Nahverkehrsplan Brandenburg 2013-2017 - weniger schlimm als befürchtet




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Verbesserungen wären sinnvoller als Kürzungen

Die ursprüngliche Planung des Brandenburger Antiinfrastruktur-Ministers zur Abbestellung von Bahnleistungen wurde weitgehend revidiert. Die derzeitige Veröffentlichung des Nahverkehrsplanes 2013-2017 wurde als Plan mit gemäßigten Reduzierungen vorgestellt. Allerdings ist diese Aussage nicht ganz richtig. Der Nahverkehrsplan gilt zwar bis 2017, Anpassungen an aktuelle Bedürfnisse sind aber jederzeit möglich. Die letzten Anpassungen innerhalb eines laufenden Nahverkehrsplanes erfolgten für das Fahrplanjahr 2012 (also zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011) und bestanden aus einigen Verbesserungen auf bestehenden Linien. Der Hauptgrund für die Abschwächung der ursprünglichen Planungen besteht darin, dass die Linken auf den Koalitionsvertrag gepocht haben, welchjener Streckenstilllegungen grundsätzlich ausschließt.

Abbestellungen und Reaktivierung (!) im Nahverkehrsplan 2013-2017 für Brandenburg
Die Regionalbahn nach Rheinsberg fährt künftig nicht mehr über Löwenberg, sondern über Neuruppin. Das bedeutet im Klartext, dass die Strecke von Löwenberg nach Herzberg stillgelegt und die Strecke von Neuruppin nach Herzberg reaktiviert werden soll. Wünschenswert wäre natürlich die Reaktivierung von Neuruppin nach Herzberg bei gleichzeitigem Beibehalt des Verkehrs über Löwenberg. Nicht sicher ist der veröffentlichten Tabelle nach jedoch, ob die Veränderung dauerhaft ist oder ob sie vorübergehend auf Grund der Bauarbeiten zwischen Berlin und Rostock erfolgt. Die auf zwei Linien aufgeteilte Verbindung von Neustadt an der Dosse nach Meyenburg soll 2015 abbestellt werden. Das geht zwar nicht aus der Tabelle, aber aus ergänzenden Äußerungen hervor. Der Region soll Zeit gegeben werden, ein alternatives Verkehrskonzept zu entwickeln. Wünschenswert ist, dass die Region ab sofort zeigt, dass ihr die Bahn wichtig ist und die Fahrgastzahlen so deutlich zunehmen, dass die Kürzungen wieder zurückgenommen werden müssen.

Kürzungen im Nahverkehrsplan für Brandenburg 2013-2017
Die Planungen sehen für den Nahverkehrsplan 2013 bis 2017 massenweise Kürzungen vor. Diese betreffen teilweise Taktverdichtungen, aber auch Tagesrandzeiten. Sicherlich sitzen am späten Abend oft weniger Menschen im Zug als in der Hauptverkehrszeit. Aber die Möglichkeit, spät am Abend zurückfahren zu können, ist oft entscheidend für die Wahl des Verkehrsmittels. Wer nicht sicher weiß, ob der letzte Zug nach dem Theaterbesuch erreicht werden kann, fährt vorsichtshalber mit dem Auto. Wenn Pendler auch nur zweimal im Monat den Spätdienst übernehmen müssen und dann kein Zug mehr fährt, nutzen sie nicht nur an den beiden Spätarbeitstagen, sondern an allen Tagen das Auto und gehen als Kunden für den ÖPNV verloren. Mit den Kürzungen gehen viele im Dezember 2011 eingeführte Verbesserungen wieder verloren. Relativ harmlos für Fahrgäste ist die Rücknahme der Verlängerung des Prignitz-Expresses zwischen Berlin-Spandau und Berlin-Gesundbrunnen, da dort gute S-Bahnanbindungen bestehen. Zudem ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum das Land Brandenburg die ausschließlich im Bundesland Berlin verkehrende Verlängerung bezahlt. Fast entsteht der Eindruck, dass Verhandlungen mit dem Land Berlin bedeuten, dass die Kosten für die Verlängerung demnächst von Berlin getragen werden sollen. Bis 2005 bezahlte Berlin die damalige innerstädtische Verlängerung von Spandau nach Berlin-Charlottenburg. Berlin wünscht ohnehin mittelfristig eine Führung des Prignitz-Expresses von Hennigsdorf über Tegel nach Gesundbrunnen statt der bisherigen Führung nach Spandau, wofür die Hauptstadt die Bestellkosten und die Baukosten für den Regionalbahnsteig in Berlin-Tegel tragen muss.

Geplante und geforderteVerbesserungen ad acta?
Die Stadt Templin fordert massiv eine Reaktivierung der Verbindung nach Joachimsthal und weiter nach Eberswalde, derzeit wird nur der Abschnitt von Joachimsthal nach Eberswalde bedient, während Templin ausschließlich mit der Regionalbahn von Berlin-Lichtenberg über Oranienburg und Zehdenick erreicht werden kann. Des Weiteren fordert Lychen die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Templin über Lychen nach Fürstenberg. Zurzeit besteht auf dieser Strecke ein Draisinenverkehr, eine Reaktivierung wäre technisch machbar, zumal den Draisinenbetreibern genügend ehemalige Militärstrecken als Alternative angeboten werden können. Der Nahverkehrsplan schließt spätere Reaktivierungen nicht zwingend aus, da einzelne Abänderungen während seiner Laufzeit möglich bleiben. Alternativ können die betroffenen Kommunen auch Maßnahmen beschließen, mit welchen sie die Nachfrage auf den entsprechenden Strecken langfristig sichern können, so dass sich eine Reaktivierung im Nahverkehrsplan 2017-2021 zwingend anbietet. Für die Strecke von Templin nach Joachimsthal wäre eine Reaktivierung innerhalb der Laufzeit des nächsten Brandenburger Nahverkehrsplanes auf jeden Fall billiger, da die Strecke noch gut erhalten und teilweise für den Güterverkehr in Gebrauch ist. Eine Reaktivierung der Strecke von Templin in die Kreisstadt der Uckermark nach Prenzlau erscheint hingegen jetzt schon als extrem kostspielig, da die Gleise in einem kaum noch befahrbaren Zustand sind. Der Busverkehr mit einer letzten Fahrt ab Prenzlau an Werktagen ab 18.00 Uhr ist keine Alternative zu einem Zug, zudem nehmen Fahrgäste Zugverbindungen deutlich eher als Busanbindungen an. Fahrten von Templin zur Ostsee erfordern einen enormen Umweg über Löwenberg statt direkt nach Fürstenberg fahren zu können. Eine Möglichkeit, die benötigten Fahrgastzahlen von fünfhundert Passagieren pro Tag und Strecke zu garantieren, bietet die Erweiterung der Fahrberechtigung der Gästekurkarten auf alle Bahn- und Busstrecken im Landkreis Uckermark sowie auf die Bahnstrecken Templin - Fürstenberg, Templin – Zehdenick und Templin – Joachimsthal. Bislang gelten Kurkarten in Templin ausschließlich auf den Buslinien innerhalb der Stadt. Nicht mehr geplant sind auch die angedachten Verlängerungen der Berliner S-Bahn auf Brandenburger Gebiet von Hennigsdorf nach Velten (dort besteht Regionalverkehr) sowie die direkte Linie von Zehlendorf über Kleinmachnow nach Potsdam, die S7 fährt ebenso wie der Regionalverkehr den Umweg über Berlin-Wannsee.

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