Offenherzig - ein Gedicht von Stefan Soeffky




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Offenherzig

Du streckst deine Hand aus
nach wirbelndem Gerümpel
und es kommt nie zu einem Kontakt.
Stattdessen wird der Abend wie jeder andere,
ein paar Worte vielleicht zur Frau an der Theke,
die stolz auf ihr Leben ist.
Die Tränensäcke der Menschen in dieser Stadt
werden zerfließen, sich nach unten verlängern,
lang und elastisch werden wie Schlangen,
werden einen Strom bilden,
der die Straßen hinab fließt
und hinab in die rülpsenden Gullys.
Die Nacht wird pechschwarz und menschenleer,
sodass es dröhnt auf deinem Trommelfell.
Der Rhythmus der tickenden Uhr
ist kein Jazz, deshalb mag niemand hinhören.
Der Nachthimmel drückt direkt
auf deine Hautoberfläche,
breitet sich durch alle Zwischenräume aus,
flutet alle Räume,
die der Freiheit einst zur Verfügung standen
und wieder zur Verfügung stehen könnten.
Dutschke und Galilei,
Columbus und Lennon
haben sich auf diese
Wahrheit nicht eingelassen.
Ich hab’ eine Frau gesehen,
der flog ein Insekt an der Schläfe vorbei.
Irgendwie hat sie es weggescheucht.
Wie sie das genau gemacht hat,
habe ich nicht mitbekommen.
Vielleicht habe ich sie deshalb
so genau angesehen und war so verblüfft.
Morgen bin ich der einzige Mensch,
der einen Brief bekommt.
Alle anderen wüten und toben herum
und halten an sich.