Elektrotriebwagen sind besser als Elektroautos




Platz #49 in Auto, Motorrad & Energie, #10008 insgesamt
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Akkutriebwagen fahren lassen

Politiker und Verantwortliche von Stromproduzenten wünschen sich eine Zunahme der Zulassungszahlen von Elektroautos und wollen bis 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sehen. Damit sind ausschließlich Autos gemeint. Unter der Einbeziehung von Elektrofahrrädern wäre diese Zahl leicht zu erreichen. Was in der Diskussion völlig fehlt, ist Strom als Antrieb von Triebwagen auf nicht mit einer Oberleitung versehenen Strecken.


Früher gab es mehr (!) Elektromobilität
Die öffentliche Diskussion nimmt nicht wahr, dass früher mehr Elektromobilität auf den Straßen und Schienen anzutreffen war als heute. Anstelle von Dieselbussen fuhren nahezu ausschließlich Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. Auch auf nicht elektrifizierten Strecken verkehrende Züge und Schienenbusse fuhren mit Strom, diesen führten sie in der Form von Akkus mit sich. Die Reichweite der Züge war mit vierhundert Kilometern durchaus akzeptabel und reichte für einen normalen Linienbetrieb aus. Seit 1995 fahren auf deutschen Schienen, sofern keine Oberleitung vorhanden ist, nur noch Dieseltriebwagen, wenn wir von wenigen zeitweise verwendeten Rapsölfahrzeugen absehen. Immerhin nahm der Umfang der mit einer Oberleitung versehenen Bahnstrecken zu, zumal wichtige Verbindungen wie die von Hamburg nach Kiel, Lübeck und Flensburg führenden Strecken mit einer Oberleitung versehen wurden. Auch Straßenbahnen werden nicht nur stillgelegt, sondern teilweise wie in Oberhausen und Ulm auch wieder neu in Betrieb genommen.

Elektroautos verringern den Stau nicht
Elektroautos verursachen am Ort ihres Verkehrs zwar kein Treibhausgas, aber eine Verringerung der Staugefahr geht von ihnen auch nicht aus. Wenn Haushalte Elektrofahrzeuge zusätzlich zu Benzinautos anschaffen, verschärft sich der Flächenverbrauch durch das Parken sogar noch. Sinnvoller wäre da die Ausweitung des ÖPNV. Wenn flächendeckend vom frühen Morgen bis kurz vor Mitternacht Züge und Busse verkehren, benötigen viele Haushalte keinen eigenen Wagen mehr. Der Flächenbedarf eines Zuges oder Busses beträgt nur einen geringen Teil der von einem Auto benötigten Fläche.

Wieder Elektrotriebwagen einführen
Die Stilllegung der älteren Akkutriebwagen wird heute auch mit der im Vergleich zu den heute verkehrenden modernen Dieseltriebwagen schlechteren Innenausstattung begründet. Tatsächlich erfüllen die ehemaligen Akkutriebwagen nicht mehr die Komfortansprüche, welchjene Reisende heute an Züge stellen, auch die offenen Toiletten sind heute nicht mehr zugelassen. Neben einem Umbau beziehungsweise einer Modernisierung der Triebwagen wäre jedoch auch die Anschaffung von Akkuzügen anstelle von Dieseltriebwagen möglich gewesen, leider entschieden sich sowohl die Besteller als auch die Bahnen gegen diese Lösung. Dabei wäre mit der heutigen Technologie ein deutlich geringerer Verbrauch bei elektrischen Triebwagen möglich, zumal Strom für die Akkus auch in Solaranlagen auf den einzelnen Bahnhöfen erzeugt werden kann. Auch die Stromerzeugung für die Eisenbahn durch Solarzellen auf den einzelnen Triebwagen ist grundsätzlich möglich, so dass sich das Fahren mit Strom im Zug lohnt. Dass die Eisenbahn für Fahrgäste bequemer als das eigene Auto ist, versteht sich von selbst. Wünschenswert ist somit die Umlenkung der Verkehrsströme vom Auto auf die Bahn und auf andere öffentliche Verkehrsmittel. Busse sind allerdings nur für die Feinverteilung der Passagiere auf ihre Zielorte sinnvoll, da sie zumeist über keine Toilette verfügen und zudem nicht die bei einer starken ÖPNV-Nutzung erforderliche Anzahl an Rollstühlen und Kinderwagen transportieren können. Erforderlich ist selbstverständlich, dass Bahnhöfe konsequent barrierefrei gestaltet werden. Lange und steile Treppen zum Bahnsteig behindern nicht nur RollstuhlfahrerInnen, sondern auch Fahrgäste mit Kinderwagen und Fahrrädern. Die Wiedereröffnung abbestellter und stillgelegter Bahnstrecken ist grundsätzlich möglich – wo einmal Schienen lagen, können sie leicht wieder neu verlegt werden. Eine sinnvolle Anwendung von Elektroautos besteht im Car-Sharing-System, bei welchem die meisten Buchungen mit einer Aufladung zurücklegbare Strecken betreffen. Natürlich sind auch die Beförderungsbedingungen vieler Bahnen und Verkehrsverbünde zu verbessern, denn die in vielen Zügen bestehende Nichtmitnahme von Elektrofahrrädern ist mehr als kontraproduktiv.

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