Heilfasten - meine persönlichen Erfahrungen




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Heilfasten - 10 Tage ohne Nahrung - meine Erfahrungen und Eindrücke

"Heilfasten" ist ein sehr umstrittenes Thema. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass Menschen, die das Heilfasten absolut ablehnen oder es als unnormal und ungesund bezeichnen gar keine weiteren Informationen darüber besitzen, außer der Tatsache des absoluten Verzichtes auf Essen. Vorweg, ich bin keine Expertin auf diesem Gebiet, ich möchte hier auch keine Werbung für irgendwelche Kurse in dieser Art anbieten. Dies ist ein reiner Erfahrungsbericht, vielleicht interessant für Menschen, die schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben so etwas zu machen, sich aber nicht sicher sind, was sie da wirklich erwartet.

Heilfasten - wie alles begann

Das erste mal hörte ich in einer kleinen öffentlichen Sauna, wo es sehr familiär zuging, vom Heilfasten. Da unterhielten sich Gäste über eine anstehende Tour zum Fastenwandern ( wie es manchmal auch genannt wird). Das junge Päärchen, welches diesen Wellnessurlaub geplant hatte, sprach ganz euphorisch davon, wie sie sich darauf freuten und dass es bereits ihr 4. Heilfasten wäre. Ich hatte bis dahin noch nie etwas davon gehört und klinkte mich in das Gespräch mit ein, um mehr darüber zu erfahren. Die beiden sprachen zwar vom Fasten, also dem absoluten Essensverzicht, jedoch ging es ihnen bei dieser Kur nicht ums Abnehmen, was ich als das Nächstliegende betrachtete. Nein, es ging Ihnen um Reinigung des Körpers und der Seele, Gesundheit, Wellness, Klarheit, Kraft und so manch anderes, und sie meinten, dass es ein ganz besonderes Erlebnis wäre. Ihre Euphorie wirkte fast ansteckend, jedoch war es zunächst ein Thema, welches mich zwar schon irgendwie neugierig machte, jedoch es selbst zu probieren, davon war ich weit entfernt.

Es sollte zwei Jahre dauern, bis ich meine eigenen Erfahrungen mit Heilfasten machte. Eine gute Freundin hatte einen Fastenurlaub für zwei Personen gebucht. Jedoch fiel Ihre Mitstreiterin aus beruflichen Gründen aus, so dass sich meine Freundin nach einer anderen Reisebegleitung umschaute. Sie brauchte nicht lange, um mich zu überreden. Von allein wäre ich zwar sicher nie auf so eine Idee gekommen, aber jetzt wo sich diese Gelegenheit bot, war ich zu neugierig und wollte es ausprobieren.

Interessant in diesem Zusammenhang war die Reaktion mancher Freunde von mir zu diesem Thema. Ich war bei einer Party eingeladen, wo ich unter anderem auch von meinem anstehenden Fastenurlaub sprach. Ich sties auf Entsetzen und Ablehnung. Es gab, zumindest in diesem Teil meines Freundeskreises, wirklich niemanden, der Verständnis dafür hatte, dass ich einen Urlaub antreten wollte wo es nichts zu essen gab. Im Gegenteil, ich wurde für verrückt erklärt. Doch ich lies mich nicht davon abbringen und bald gings auf die Reise.

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Heilfasten - der Urlaub

Wir hatten unseren Heilfastenurlaub in Österreich in einem kleinen Hotel gebucht, welches solche Kurse bereits seit mehr als 20 Jahren anbietet. Weit und breit nur von Bergen und Wald umgeben lag es einsam mitten in der Natur. Der richtige Platz, um sich zu besinnen und vor allem.....keine Nahrungsmittelgeschäfte in der Nähe. Wir waren mit dem Auto angereist und hatten auf unserer Wegstrecke seit morgens nur etwas Studentenfutter gegessen, jetzt war es Mittag und der Magen begann sich schon bemerkbar zu machen.

Wir checkten ein und trafen uns kurze Zeit später mit der Heilfastenleiterin und einem Fasten begleitendem Arzt im Speisesaal. Auf dem Tisch standen viele Wasserflaschen und ungesüßter Kräutertee. Während wir zum Trinken angehalten wurden, stellten sich alle Kursteilnehmer vor. Im Übrigen war ich mit einem Alter von 31 Jahren die Jüngste. Viele Teilnehmer waren bereits im Rentenalter und es waren überwiegend Frauen, die sich hier trafen. Die Beweggründe zum Fasten waren auch recht unterschiedlich. Doch die wenigsten waren zu Abnehmen hier. Ein Mann, leider weiß ich nicht mehr was er für eine Krankheit hatte, war auf Anraten seines Arztes zum Heilfasten gekommen. Wenige, wie ich, waren zum ersten mal Fastenteilnehmer, der überwiegende Teil fastete seit Jahren regelmäßig ein bis zwei mal jährlich.

