Magnetismus und die Herkunft




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Magnetismus und die Herkunft

Die Entdeckung des Magnetismus

Der Legende nach lies der griechische Schäfer Magnetes seine Schafe in der Region Magnesia im Norden Griechenlands weiden, als er den magnetischen Effekt entdeckte. Er stellte fest, dass die Nägel seiner Sandalen von einem schwarzen Gesteinsbrocken der im Feld lag angezogen wurden. Diese Gesteinsbrocken mit der anziehenden Wirkung wurden „Magnetit“ getauft.


Eine der ersten Aufzeichnungen um 500 vor Christi über den Magnetismus stammt von dem Kaufmann Thales von Milet, der bei seiner Tätigkeit, dem Kaufen und Verkaufen, auf seinen Handelsreisen über die Region Magnesia und deren Magnetsteine berichtete. Er beschrieb den anziehenden Effekt der Magnet Sets auf Eisenteile und verglich ihn zunächst mit dem ähnlichen Effekt den Bernstein besitzt: Wird Bernstein mit einem trockenen Tuch gerieben, zieht dieser Federn oder andere leichte Kleinteile an.
Im Glauben an den göttlichen Hintergrund der Bewegung, schrieb Thales von Milet dem magnetischen Effekt ein Wesen, eine Art Seele zu.

Die erste bekannte Anwendung des Magnetismus
 

Die erste künstlich angewandte Form des Magnetismus um 200 vor Christi war die Verwendung des Magnetlöffels in China. Das war ein Konstrukt, das Si Nan genannt wurde, dessen Basis die Erdscheibe darstellte, die aus massiver Bronze gefertigt war. Die erste Erdplatte war viereckig, eine zweite saß als Rundmagnet darauf. Beide stellten die bekannte Welt dar. Auf der zweiten Erdplatte ruhte ein Löffel, ähnlich dem heutigen chinesischen Suppenlöffel, der aus Magnetstein gefertigt war. Dessen spitzer Stiel zeigte stets nach Süden.
Im Grunde war damit der erste Kompass geboren, der Magnetlöffel wurde aber nicht zum navigieren genutzt, sondern fand seine Funktion als eine Art göttlicher Hilfe beim ausrichten von Gebäuden und Straßen. Durch die „magische Funktion“ diente der Magnetlöffel zudem der Wahrsagerei und war Bestandteil wichtiger mythischen Riten. Im Bereich des Feng Shui und der Esoterik spielt er neben anderen Magnet Sets heute noch eine wichtige Rolle.

Die Entwicklung des Kompasses

In Europa ist das magnetische Phänomen um diese Zeit noch weitgehend unverbreitet. Zwischen dem vierten und dem zehnten Jahrhundert nach Christi wurde der Magnetlöffel durch eiserne Objekte wie kleine Rundmagnete, Fische oder Nadeln ersetzt. Der Zeit wird die Entdeckung der Remanenz zugeschrieben:
Eiserne Objekte können durch Kontakt mit Magnet Sets magnetisch werden.
Eisen selbst wird in Süd-Nord-Richtung magnetisiert, wenn aus glühender Erhitzung plötzlich abgekühlt wird. Damit rückte der ursprünglich wichtige Magnetstein immer weiter in den Hintergrund. Es wurden erste Konstruktionen wie die „Schwimmende Nadel“ oder der „Schwimmende Fisch“ erfunden.

Der schwimmende Fisch – der Vorgänger des Kompasses
1044 nach Christi wurde in China das Buch „Wu Ching Tsung Yao“ herausgegeben. Eine Art Militärführer, in dem das praktische Wissen zu Naturgesetzen weitergegeben wurde. Darin wurde unter anderem beschrieben, wie der schwimmende Fisch den Truppen in der Dunkelheit der Nacht die richtige Richtung, den rechten Weg weisen kann. Das Instrument war ein kleiner eisener Fisch, der so in einer Bootsform gearbeitet war, dass er schwamm. Dadurch drehte sich der Fisch in die immer gleiche Himmelsrichtung.

