Mittelmeer Kreuzfahrten nach Neapel




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Mittelmeer Kreuzfahrten nach Neapel
MSC Poesia auf dem Weg nach Neapel

Neapel ist ein häufiges Ziel von Kreuzfahrten im westlichen Mittelmeer. Der Kreuzfahrthafen liegt sehr günstig, so dass man den Landausflug in Neapel gut zu Fuß angehen kann. Pompeji und den Vesuv kann man mit einem Touristenzug erreichen. Den Bahnhof erreicht man in ca. 15 Minuten zu Fuß. Die Fähren nach Capri starten gleich neben den Kreuzfahrtschiffen.

Seien Sie bitte an Deck, wenn sich Ihr Kreuzfahrtschiffe morgens Neapel nähert. Schon von weitem sehen Sie den Vesuv. Der Golf von Neapel gleicht dem Paradies oder ist doch ein Stück davon. Er umfängt das glitzernde Meer mit heiteren Ufern, schmückt sich mit Orangengärten und Inseln, vermehrt den Glanz der Küsten mit Villen und weißen Städten und gibt sich mit den Lavaflanken des feuerspeienden Schicksalsbergs an seiner tiefsten Stelle irdisches Maß und Gewicht: Neapel und der Vesuv. Der Ruhm dieser Schönheit widerhallt in der Welt. Der Anblick brächte Steine zum Singen. Die Bewunderung klingt durch die Jahrtausende wie ein unablässiger Hymnus: O bella Napoli... Und jeder glaubte doch, dass es sein Neapel sei. Die Griechen erklärten sich die Allgewalt der Magie durch den Zauber der Sirenen, denen Odysseus nur entrann, weil er sich an den Schiffsmast fesseln ließ. Hier gründeten sie Neapolis. Kaiser und Dichter hatten ihre Landhäuser am Golf, Cäsar, Augustus, Tiberius, Lukull, Cicero, Vergil. Und alle, die hier je herrschten oder hausten, hatten das Verlangen, auf dieses Glück nie wieder zu verzichten.

Auf den Grundmauern eines antiken Tempels entstand von 1294 an die Kathedrale San Gennario mit der Kapelle des heiligen Januarius, des Schutzpatrons von Neapel. Im Mai und September soll sich dort ein Wunder vollziehen, die Verflüssigung des heiligen Blutes. Für gläubige Neapolitaner steht dieses Blutwunder außer Frage. Ihrem Nationalmuseum widmeten sie einen eigenen Platz, die Piazza del Museo Nationale; der Kunsttempel hat diese Ehre verdient, birgt er doch eine einzigartige Sammlung griechischer und römischer Stücke, von den Ausgrabungsfunden aus Pompeji und Herculaneum gar nicht zu reden. Die Pinakothek schließlich ist ein reisewertes Ziel für die Freunde italienischer Meister von Botticelli und Raffael bis zu Correggio und Tizian. Das Wahrzeichen der Stadt ist die eindrucksvolle Burg der neapolitanischen Herrscher und der spanischen Vizekönige, das Castel Nuovo aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Die Burg liegt am Hafen, nur eine kurze Wegestrecke entfernt vom Teatro San Carlo, das sich als das größte Opernhaus der Welt bezeichnet (2900 Plätze) und in dem Rossini, Bellini und Donizetti ihre Werke uraufführen ließen.

Die Stadt vom Stoff der Träume hantiert aber auch mit den Schatten des Alptraums; Christus, so geht die Legende, vergoss Tränen ob dieses Stücks vom Paradies, das der fallende Engel beim Sturz mit sich riss. Die Tränen strömten heftiger, sähe er das schöne Napoli schmutzig am verschmutzten Meer, eine Stadt unbußfertiger Umweltsünder und Diebe, gemartert von Blechströmen, doch reich an Kunstschätzen und Menschlichkeit. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, bucht hier einen organisierten Landausflug. Sonst ist es vorteilhaft, wenn man die Gassen im Zentrum in einer kleinen Gruppe durchwandert. Es lohnt sich, es gibt unheimlich viel zu sehen. Insbesondere schöne Kirchen und Innenhöfe. Aber es ist auch ein wenig dreckig und vergammelt.

Vielleicht ist Neapel nur noch von weitem liebenswert, vom Meer oder von den Rebengärten der Provinz, vom Segelboot oder von der Terrasse im Weinberg aus - von dort aber ist die Stadt und die ganze Gegend noch von einer unglaublichen Schönheit. Im Herbst pressen die Winzer Kampaniens die Tränen des Heilands aus dunkelroten Trauben von den Hängen des Vulkans. Und nach den Tränen um das Paradies auf Erden ist der Wein genannt: Lacrimae Christi.