Uns wurde nun der Ablauf der kommenden Tage erklärt und die Neulinge wurden mit verschiedenen Techniken der Darmenleerung bekannt gemacht. Denn sehr wichtig für das Fasten ist ein leerer Darm. Als erstes bekamen wir Wasser mit Glaubersalz. Ein riesiges Glas und das Zeug war voll ekelhaft. Wirklich das schlimmste, was ich bisher zu mir nehmen musste. Es hat fast eine halbe Stunde gedauert bis ich das Glas völlig ausgetrunken hatte....und danach begann der Run zur Toilette. Der Einstieg zum Heilfasten......;-) 

Die folgenden Tage gestalteten sich alle recht gleich. Man traf sich zum Frühstück, welches entweder aus ungesüßtem Kräutertee, einem Glas Sauerkrautsaft oder Apfelsaft bestand. Tee und Wasser durfte und mußte man so viel trinken wie möglich. Die Säfte, die dann mal eine geschmackliche Ablenkung boten gab es nur in streng kontrollierten Mengen und nur zum Frühstück oder Mittag. Alle zwei Tage wurde nach dem Frühstück der Darm mittels eines Klistiers entleert (das machte man selbst). Gab es zum Frühstück bereits Apfelsaft oder Sauerkrautsaft war dies nicht nötig, da die Säfte bereits abführend wirkten. Nach der Darmentleerung legte man sich mit einem Leberwickel hin, schlief oder las ein Buch......nein, es gab keine Fernseher hier und kein Radio......man nahm sich Zeit nur für sich selbst. Tagsüber gab es dann verschiedene Sportkurse, Wanderungen oder den Fitnessraum. Sport ist in der Zeit des Fastens sehr wichtig, da der Körper sonst an die Muskelmasse geht und diese abbaut. Also machte ich täglich zwischen 3 - 5 Stunden verschiedenen Sport, Wanderungen oder Spaziergänge im anliegenden Wald. 

Am meisten freute man sich jeden Tag aufs "Mittagessen". Hier gab es entweder eine dünne Gemüsebrühe (ohne Gemüse usw.) oder aber einen super leckeren frisch gepressten Saft aus roter Beete und Äpfeln. Die Tische waren dabei immer hübsch und reichlich dekoriert, was wohl dem Zweck dienen sollte, dem Auge über das Wenige zum Mittag hinweg zu helfen. Außerdem löffelte man sein Mittag mit einem Teelöffel. Das gab dem ganzen den Charakter einer Mahlzeit, die man löffelte und man wurde gewissermaßen satt, da sich die "Nahrungsaufnahme" damit in die Länge zog, denn nach ca. 20min stellt sich beim Essen das Sättigungsgefühl ein.

Abends gab es immer nur ungesüßte Kräutertees. Das war eigentlich das Schlimmste womit ich während der 10 Tage ohne Nahrung zu kämpfen hatte, der fade Geschmack von Wasser und Tee. Ich konnte das Zeug nach 2 Tagen schon nicht mehr sehen und hatte wirklich Mühe auf meine mindestens 3 Liter am Tag zu kommen. Da ich einen Tag dann zu wenig trank, bekam ich Kreislaufprobleme. Hier half dann ein kleiner Teelöffel Honig, den ich ausnahmsweise essen durfte. Es dauerte nur Minuten und ich war wieder total fit. Diese Erfahrung fand ich mit besonders bemerkenswert. Der Körper reagierte während des Fastens so stark auf ganz kleine Dinge.

Der Abend wurde dann meist mit einigen Saunagängen abgerundet und kurz vorm Schlafengehen fanden sich alle zusammen zur gemeinschaftlichen Meditation. Leider nutzte ich Letztere Gelegenheit nur zwei mal, da manche Leute dabei richtig einschliefen und das Meditieren durch nervende Schnarchgeräusche gestört wurde.

