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Ratgeber, Anleitung & Ausbildung

ERASMUS - Förderung/ Stipendium für das Auslandsstudium in Europa

Im 15. Jahrhundert wurde Erasmus von Rotterdam, einer der bedeutendsten Gelehrten und Vertreter des Humanismus, geboren. In den Niederlanden groß geworden, studierte er später an der Sorbonne und lebte abwechselnd in England, Frankreich, Venedig, Burgund, Basel und den Niederlanden. Sein großes Ideal: eine umfassende Bildung.
Kein Wunder also, dass eines der bekanntesten Bildungsprogramme der EU den Namen des reisefreudigen Gelehrten trägt: das ERASMUS-Programm.
 

Das ERASMUS-Studienprogramm

Das ERASMUS-Studienprogramm ermöglicht es europäischen Studierenden, drei bis zwölf Monate an einer europäischen Hochschule gefördert zu werden. Ziel ist es interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, sich dabei persönlich weiterzuentwickeln und ein anderes Studiensystem kennen zu lernen.

Voraussetzungen

Um an ERASMUS teilzunehmen, muss das erste Studienjahr abgeschlossen sein. Die Regelung ist sinnvoll, da das erste Studienjahr bereits viele Herausforderungen mit sich bringt und man Zeit braucht, um sich an einer Universität zurechtzufinden. Die zweite Voraussetzung ist, dass man als ordentlicher Studierender an einer Hochschule eingeschrieben ist. Man kann daher, wenn man nach einem Jahr BWL-Studium das Studium abgebrochen hat und sich nun in einer „Neufindungsphase“ befindet, am ERASMUS-Programm nicht teilnehmen. Der Grund dafür ist, dass der ERASMUS-Austausch auf Kooperationsverträgen beruht, über die Studierende an der jeweils anderen Universität studieren können. Diese Verträge regeln, die Anzahl der Studierenden und die Länge des Aufenthaltes. Mit dem ERASMUS-Programm ist es daher nicht möglich, an jeder beliebigen Hochschule im europäischen Ausland zu studieren. Man muss sich davor informieren, welche Kooperationen an der Hochschule, dem Fachbereich oder dem Institut bestehen.

Doch welche Vorteile hat das ERASMUS-Studienprogramm?

Die Teilnahme am ERASMUS-Programm hat in erster Linie organisatorische Vorteile. Sowohl an der Heimat- als auch an der Gasthochschule gibt es Ansprechpartner, die einem bei akademischen Fragen (z. B. Welche Kurse soll ich belegen?) oder soziale Fragen (z. B. Wie finde ich ein Zimmer?) helfen. Zudem besteht die Möglichkeit an einem so genannten EILC (ERASMUS Intensive Language Course) teilzunehmen, wenn man in einem Land mit „seltener gesprochenen Sprachen“ studieren möchte. Doch die größten Pluspunkte für das ERASMUS-Programm sind

  1. Befreiung von Studiengebühren an der Gasthochschule. Davon ausgenommen sind meist soziale Beiträge.
  2. Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen an der Heimathochschule.

Das ERASMUS-Studienprogramm ist darüber hinaus auch ein Stipendienprogramm. Wie hoch die Förderrate im Monat ist, kann von Hochschule zu Hochschule variieren. Maximal erhält der Stipendiat 300€ im Monat, im Durchschnitt ca. 200€ im Monat. Dadurch können in den meisten Fällen die Mehrkosten im Ausland abgedeckt werden. Studierende mit besonderen Bedürfnissen oder mit Kindern können darüber hinaus Sonderzuschüsse beantragen.
 

Wo kann ich hin?

Das ERASMUS-Programm ist ein Programm, um an europäischen Hochschulen zu studieren. 31 Ländern sind derzeit beteiligt – die EU-Staaten und die Türkei sowie Island, Lichtenstein und Norwegen. Seit  2011 können auch Studienaufenthalte in Kroatien und der Schweiz unterstützt werden.

Information und Bewerbung

Wer die oben genannten Grundvoraussetzungen erfüllt, kann sich für das ERASMUS-Programm bewerben. Allerdings variieren die Bewerbungsprozesse von Hochschule zu Hochschule, sodass man sich bei Interesse im International Office oder bei den ERASMUS-Koordinatoren in den Fachbereichen informieren sollte.

... und das Auslandspraktikum?

Informationen zur Finanzierung von Praktika im europäischen und außereuropäischen Ausland erhalten Sie hier.