Markenkleider




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Marken

Viele Menschen machen sich eine Menge Gedanken um ihre Kleidung, gehen gerne mit der Mode und tragen bestimmte Marken, die angesagt sind. Aber wo kommen all die Klamotten, die in Kaufhäusern, Läden und Internet-Shops angeboten werden, eigentlich her? In vielen Fällen ist die Kleiderherstellung mit unfairem Handel, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Umweltproblemen verbunden. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie unsere Kleidung produziert wird und was sich hinter dem Handel mit den Textilwaren verbirgt.

In vielen Fällen ist die Kleiderherstellung mit unfairem Handel, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Umweltproblemen verbunden. (Quelle: linder6580/ Robert Lindner, stock.xchng)
Wenn man die Herkunft unserer Kleidung erforschen will, lässt sich das am besten in zwei Bereiche unterteilen - erstens geht es um die Herkunft der Materialien, aus der sie hergestellt wird und zweitens um die Orte, an denen sie produziert wird. Damit verbunden sind natürlich auch die Arbeitsbedingungen der Menschen, die an der Kleiderherstellung beteiligt sind, sowie die Folgen für die Umwelt.
Der Hauptbestandteil unserer Kleidung ist meist Baumwolle, die zum Großteil aus dem so genannten "Baumwollgürtel" stammt, welcher am 43. Grad nördlicher Breite beginnt und am 36. Grad südlicher Breite endet. Er umfasst die tropischen und subtropischen Gebiete in Mittelamerika und Asien. 86 Prozent des so genannten "Weißen Goldes" werden auf der nördlichen Erdhalbkugel geerntet. Der Anbau von Baumwolle ist sowohl für einige Farmer aus den USA als auch für viele arme Kleinbauern aus Indien, China und afrikanischen Ländern die Haupteinnahmequelle.
Am preisgünstigsten ist Baumwolle aus Afrika zu bekommen, insbesondere aus dem westafrikanischen Staat Burkina Faso. Etwa zehn bis 15 Millionen Menschen leben hier und in weiteren zentral- und westafrikanischen Ländern von dem Anbau und Verkauf der Baumwolle. Obwohl sie immerhin fünf Prozent der weltweiten Produktion ausmachen, gehören sie zu den ärmsten aller Beteiligten. Grund dafür ist das, was man "unfairen Handel" in unserer globalisierten Welt nennt. Amy Barry, Sprecherin der britischen Hilfsorganisation Oxfam, beschreibt Baumwolle sogar als das "Symbol für das Unfaire im globalen Handelssystem".
Baumwolle: Unfairer Handel und Umweltprobleme

Der Hauptbestandteil unserer Kleidung ist meist Baumwolle. Sie stammt von der Baumwollpflanze, die schon seit langer Zeit vom Menschen kultiviert wird. (Quelle: M.E./ pixelio.de)
Ein entscheidender Faktor des unfairen Handels ist die Verteilung der Subventionen, also der Gelder, mit denen ein Projekt unterstützt wird. Die USA und die EU-Länder unterstützen ihre Baumwollproduktion, wohingegen die zehn Millionen Bauern in den südlichen Ländern der Welt keine Hilfen erhalten. Die Farmer in den ärmeren Staaten müssen also mit finanziell unterstützten Baumwolllieferanten konkurrieren. Die Konsequenzen daraus sind Arbeitslosigkeit, hohe Verschuldung und absolute Armut. Zum Vergleich: Zur Unterstützung der etwa 25.000 US-Baumwollfarmer geben die Vereinigten Staaten ungefähr dreimal so viel aus wie für die Entwicklungshilfe an viele Millionen Afrikaner, die von Hunger und bitterer Armut betroffen sind.
Ein Großteil der Kleidung aus ärmeren Ländern wird mithilfe von Kinderarbeit hergestellt. Gerade in der Textilindustrie arbeiten viele Kinder unter schweren Bedingungen zu einem Hungerlohn - insbesondere in den armen Staaten Asiens ist Kinderarbeit weit verbreitet. Das Herkunftsland muss bei Kleidungsstücken immer im Etikett stehen - dieses gibt also bereits Auskunft darüber, ob sie in betroffenen Ländern produziert wurden. Unten verlinkt findest du auch eine Liste mit Firmen, die Kinder für sich arbeiten lassen.
Des Weiteren werden aufgrund des hohen Konsums von Kleidung 24 Prozent der weltweit verwendeten Insektenvernichtungsmittel ("Insektizide") und die giftigsten chemischen Pflanzenschutzmittel ("Pestizide") auf den Baumwollplantagen eingesetzt. In den armen Ländern fehlen den meisten Arbeitern die Möglichkeiten, angemessene Schutzkleidung zu tragen, was zu erheblichen Schädigungen an Mensch und Umwelt führt. Vergiftungen und sogar Todesfälle der Arbeiter sind an der Tagesordnung. Hinzu kommt, dass die giftigen Pflanzenschutzmittel über den Boden in das Grundwasser gelangen und dadurch Brunnen und Trinkwasser vergiften. Das führt zu Krankheiten innerhalb der Bevölkerung und zum Tod vieler Kinder.