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Heilfasten - die Verführungen

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, das ich bisher noch nicht von einem riesigen Hungergefühl geschrieben habe....weil ich in den 10 Tagen ohne jegliche Nahrung keinen Hunger hatte. Am neunten Tag unseres Urlaubs stellten wir uns sogar selbst auf die Probe. Wir hatten Ostern vor uns und meine Freundin wollte für Ihren Sohn noch ein paar Kleinigkeiten fürs Osternest einkaufen. Dafür mussten wir in die nähere Kleinstadt, vorbei an den verschiedenen Lebensmittelgeschäften mit ihren verführerischen Auslagen, hinein auch in einen Supermarkt, mit leckeren Dingen greifbar nahe und den vielen Gerüchen, die Abwechslung für die gequälten Geschmacksnerven versprachen. man sah Dinge, die man unheimlich gern aß und ich gebe zu die Verführung war groß. Doch es war nicht der Hunger, es war einfach der Appetit und der Wunsch etwas genießen zu wollen, schmecken zu wollen. 

Wir sind beide stark geblieben. Wir haben tatsächlich Süßigkeiten gekauft, welche dann im Hotelzimmer tief in der Reisetasche verschwanden, allein für den Zweck verschenkt zu werden. Und darauf waren wir beide auch richtig stolz. 

Die Verführung pur

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Was hat mir das Heilfasten gebracht?

Das alles was ich geschrieben habe klingt wahrscheinlich für die Meisten nach einer Tortour und die Tagesabläufe fad und langweilig. Aber so war es nicht. Es war der erholsamste Urlaub meines Lebens. Noch nie hatte ich so viel Zeit für mich selbst, Gelegenheit in mich rein zuhorchen, meine Bedürfnisse zu ergründen ohne Ablenkung von außen. Ich habe die viele Zeit neben dem Sport genutzt meinen Körper zu pflegen und hatte wirklich für mich den Eindruck einer vollkommemen Erneuerung. Mein Geist war vollkommen klar, so als hätten sich Nebel verzogen, ich hatte den Eindruck von mehr Sehschärfe. Dinge, die mich vor meinem Urlaub belastet hatten erschienen mir gar nicht mehr so problematisch und ich fand für mich ungewohnte Lösungswege. Ich betrachtete alles um mich herum aus einer tiefen innerlichen Ruhe heraus. Ein Gefühl, dass man einfach erlebt haben muss. Es ging mir wirklich so gut wie noch nie. Meine Haut war ganz weich, klatt und straffer geworden und ich hatte 9 Kilo abgenommen, was mir auch körperlich ein ganz neues und gutes Gefühl vermittelte.

Alles in allem......es war in gewisser Weiße hart, aber es hat sich wirklich gelohnt!

Nach dem Heilfasten

Das Heilfasten endete mit dem Fastenbrechen. Das war in meinem Fall eine Pellkartoffel, als Alternative gab es einen Bratapfel. In meinen Augen liegt die schwierigste Zeit in der Zeit unmittelbar nach dem Heilfasten. Und hier wird man in der Regel von den Heilfasten anbietenden Hotels allein gelassen. Denn jetzt ist der Urlaub zu Ende und alle fahren nach Hause. Man bekommt zwar Tipps und Regeln mit auf dem Weg, doch die Umsetzung gestaltete sich viel schwieriger als vorher vermutet, zumindest bei mir.

Ab dem ersten Bissen den man zu sich nimmt, kommt das Hungergefühl wieder und das im Alltag dann wieder in den Griff zu bekommen ist nicht so einfach, vor allem stellten sich regelrechte Heißhungerattacken ein. Es war einem Tag nach meiner Rückkehr vom Fasten Ostern und ich hatte Gäste geladen, mußte also kochen. Und mein Besuch wollte zu Ostern mit Sicherheit keine trockenen Pellkartoffeln und etwas Salat dazu essen. Also machte ich mehrere Gerichte, einmal für mich, einmal für meine Gäste...für Letztere wie gewöhnlich zu reichlich . Die folgenden Tage hatte ich mich dann eben nicht mehr im Griff...und aß sämtliche Rester des Vortages....alles verbotene Dinge.....Die Quittung kam prompt. Zwei Tage lang hatte ich das Gefühl Steine im Bauch zu haben und ich litt an einer starken Verstopfung...allerdings hatte ich dadurch dann wieder weniger Hunger....und durch diese Extremsituation bekam ich kurioser Weise mein Eßverhalten wieder in den Griff. Es fiel mir danach leichter die Essens-Regeln nach dem Fasten einzuhalten.

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