Privatkredite? Besser nicht!




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Privatkredite? Besser nicht!

 

 

 

Warum Kredite manchmal nicht mehr als ein süßes Gift sind...

„Borgen bringt Sorgen“, lautet ein altes, deutsches Sprichwort, dessen Wahrheitsgehalt seit dem Jahr 2008 erschreckend deutlich geworden ist: Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Pleite namhafter Konzerne sowie einige nahezu insolvente EU-Staaten belegen, dass niemand dauerhaft über seine Verhältnisse leben kann.
Dennoch werden eifrige Bankberater, Immobilienmakler und sonstige Verkäuferseelen nicht müde, ihre Kunden vom Vorteil des kreditfinanzierten Daseins zu überzeugen. Tatsächlich machen Kreditgeschäfte einen erheblichen Teil unseres Wirtschaftssystems aus. Doch sie sind ein bittersüßes Gift, denn ihre Wirkung auf die Marktwirtschaft gleicht dem eines Rauschmittels: Zunächst belebend, dann jedoch lähmend und süchtig machend, wirkt sich das Geschäft mit dem geborgten Geld auf unsere Wohlstandsgesellschaft aus.
 

Basisinformationen zum Thema:

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Kredite für den Hausbau – eine unendliche Geschichte

Es scheint schon beinahe eine Gesetzmäßigkeit beim kreditfinanzierten Bau eines Eigenheims zu sein: Irgendwann gerät der Bauherr in Bedrängnis.
Der Grundstein für so manches Problem wird oft schon beim freundlichen Bankberater  gelegt, der den bevorstehenden Kraftakt schön rechnet. Floskeln wie „Die Kreditraten sind auch nicht höher als Ihre Miete. Zahlen Sie doch lieber in die eigene Tasche...“ verschleiern das eigentliche Problem: Eine Mietzahlung soll in der Regel den Verschleiß der Immobilie ausgleichen. Kreditraten hingegen gehören der Bank. Für die Werterhaltung des Gebäudes müsste also theoretisch weiteres Geld zurückgelegt werden...
Doch selbst bei äußerst solider Planung kann der Bauherr nicht alle Risiken beeinflussen. Am Bau gibt es fast immer Sorgen: Pfusch, finanzielle Probleme der Baufirma, Terminschwierigkeiten... Der Bauherr befindet sich dabei in der schlechtesten Position. Er muss in der Regel einen Einzugstermin einhalten, weil sonst eine Doppelbelastung aus Kredittilgung und Mietzahlung droht. Durch die allseits bekannte „Eigenleistung“ ist er oftmals nicht in der Lage, Terminverschiebungen finanziell zu überstehen. Zieht der Bauherr jedoch trotz ungeklärter Probleme in das Haus ein, gilt dies meist als stillschweigende Abnahme eines ordnungsgemäßen Baus...
 

Anhalter

Anhalter

von: Michael Voigt




Das Märchen vom Bausparvertrag

Doch nicht nur das klassische Kreditgeschäft hat so manchem Verbraucher bereits Enttäuschungen eingebracht. Noch schwerer durchschaubar (und entsprechend erfolgreich bei deutschen Sparern) ist das Märchen vom Bausparvertrag. Das Finanzierungsmodell klingt zunächst wirklich gut: Die Hälfte ansparen, die andere Hälfte als günstigen Kredit. Dazu unter Umständen noch Prämien vom Staat. Super! Wirklich?
Die Darlehenszinsen bei Bausparverträgen sind in der Regel tatsächlich deutlich niedriger als im klassischen Kreditgeschäft. Die Verzinsung der angesparten Summe ist allerdings ebenfalls mickrig.
Im Prinzip wird das Eine durch das Andere also gegenfinanziert. Wirklich vorteilhaft gegenüber anderen Vermögensanlagen ist das nicht. Daran ändert auch der eventuelle staatliche Zuschuss nichts.
 

Große Sorgen mit „kleinen“ Krediten

Doch auch kleinere Kredite bergen finanziellen Zündstoff in sich. Beispielsweise die beliebte Finanzierung des Autokaufs. Erster Kostenfaktor: Verständlicherweise wird solch ein Kredit gern an den Abschluss einer Vollkaskoversicherung gekoppelt. Die laufenden Kosten steigen also...
Zweiter Kostenfaktor: Wenn die Raten endlich getilgt sind, hat das Auto möglicherweise einen Zeitwert erreicht, der unter dem Nutzwert liegt. Der Eigentümer sollte das Auto also am Besten weiterhin nutzen. Ab diesem Zeitpunkt mehren sich jedoch die kostenintensiven Reparaturen. Ein erneuter Fahrzeugkauf wäre demnach zu überlegen. Das ist aber nicht ohne weiteres möglich, denn hier kommt der dritte Kostenfaktor ins Spiel:
Während der Tilgungsphase erwirtschaftet der Kreditnehmer die monatliche Abschlagsrate. Eigentlich müsste er aber auch Abschreibungen, also das Geld für das nächste Auto, ansparen. Wer sich auf den Fahrzeugkauf per Kredit einlässt, hat jedoch in der Regel nicht das nötige Einkommen dafür. Ein Teufelskreis beginnt, da auf diese Weise das nächste Auto wiederum per Ratenzahlung gekauft werden muss...
An diesem Beispiel zeigt sich recht deutlich, was auch für andere Darlehensformen gelten kann: Kredite haben im gewerblichen Bereich ihre Berechtigung. Privatleute hingegen kommen schuldenfrei am Besten durchs Leben, denn: Wenn ein Ziel durch eigene Sparanstrengungen nicht erreicht werden kann, wie soll dies dann unter der zusätzlichen Last von Kreditzinsen möglich sein?
 

Bitte beachten Sie, dass dieser Text rein informativen Charakter hat. Er kann und will eine qualifizierte Beratung, beispielsweise durch eine geprüften Anlageberater, nicht ersetzen.

 

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