Landausflug in Auckland




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 Landausflug in Auckland
Segler vor Auckland (Bild: Royal Caribbean)

Auckland ist natürlich Ziel jeder Schiffsreise am anderen Ende der Welt. Sie hat die Taille eines schlanken jungen Mädchens und den Körper einer fetten alten Frau. Die Stadt Auckland wuchert sich Haus für Haus ins Land; Neuseelands größte Stadt ist trotz ihrer nur knapp 1,4 Millionen Einwohner eine der flächengrößten Metropolen der Welt. Sie liegt zwischen zwei Meeren und deren weit in die Insel hineinreichenden Buchten, zwischen der Tasman-See und dem Pazifik. Das bescherte Auckland zwei vorzügliche Häfen und die erwähnte enge Taille, nur 1.500 Meter weit.

Auf dem engen Isthmus wachsen die Hochhäuser neuerdings wie Spargel aus dem Boden, obwohl die goldenen Zeiten des einst so wohlhabenden Neuseelands vorerst vorüber sind. Aber Aucklands City gilt immer noch als gute Kapitalanlage, insbesondere die Grundstücke an der Queen Street. Sie ist die einzige weltstädtische Meile des beschaulichen Zwei-Insel-Staates, und selbst hier kehrt nach Büroschluss ein fast paradiesischer Frieden ein. Nur wenn die schönen alten Kinopaläste nach Vorstellungsschluss ihre Pforten öffnen, belebt sich abends der feine untere Teil der Queen Street noch einmal. Weiter oben ist die königliche Straße weniger fein, hier kann man sogar die neuseeländische (und somit sehr zivile) Version von Sündhaftigkeit und Laster erleben.

Nein, abends zieht man sich besser auf das im Hafen liegende Kreuzfahrtschiff zurück und genießt den Ausblick auf das Lichtermeer ringsum und auf die Harbour Bridge, Aucklands ganzen Stolz. Die Reize der Stadt erschließen sich tagsüber, wenn gewöhnlich eine blanke Sonne vom blauen Himmel mit den weißen Wolken strahlt. Dann sind die zahlreichen Parks im Stadtgebiet Flanier-und Picknickreviere ersten Ranges, insbesondere die 75 Hektar große Auckland Domaine. In ihr, auf einem Hügel hoch über der Stadt gelegen, empfiehlt sich das War Memorial Museum, ein Denkmal für die Kriege und Schlachten, die neuseeländische Soldaten an der Seite von britischen und australischen Alliierten fochten. Der beeindruckende Teil ist allerdings jenem Volk gewidmet, das bereits vor der europäischen Einwanderung die Inseln bewohnte: die Maori. Eine außergewöhnlich reich bestückte Sammlung schildert die Geschichte und die Riten der aus der Südsee eingereisten Stämme, die heute eine Minorität in der neuseeländischen Gesellschaft bilden. Einst galt der weiße Staat im Südpazifik als ein Musterbeispiel für Rassenintegration. Dieser Ruhm bröckelt allerdings ab, seit die Wirtschaftslage Neuseelands unerfreulich ist und die dunkelhäutigen Maori mehr Probleme haben, einen Arbeitsplatz zu finden als ihre weißen Landsleute. Neuseeländer haben in der britisch orientierten Welt einen Spitznamen, man nennt sie überall Kiwis. Pate dieses Scherznamens war ein nur auf diesen Inseln beheimateter Vogel gleichen Namens, den man inzwischen nur noch selten in freier Wildbahn erlebt. Aucklands Zoo bietet eine der raren Möglichkeiten, Kiwis zu beobachten: Da die langschnäbeligen Laufvögel nur nachts aktiv sind, hat man ihnen ein Spezialhaus erbaut, in dem Tag und Nacht vertauscht wurden. Apropos Kiwi: Die neuseeländischen Obstfarmer haben den Spitznamen erfolgreich vermarktet und verkaufen rund um den Globus ihre Kiwi-Früchte. Die in Biologiebüchern als chinesische Stachelbeere geführte Frucht, eine dunkelbraune, vitaminreiche Beere, heißt aber in aller Welt kurz und knapp Kiwi. In Amerika gibt es Kochbücher, in denen beispielsweise steht „Cut a Kiwi in four parts ...“. Und das finden die Neuseeländer, pardon, die Kiwis, kannibalisch. Auckland macht Freude. Sie werden den Landausflug auf Ihrer Neuseeland Kreuzfahrt genießen. Entsprechende Angebote für Neuseeland und Australien Kreuzfahrten finden Sie auf der Webseite des Reisebüros Seereiseplanung.
 




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