Ein Leben ohne Zeit




Platz #196 in Gesellschaft, #11769 insgesamt
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Das Experiment

Ein Leben ohne Zeit

Vor einigen Wochen habe ich ein Experiment gewagt. Es ging mir darum den Wert der Zeit für mich festzustellen. Wie geht das? Ganz einfach: Ich habe eine Woche lang ohne jegliche Uhr gelebt.

Hintergrund

Ich muß wohl zugeben, dass ich nicht der größte Freund der Zeit bin. Mir ist schon als Schüler immer der Bus vor der Nase weggefahren und wenn ich mal pünktlich war kam der Bus einfach nicht. Wenn ich mir dem Zug fahre kommt dieser immer zu spät und ich verpasse die Anschlusszüge. So wurde aus einer 4 Stunden Fahrt eine 12 Stunden Fahrt.

Das kling erstmal nach einer sehr negativen Einstellung. Ist sie scheinbar auch. Beziehungsweise war sie, zugegeben. Ich habe die zeit nicht gemocht und so hat sich ergeben, dass ich entsprechend mit ihr umgegangen bin. Wer sich schon einmal mit dem Resonanzgesetzt auseinandergesetzt hat weiß wovon ich rede. Man kann nicht nur mit Menschen in Resonanz tretet. Man kann mit allem in Resonanz treten. Auch mit der Zeit. Das habe ich am eigenen Leib erfahren.

Die Sache mit der Zeit

...oder besser die Sache ohne die Zeit

Nun habe ich mich dazu entschlossen ohne Uhren und ohne einen ausgeprägten inneren Wecker zu leben. Dieser wohnt mir fast unausweichlich inne und es war ein hartes Stück Arbeit für mich ihn abzustellen.

Manche mögen sich fragen, wie ich es geschafft habe Termine zu koordinieren oder pünktlich bei der Arbeit zu erscheinen. Ganz einfach. Ich arbeite selbständig und habe keine Termine, bei denen ich zu einer festen Zeit an einem festen Ort sein muß. Die optimalen Voraussetzungen also.

Lasst euch von einem Sonnenaufgang wecken:

Quintessenz / was habe ich daraus gezogen?

Wie habe ich die Zeit wargenommen?

Die Zeit ohne Uhr (eigentlich schon ein Paradoxon) war wirklich befreiend. Ich habe jeden Moment (nicht jede Minute) ausgekostet und war nur im hier und jetzt. Ein zeitloses Gefühl überkam mich schon nach dem ersten Tag. Es war wie eine trance, besser ein flow in allem was ich gemacht habe. Denn ich habe es nur gemacht um es zu tun. Nicht um es innerhalb einer Stunde oder bis 12 Uhr zu machen, es schnell oder langsam, effizient oder ordentlich zu erledigen. Es folgte ein flow-Gefühl wie ich es bisher noch nicht kannte.

Ich lebe mit wesentlich weniger Uhren. Ich schaue nur auf die Uhr, wenn es wirklich um genaue Pünktlichkeit geht und nicht weil sie grad dort hängt. Aus meiner sicht dominiert uns die Zeit und schränkt uns ein und das halte ich für ungesund.

Als Würdigung dieser Zeit habe ich im Anschluss eine kleine Internetseite erstellt, welche nichts anderes macht als die Uhrzeit anzugeben. Ich habe ihr den Namen aktuelle Uhrzeit gegeben und plane sie als Plattform für einen umfassenden Bericht zu meinem Gefühl zu dem Thema Zeit zu machen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird dort die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Ich plane dort in der Zukunft einen Blog zum Thema Zeit anzuhängen und die Menschheit auf diesem Weg zu sensibilisieren vorsichtiger mit der Zeit umzugehen.

Auch euch wünsche ich die Kraft vorsichtiger mit der Zeit umzugehen und euer Bewusstsein nicht davon verdrängen zu lassen.