: Hitchcock stilisiert den Schrei; es wirkt als würde er den Schrei fetischisieren oder erotisieren. In diesem Film wird der Schrei erst unterdrückt um im entscheidenden Moment herauszubrechen, lauter als die Musik.

Die Musik

Die Musik hat eine eigene Rolle. Die Storm Cloud Cantata und der berühmte Ohrwurm Que Sera wurden für den Film komponiert. 

Die Albert Hall-Sequenz: Das ausgedehnte Suspense

Hitchcock zeigt was er mit reinem Kino meint. Die elegante Umgebung, die Situation von Zusammenspiel und Harmonie werden ironisch verzerrt und werden zum Ort für den Ausbruch von Chaos und Mord. Jede Einstellung ist durchkomponiert. Es wird gezeigt wie wenig wichtig ein Dialog für die emotionale Spannung und das Hervorheben eines Themas ist. Die geordneten Einstellungen von den Musikern sind ein starker Kontrapunkt zum bevorstehenden Chaos. Über dem Chaos thront der Dirigent. Das Suspense gründet außerdem im widerstreitenden Willen einer Frau und ist ausgedehnt durch das Erscheinen von James Stewart.

Die Familie und das Paar McKenna - Die Melodramatik

Die Geschlechterrollen in der Ehe sind sorgfältig austariert. Der Mann, der zuviel wusste ist Vater, Ehemann und Arzt, der an seinen Privilegien festhält. Seine Größe ist auch sein Schwachpunkt, denn er wird erkannt. Die Frau hat sich dem Mann untergeordnet, doch die Mutter rettet ihr Kind: Als Jo erfährt, dass ihr Sohn entführt wurde, erstickt ihr Schrei unter dem Einfluss der Beruhigungsmittel, doch während des Konzerts findet die angestaute Energie ihren Weg nach außen, und sie schreit. Beide bekommen aber die Möglichkeit ihre Verbundenheit in der Suche des Kindes neu zu entdecken.

Nichts ist so wie es scheint

  • Ein wichtiges Anliegen für Hitchcock ist der Abgrund zwischen Schein und Sein. Die vielschichtigste Figur im Film ist die unerfüllte Mutter - Misses Drayton.
  • Das Publikum ist bei Hitchcock immer eins dass zu viel wusste, also schuldlos schuldig. 

Filme mit James Stewart und Doris Day

Der Mann, der zuviel wusste

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Was diese Frau so alles treibt

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