Ein weiterer Vorläufer des Kompasses war die „Schwimmende Nadel“, die von Shen Kua 1086 beschrieben wurde. Er rieb eine Eisennadel an einem Magnetstein und nutze deren magnetischen Effekt zur Richtungsanzeige. Dazu entwarf er verschieden Konstruktionen um die Nadel schwimmend, hängend oder balancierend über Rundmagnete zu lagern. Sein Buch enthält die erste bekannte, eindeutige Aufzeichnung über die Funktion eines Kompasses.

Das Phänomen des Magnetismus war natürlich keine reine, trockene Wissenschaft, sondern es rankten sich unzählige Gerüchte, Aberglaube und Scharlatanerie darum. So findet der Magnetismus in Europa eine Erwähnung, als 1160 nach Christi in der Schlacht um Karthago starke Magnet Sets in den Stadtmauern die Angreifer mit ihren eisernen Rüstungen festhielten oder starke Rundmagnete in den Toren der Stadtmauern den Schurken die versteckten Waffen aus der Kleidung zogen.

Fast zeitgleich wurde in Frankreich und England um 1200 nach Christi der Kompass für die Seefahrer zur Navigation empfohlen. So beschreibt Alexander Neckham, ein englischer Mönch, der auch als Professor arbeitet den Seefahrern eine auf einer Pfeilspitze gelagerte Nadel, die stets zum Polarstern zeigt. Vom abergläubischen Seefahrerfolk anfangs sehr misstrauisch betrachtet, setzte sich der Kompass sehr schnell durch.

Das spannende Themenfeld des Magnetismus, aus dem wir verschiedene Produkte wie unsere Rundmagnete, unsere Magnet Sets oder unser magnetisches Klebeband anbieten, ist eng mit der Erforschung des Magnetismus und mit der Entwicklung der Menschheit verbunden. Es reicht neben den allgemeinen physikalischen Phänomenen bis tief in unser alltägliches Leben, in einer modernen Industrienation.

 

Die Erforschung des Magnetismus in der Praxis und der Theorie

1269 setzte Pierre de Maricourt (Petrus Peregrinus) mit seinem Werk über Magnete und den Magnetismus ein Standard-Werk, das bis um 1600 als unangefochtene Informationsquelle Bestand haben sollte. Darin beschreibt er Experimente mit einem rund geschliffenen Magnet Set. Mit der Hilfe dieses Steines der „Terella“, kleine Erde, genannt wurde, entdeckt Pierre de Maricourt, dass ein Rundmagnet zwei Pole besitzt. Diese Erkenntnis ist bis heute gültig. An der Existenz eines Rundmagneten mit nur einem Pol wird zwar intensiv geforscht, der Nachweis ist allerdings bisher nicht gelungen.

Die Unterscheidung zwischen Bernstein und einem Magnet Set wird erstmalig um 1551 nach Christi von Jerôme Cardin definiert, der die Unterschiede zwischen statischer Elektrizität und Magnetismus beschreibt. Er stellt fest, dass sich die statische Elektrizität auf leichte Materialien, Stroh, Federn oder Flusen auswirkte, der Magnetismus hingegen auf Eisenteile, Nägel, Nadeln und Kugeln.
 

1600 vollendet William Gilber sein Buch "De Magnete". Er war der Hofarzt der Königin Elizabeth, und forschte unermüdlich 18 Jahre lang, bis er sein Buch beschließen konnte. Darin stellt er die Analogie des Erdmagnetfeldes zu den Experimenten von Peregrinus mit den Magnet Sets fest: Beide haben die gleichen Pole. Damit definiert Gilbert die Funktion des Kompasses durch die Darstellung der Erde als großer, starker Magnet.

Hier geht es zu Teil 2.




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